Schwache Consumer-Sparte

Beiersdorf-Aktie deutlich tiefer: Umsatz- und Margenziel 2026 gesenkt


Beiersdorf-Aktie deutlich tiefer: Umsatz- und Margenziel 2026 gesenkt

Beiersdorf hat nach einem schwachen zweiten Quartal im größten Segment Consumer die Umsatz- und Margenziele auf Konzernebene sowie bei Consumer gesenkt.

Wie der Hamburger Konsumgüterkonzern mit Marken wie Nivea, Eucerin und Tesa mitteilte, rechnet er nun im Gesamtjahr sowohl auf Konzernebene als auch bei Consumer mit organisch rückläufigen Umsätzen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte der Konzern hier einen stagnierenden bis maximal organisch leicht steigenden Umsatz in Aussicht gestellt.

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Die bereinigte EBIT-Marge soll nun auf Konzernebene bei mindestens 11,8 Prozent landen, also deutlich unter Vorjahr anstatt leicht unter Vorjahr (2025: 14 Prozent).

Im Segment Consumer soll die Marge nun mindestens 11,0 Prozent erreichen, ebenfalls deutlich anstatt leicht unter dem Vorjahreswert von 13,6 Prozent.

Beiersdorf will Nivea-Turnaround beschleunigen - 18-Monats-Plan

Beiersdorf will die unerwartet langsame Erholung der Kernmarke Nivea mit zusätzlichen Maßnahmen beschleunigen und die zweite Phase der strategischen Neuausrichtung der Marke sofort einleiten. Ziel sei ein Turnaround des derzeit rückläufigen Wachstums innerhalb der kommenden 18 Monate, teilte der Hamburger Konsumgüterkonzern mit. Damit soll "die Wachstumsdynamik von Nivea für 2027 und darüber hinaus" wiederhergestellt werden.

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In dieser zweiten Phase sollen "erschwingliche und lokal relevante Nivea-Produkte" das Wachstum in allen Kategorien wiederbeleben sowie "Volumenwachstum und Marktdurchdringung" steigern. Dabei will Beiersdorf zusätzlich in "verbraucherorientierte Aktivitäten" investieren. Weil gleichzeitig die Inflation bei den Herstellungskosten (Cost of Goods Sold) anhalte, auch bedingt durch die Krise im Nahen Osten, werden die Investitionen die EBIT-Marge im laufenden Geschäftsjahr belasten.

Beiersdorf hatte bereits angekündigt, die umsatzstärkste Kernmarke des Konzerns strategisch neu ausrichten und wieder auf dauerhaften Wachstumskurs bringen zu wollen. Im ersten Quartal war das noch nicht der Fall, der Umsatzrückgang betrug 7 Prozent. Niveas neue Produkte, von denen sich der Konzern ein Margenverbesserung erhofft, verkaufen sich nur zeitlich verzögert.

Auch durch komplizierte Preispositionierung und intensiven Wettbewerb hatten bereits die RBC-Analysten eher mit einer Verzögerung bei Niveas Trendwende gerechnet.

So reagiert die Beiersdorf-Aktie

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Die Aktien von Beiersdorf haben am Montag mit einem deutlichen Kursrückgang auf die Quartalszahlen und einen eingetrübten Jahresausblick des Konsumgüterkonzerns reagiert. Sie fielen um bis zu 7,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Dabei unterschritten sie die 20-Tage-Linie und kurzzeitig auch die 50-Tage-Linie, die als Indikatoren für den kurzfristigen Trend angesehen werden. Zuletzt notierten die Papiere 3,6 Prozent im Minus bei 77,76 Euro. Der Verlust im bisherigen Jahresverlauf vergrößerte sich auf rund 17 Prozent.

Beiersdorf verzeichnete im zweiten Quartal eine deutlich abgeschwächte Nachfrage in seinem Konsumentengeschäft und senkte daher sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Die Profitabilität (Ebit-Marge) sieht das Unternehmen nun bei mindestens 11,8 Prozent. Zuvor wurde hier ein leichter Rückgang zum Vorjahr mit 14 Prozent erwartet. Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz aus eigener Kraft, sprich bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis fiel von 836 auf 768 Millionen Euro.

Die Zahlen für das erste Halbjahr hätten die Prognosen verfehlt, allerdings nicht gravierend, schrieb Analyst James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Über einen weiteren Rücksetzer für die Erwartungen sei bereits viel diskutiert worden, nun sei er da.

Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein Research sprach von einer Gewinnwarnung enormen Ausmaßes, in deren Folge der Analystenkonsens wohl um 15 Prozent sinken dürfte. Angesichts der ausbleibenden Fortschritte, die der Konsumgüterkonzern mit seiner Kernmarke Nivea mit ihrem zuletzt sehr schwachen Wachstums mache, sei dies aber auch kein so großer Schock.

DOW JONES / (dpa-AFX)

Bildquellen: Jpeg / Shutterstock.com, Beiersdorf

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