SpaceX-Aktie im Blick: So treibt das Satellitengeschäft Starlink das Wachstum an
Börsenneuling SpaceX verdankt seinen operativen Gewinn fast vollständig dem Geschäft mit Satelliteninternet. Das steckt hinter dem Wachstumstreiber Starlink.
• SpaceX steigerte den Umsatz im 2. Quartal 2026 um 92 Prozent
• Segment Connectivity (Starlink) erwirtschaftete rund 55 Prozent des Konzernumsatzes
• Segmente Space (Raketen/Starship) und AI verloren operativ 542 bzw. 1.257 Millionen US-Dollar
SpaceX-Aktie: Quartalszahlen im Blick
SpaceX hat am 4. August 2026 seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, und sie zeichnen das Bild eines Konzerns, der auf einem einzigen soliden Standbein steht, während zwei andere tief in den roten Zahlen stecken.
Laut der offiziellen Quartalsmitteilung des Unternehmens stieg der Umsatz im Quartal bis zum 30. Juni 2026 um 92 Prozent auf 7,814 Milliarden US-Dollar gegenüber 4,071 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar, dieser stellt aber zumindest eine Verbesserung um 467 Millionen gegenüber dem Vorjahresverlust von gut einer Milliarde US-Dollar dar.
Connectivity als einziges profitables Segment
SpaceX gliedert sein Geschäft in drei Segmente: Space (Raketen und Starship), Connectivity (im Wesentlichen Starlink) und AI (künstliche Intelligenz). Die Quartalsmitteilung zeigt: Nur Connectivity erwirtschaftete im zweiten Quartal ein positives operatives Ergebnis, nämlich 1,656 Milliarden US-Dollar, bei einem Segmentumsatz von 4,291 Milliarden US-Dollar. Das Segment Space verzeichnete einen operativen Verlust von 542 Millionen US-Dollar, das AI-Segment ein noch dickeres Minus von 1,257 Milliarden US-Dollar. In Summe stand der Konzern operativ bei einem Minus von 143 Millionen US-Dollar.
Gemessen am Gesamtumsatz von 7,814 Milliarden US-Dollar entfielen davon rund 55 Prozent auf Connectivity. Somit macht der Umsatz von Starlink mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht. Ein ZDF-Bericht bezeichnet die Sparte deshalb als "Cash Cow" des Konzerns.
Das Wachstumstempo bei Connectivity ist laut Quartalsmitteilung ungebrochen: Der Segmentumsatz legte um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, das operative Ergebnis um 79 Prozent. Die Zahl der Starlink-Abonnenten verdoppelte sich binnen eines Jahres auf 12,0 Millionen zum Quartalsende. Gegenüber dem Vorquartal legte die Kundenanzahl um 1,7 Millionen zu. Das operative Ergebnis stieg binnen drei Monaten um 79 Prozent auf 1,66 Milliarden US-Dollar.
Wohin das Geld fließt
Während Connectivity Gewinne abwirft, verschlingen die beiden anderen Segmente hohe Summen. Besonders auffällig ist der Investitionsaufwand (Capex): Im zweiten Quartal 2026 gab SpaceX laut Quartalsmitteilung 15,828 Milliarden US-Dollar allein im AI-Segment aus, gegenüber 1,367 Milliarden US-Dollar bei Connectivity und 1,174 Milliarden US-Dollar bei Space. Der Löwenanteil der Investitionen fließt damit dorthin, wo der Konzern operativ am stärksten verliert.
Eine Nuance liefert das sogenannte Adjusted EBITDA, eine Kennzahl, die unter anderem Abschreibungen und aktienbasierte Vergütungen herausrechnet: Hier erzielte das AI-Segment im zweiten Quartal erstmals einen positiven Wert von 1,146 Milliarden US-Dollar, nachdem es im ersten Quartal 2026 noch bei minus 609 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Der operative Verlust des Segments bleibt davon jedoch unberührt.
Der ZDF-Artikel ordnet die AI-Sparte, die im Unternehmen als SpaceXAI firmiert, als größtes Wachstumspotenzial, aber zugleich größtes Finanzrisiko ein. Laut Quartalsmitteilung stiegen die AI-Umsätze um 247 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,561 Milliarden US-Dollar, getrieben von neuen Cloud-Services-Verträgen im Volumen von 14,1 Milliarden US-Dollar sowie der angekündigten Übernahme des Programmierwerkzeugs Cursor für 60 Milliarden US-Dollar.
Im Raketengeschäft wuchs der Umsatz laut Quartalsmitteilung um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 962 Millionen US-Dollar, während der operative Verlust sich von 369 auf 542 Millionen US-Dollar vertiefte, laut Unternehmensangaben getrieben durch beschleunigte Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in das Starship-Programm.
Ein Reuters-Artikel, welcher bereits vor dem Börsengang von SpaceX veröffentlicht wurde, zeigt, dass diese Struktur nicht neu ist: Bereits damals hieß es, Starlink generiere 50 bis 80 Prozent des SpaceX-Umsatzes, und für das Gesamtjahr 2025 habe SpaceX rund 8 Milliarden US-Dollar EBITDA-Gewinn bei 15 bis 16 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt, wie aus einer exklusiven Reuters-Recherche vom Januar 2026 hervorgehe. Ein direkter Vergleich mit den aktuellen Quartalszahlen ist nur bedingt möglich, da unterschiedliche Zeiträume und Kennzahlen zugrunde liegen.
In der Tendenz bestätigt sich aber: Starlink ist seit Jahren der wirtschaftliche Anker des Konzerns, während Raketen- und KI-Sparte kapitalintensive Wetten auf die Zukunft bleiben.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: rafapress / Shutterstock.com, SpaceX