Software-Bilanz

Zahlen überzeugen: Palantir liefert spektakuläres Quartal - Aktie schießt nach oben


Zahlen überzeugen: Palantir liefert spektakuläres Quartal - Aktie schießt nach oben

Der Softwarekonzern Palantir hat am Montagabend seine Bücher geöffnet. So lief die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal.

0,41 US-Dollar je Aktie hat der Software- und Dienstleistungskonzern Palantir im zweiten Jahresviertel 2026 erwirtschaftet. Damit verdiente das von Peter Thiel gegründete Unternehmen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als noch 0,13 US-Dollar je Aktie in den Büchern gestanden hatten. Die Analystenerwartungen konnte Palantir mit seiner Gewinnentwicklung schlagen. Experten waren im Vorfeld von einem EPS von 0,344 US-Dollar ausgegangen.

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Auch beim Umsatz überzeugte das Unternehmen. Nach 1,00 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum setzte Palantir im aktuellen Berichtsquartal 1,94 Milliarden US-Dollar um und übertraf damit die Markterwartungen von 1,81 Milliarden US-Dollar deutlich. Im Jahresvergleich legten die Erlöse um 93 Prozent zu und haben sich damit nahezu verdoppelt. Allein binnen drei Monaten wuchs der Umsatz um rund ein Fünftel.

US-Geschäft treibt das Wachstum an

Das starke Wachstum kam vor allem aus dem US-Geschäft. Die Erlöse im Heimatmarkt beliefen sich im zweiten Quartal auf 1,57 Milliarden US-Dollar und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs um 90 Prozent auf 809 Millionen US-Dollar. Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software zur Analyse von Geheimdienst- und Militärinformationen. Die Software wird unter anderem vom US-Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt. Das Geschäft mit US-Unternehmen stieg derweil um 149 Prozent auf 764 Millionen US-Dollar.

Palantir-Chef positioniert Unternehmen gegen KI-Vorreiter

Palantir-Chef Alex Karp nutzt den geschäftlichen Rückenwind zudem, um das Unternehmen als Gegengewicht zu führenden KI-Entwicklern wie OpenAI und Anthropic zu positionieren. Palantir könne Unternehmen dabei helfen, bei der Nutzung von KI-Software die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu behalten und bei Bedarf zwischen verschiedenen KI-Anbietern zu wechseln.

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Die großen KI-Labore bestreiten zwar, Kundendaten zum Training ihrer KI-Modelle zu nutzen. In einer Videokonferenz mit Analysten sagte Karp dennoch, Unternehmen zahlten Geld dafür, dass ihr Wissen in KI-Modelle eingebracht werde und damit letztlich ein konkurrierendes Geschäft aufgebaut werden könne.

Palantir hebt Umsatzprognose an

Das Unternehmen hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und übertraf mit seiner Prognose für das laufende Quartal die Markterwartungen.

Das US-Datenunternehmen Palantir hat damit unter den KI-Anlegern für große Erleichterung gesorgt. Die Titel des Unternehmens, das auf Lösungen für die Verarbeitung großer Datenmengen spezialisiert ist, sprangen zeitweise um mehr als ein Viertel auf fast 160 US-Dollar nach oben und näherten sich damit dem Anfang Juni erreichten Jahreshoch von 163,70 US-Dollar.

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Zuletzt gewann die Palantir-Aktie im Handel an der NASDAQ 29,45 Prozent auf 162,66 US-Dollar. Die gesamte KI-Branche und auch die Technologiebörse NASDAQ profitierten von den starken Quartalszahlen.

Die Zahlenvorlagen von Palantir und anderen Unternehmen wie Caterpillar dämmten die Sorgen der Anleger rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die zuletzt an der Technologiebörse Nasdaq einen schwachen Kursverlauf geprägt hatten. Vor allem im Juli waren die Bedenken größer geworden, ob sich die hohen Investitionen in KI-Modelle und Rechenzentren letztlich lohnen und die hohen Bewertungen rechtfertigen.

Mariana Perez Mora von der Bank of America schrieb, die zunehmend starken Ergebnisse spiegelten die erfolgreiche KI-Strategie des Unternehmens wider. Palantirs Ansatz der "souveränen KI" stütze sich auf jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen nationale Sicherheit und hochregulierte Missionen. Dabei gehe es um eine Risikominderung durch die vollständige Kontrolle von Datenflüssen.

Laut dem Analysten Karl Keirstead von der UBS ist Palantir schon seit mehreren Quartalen für hervorragende Ergebnisse bekannt. Nach dem zuletzt schwächeren Kursverlauf stellte sich für ihn die Frage, ob die aktuellen Zahlen ausreichen, um die Stimmung der Anleger wieder zu verbessern. Seine Antwort: "Ja". Er hob das Kursziel für die Aktie auf 220 US-Dollar an, was ein neues Rekordhoch bedeuten würde. Das bisherige Rekordhoch liegt bei 207,52 US-Dollar und stammt aus dem November.

Carolin Ludwig, Julia Walter, Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Piotr Swat / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com

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