Ferguson-Aktie springt nach S&P-500-Aufnahme kräftig an: Das steckt hinter dem Kurssprung
Am Montag schoss die Ferguson-Aktie kräftig nach oben, denn der Sanitärgroßhändler erhält eine besondere Ehrung, die nur wenigen Aktien zuteil wird.
- Ferguson zieht ab Mittwoch offiziell in den S&P 500 ein
- Ferguson-Aktie profitiert von Index-Aufstieg
- Indexplatz wird frei, da Electronic Arts übernommen wird
Ferguson Enterprises zieht ab Mittwoch in den marktbreiten US-Index S&P 500 ein und ersetzt dort den Videospielekonzern Electronic Arts, der durch seine Übernahme den Indexplatz freimacht.
Kräftiger Kurssprung am Montag für die Ferguson-Aktie
Am Montag sprang die Ferguson-Aktie daraufhin an der NYSE letztlich um 15,75 US-Dollar beziehungsweise 6,72 Prozent auf 250,08 US-Dollar nach oben. Am Dienstag zeigt sich das Papier 1,34 Prozent fester bei 253,44 US-Dollar.
Electronic Arts-Aktie verlässt den Index
Der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices kündigte die Aufnahme am Freitag an, der Wechsel tritt vor US-Handelsbeginn am Mittwoch in Kraft. Electronic Arts scheidet aus dem S&P 500 aus, weil der Spielehersteller im Zuge einer milliardenschweren Übernahme von der Börse genommen wird.
Warum die Aufnahme so viel Gewicht hat
Nach Angaben des Indexanbieters sind rund 20 Billionen US-Dollar an Kapital direkt an den S&P 500 gebunden oder werden daran gemessen, was die Aufnahme zu einem stark beachteten Signal für institutionelle Anleger macht.
Wie bei jeder Einzelaktie bleiben auch bei der Ferguson-Aktie Kursschwankungen möglich; ein Indexeintritt ist keine Garantie für eine dauerhaft positive Kursentwicklung.
Vom britischen Sanitärhändler zum US-Schwergewicht
Ferguson Enterprises erzielt sein Geschäft fast vollständig in Nordamerika und ist mit einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden US-Dollar der größte Sanitär- und HVAC-Großhändler der USA; die Marktkapitalisierung liegt bei rund 45 Milliarden US-Dollar.
Die Wurzeln des Konzerns liegen jedoch in Großbritannien: Die britische Wolseley übernahm Ferguson vor mehr als 40 Jahren, notierte lange an der Londoner Börse und benannte sich später in Ferguson um. Erst 2024 verlegte das Unternehmen sein primäres Listing in die USA.
Gewinnwachstum trotz schwachem Häusermarkt
Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Gewinn je Aktie von etwa 11,30 US-Dollar erwartet, 2027 soll er sich der Marke von 13 US-Dollar nähern.
Ein Bauboom bei gewerblichen Immobilien, konzentriert auf KI-Rechenzentren, stützt das Geschäft trotz eines schwächelnden Wohnungsmarkts; eine Erholung der Hausverkäufe würde als zusätzlicher Wachstumstreiber wirken.
Bewertung im Branchenvergleich
Die Ferguson-Aktie wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 gehandelt. Zum Vergleich: Bei den Großhändlern Fastenal liegt das KGV bei etwa 37, bei W.W. Grainger bei rund 28.
Für die kommenden drei Jahre wird Ferguson ein jährliches Gewinnwachstum von im Schnitt 10 Prozent zugetraut, während für Fastenal und W.W. Grainger jeweils rund 9 Prozent erwartet werden. Langfristig entscheidet das Gewinnwachstum über die Bewertung der Aktie, die Aufnahme in den S&P 500 könnte aber ein Katalysator für eine Neubewertung sein.
Das durchschnittliche Analystenkursziel für Ferguson liegt bei etwa 286 US-Dollar und damit rund 20 Prozent über dem zuletzt gesehenen Kursniveau; auf dieser Basis würde die Aktie mit einem KGV von etwa 24 bewertet. Jedes Geschäftsmodell ist letztlich einzigartig, doch der Bewertungsabstand zu den Wettbewerbern zeigt, welcher Spielraum theoretisch besteht.
Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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