Scholz zuversichtlich für Energieversorgung in nächsten Wintern


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich beim deutsch-belgischen Energiegipfel zuversichtlich gezeigt, dass wegen der guten europäischen Zusammenarbeit die Energieversorgung auch in den kommenden Wintern gesichert ist. Scholz betonte zudem, dass der Investitionsbedarf in den Umbau der Netze und der Industrie hin zur Klimaneutralität nicht unterschätzt werden dürfe. Nötig seien Hunderte Milliarden Euro. Gemeinsam mit seinem belgischen Amtskollegen Alexander De Croo stellte Scholz eine engere Zusammenarbeit im Bereich Energie in Aussicht.

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"Die vergangenen 12 Monate haben noch einmal eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir in Europa gerade auch in Energiefragen eng zusammenarbeiten. Gerade Belgien und Deutschland arbeiten auch tatsächlich eng und vertrauensvoll im Energiebereich zusammen. Diese gute Zusammenarbeit wollen wir noch ausbauen und vertiefen", sagte Scholz im belgischen Küstenort Zeebrugge auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit De Croo.

Scholz betonte, dass mit dem Wegfall der russischen Gaslieferungen viele geglaubt hätten, dass Deutschland und Europa sehr schwierigen Zeiten entgegenblickten. "Das ist aber nicht passiert. Es ist warm, die Wirtschaftskrise ist ausgeblieben. Unsere Energieversorgung ist auch gesichert", sagte Scholz. "Aber mit gemeinsamer Anstrengungen haben wir das geschafft, gut durch diesen Winter zu kommen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass das auch für den nächsten Winter und die folgenden gelten wird."

Ausbau der Kapazitäten

Nun gelte es, überall Energiekapazitäten auszubauen, um Lieferungen nicht nur über die norddeutschen Küsten, sondern auch über westeuropäische und belgischen Häfen zu ermöglichen. So sollen die ausbleibenden russischen Gasimporte durch die Lieferungen von Flüssiggas und zusätzlichen Gaslieferungen aus anderen Ländern ersetzt werden. Deutschland habe bereits große Investitionen auf den Weg gebracht für die Erhöhung der Importkapazitäten und die Regasifizierungskapazitäten. Aber auch den Ausbau der Pipeline sei von zentraler Bedeutung. "Diese Investitionen werden dringend gebraucht", so Scholz.

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Mit Blick auf die geplante CO2-Neutralität in Europa bis 2050 und in Deutschland bis 2045 sagte Scholz, dass dies definitiv von Strom und Wasserstoff abhängen werde. Dafür seien große Investitionen in Erzeugerkapazitäten von Strom nötig, aber "noch größere" Investitionen, die für die höheren Kapazitäten der Stromnetze und für die Verbindung der Stromleitungen zwischen zwei Ländern, den Interkonnektoren, nötig seien. Hier seien Kooperationsprojekte zwischen Deutschland und Belgien nötig. Denn hochleistungsfähige Stromnetze seien das Rückgrat der neu entstehenden Volkswirtschaft.

Angesichts der Größe der Industrie werde diese Klimaneutralität "eine ganz, ganz große Aufgabe", so Scholz. "Das sind zig Milliarden, Hunderte Milliarden, die da investiert werden müssen, damit wir unserer Sicherheit gewährleisten können - rentable Investitionen, also für den globalen Kapitalmarkt endlich mal eine sichere, langfristige Kapitalanlage."

Diese Investitionen müssten auf den Weg gebracht werden. Man wisse um die Aufgabe und sei fest entschlossen, sie zu bewältigen, wie Scholz erklärte.