SpaceX & KI-Infrastruktur

SpaceX setzt auf NVIDIA - Bernstein sieht Risiken für Aktien von CoreWeave und Nebius


SpaceX setzt auf NVIDIA - Bernstein sieht Risiken für Aktien von CoreWeave und Nebius

Ein exklusiver NVIDIA-Deal von SpaceX setzt laut Bernstein-Analysten das Geschäftsmodell zweier spezialisierter Cloud-Anbieter unter Druck.

  • Musk kündigt exklusiven NVIDIA-Kurs für das KI-Compute-Geschäft von SpaceX an
  • Bernstein warnt vor Folgen für Chip-Zuteilungen bei Cloud-Anbietern
  • Starmind AI1 soll als erstes Orbital-Rechenzentrum auf Vera-Rubin-Technik setzen
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SpaceX macht Nägel mit Köpfen und setzt in seiner KI-Rechensparte künftig ausnahmslos auf Technik von NVIDIA. Das gab Elon Musk auf der ersten Analystenkonferenz seit dem Gang an die Börse bekannt. Ein Schritt mit Sprengkraft: Die Experten von Bernstein warnen bereits, dass SpaceX dadurch bei der begehrten Chip-Vergabe ganz nach vorne rücken könnte - zum Nachteil der spezialisierten Cloud-Ausrüster CoreWeave und Nebius.

SpaceX setzt auf exklusive NVIDIA-Partnerschaft

Im Rahmen der jüngsten Zahlenrunde begründete Musk den Schritt pragmatisch: Die Vera-Rubin-Architektur des Halbleiterriesen sei schlicht das Leistungsfähigste, was der Markt derzeit hergebe. Entsprechend selbstbewusst fallen die Erwartungen an den Nachschub aus: Musk rechnet fest damit, sich im kommenden Jahr ein mächtiges Stück vom Lieferkuchen der begehrten Grafikprozessoren zu sichern. Und die Pläne sind konkret: Das Herzstück des ersten Weltraum-Rechenzentrums namens "Starmind AI1", dessen Start für nächstes Jahr angesetzt ist, bildet ein speziell angepasster Vera-Rubin-NVL72-Rechner.

Der Strategiewechsel trifft auf ein rasantes Rekordwachstum. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig schrumpfte der Nettoverlust um 467 Millionen auf noch 541 Millionen US-Dollar. Treibstoff für diese Bilanz lieferte vor allem das KI-Segment: Bei Quartalsinvestitionen von 15,83 Milliarden US-Dollar schoss der Umsatz um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden US-Dollar nach oben - und bescherte der Sparte mit 1,15 Milliarden US-Dollar erstmals ein positives bereinigtes EBITDA.

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Bernstein sieht Aktien von CoreWeave und Nebius unter Druck

Nach Einschätzung des Analysehauses Bernstein, über die MarketWatch berichtet, bringt der Exklusiv-Deal die Lieferketten der Branche ins Wanken. Rückt SpaceX bei den Lieferprioritäten an die Spitze, geraten sogenannte Neocloud-Anbieter wie CoreWeave und Nebius ins Hintertreffen. Für ihr Geschäftsmodell ist der schnelle Zugang zu aktueller NVIDIA-Hardware entscheidend. Beide Anbieter haben erst kürzlich jeweils zwei Milliarden US-Dollar an Eigenkapital von NVIDIA kassiert - eine Finanzspritze, die gewöhnlich Vorrang beim Hardware-Zugriff sichert - und gehörten zu den Vorreitern bei Systemen wie der GB200 NVL72 oder der Blackwell-Reihe. Bis 2030 peilen beide Häuser gigantische KI-Rechenkapazitäten von jeweils über fünf Gigawatt an.

Im Gegensatz zu Schwergewichten wie Amazon, Alphabet oder Microsoft, die eigene Silizium-Lösungen entwickeln und am Verhandlungstisch mehr Gewicht auf die Waagschale bringen, hängen CoreWeave und Nebius am Tropf von NVIDIA. Für den Chipkonzern entsteht damit eine Zwickmühle: Eigentlich sollten die Milliarden-Investitionen in die beiden Cloud-Spezialisten neue Vertriebskanäle in den breiten KI-Markt öffnen. Werden die Chips nun aber bevorzugt Richtung SpaceX umgeleitet und gerät der Ausbau von CoreWeave und Nebius ins Stocken, bleiben kleinere KI-Firmen auf der Strecke - was letztlich NVIDIAs eigenen adressierbaren Markt ausbremsen könnte.

Weitere Expansion und Analystenbild

Gleichzeitig schaltet SpaceX auch an anderen Fronten in den Vorwärtsgang. Erst vor wenigen Wochen fädelte der Konzern die Übernahme des KI-Programmier-Start-ups Cursor für 60 Milliarden US-Dollar ein. Laut einem Bericht von The Information könnte der Deal, der die Zusammenlegung mit den SpaceXAI-Teams vorsieht, womöglich schon Ende dieser Woche vollzogen werden. Nach der Cursor-Meldung legten SpaceX und der US-Autobauer Tesla nach: Für die gemeinsame Chip-Fabrik "Terafab" im texanischen Grimes County wurden initial 16,8 Milliarden US-Dollar zugesagt. Im Endausbau könnte das Projekt bis zu 119 Milliarden US-Dollar verschlingen und mindestens 3.000 Arbeitsplätze schaffen.

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An der Wall Street stößt dieser Expansionskurs überwiegend auf Wohlwollen: Von 32 Analysten vergeben 24 eine Kaufempfehlung, sechs plädieren auf Halten und lediglich zwei raten zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel taxieren die Experten auf 226,14 US-Dollar. JPMorgan-Analyst Doug Anmuth stützte seine "Overweight"-Einstufung nach den Zahlen und hob das Ziel von 225 auf 240 US-Dollar an. Auch Argus-Research-Analyst Steven Silver drehte an der Schraube und stufte das Papier im Nachgang des Zahlenwerks von "Hold" auf "Buy" hoch, versehen mit einem Kursziel von 160 US-Dollar.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Kevork Djansezian/Getty Images, SpaceX

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