Schwächster Anstieg der Erzeugerpreise seit Januar 2021
Von Andreas Plecko
WIESBADEN (Dow Jones)--Der Preisdruck durch die deutschen Erzeugerpreise hat im Mai weiter nachgelassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte um 1,0 Prozent höher als im Mai des Vorjahres. Das ist der geringste Anstieg binnen Jahresfrist seit Januar 2021. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten eine Rate von 1,7 Prozent erwartet. Im April hatte die jährliche Steigerung noch 4,1 Prozent betragen.
Im Vergleich zum Vormonat sanken die deutschen Erzeugerpreise um 1,4 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,6 Prozent erwartet.
Die Energiepreise waren im Mai um 3,3 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Gegenüber April sanken sie um 3,5 Prozent. Die Energiepreise waren nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 stark gestiegen, sind jedoch seit September 2022 wieder um 34,3 Prozent gesunken.
Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise im Mai 3,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat und sanken gegenüber April um 0,4 Prozent.
Bei dieser Statistik werden die Preise ab Fabrik erhoben, also bevor die Produkte und Rohstoffe in den Handel kommen. Die Erzeugerpreise können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation geben. In der Regel schlagen veränderte Erzeugerpreise früher oder später auf den Handel und damit auf die Verbraucher durch.
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June 20, 2023 02:12 ET (06:12 GMT)