Speicherchip-Nervosität

Micron-Aktie dreht ins Plus: Sorgen um China bremsen die Erholung nur zeitweise


Micron-Aktie dreht ins Plus: Sorgen um China bremsen die Erholung nur zeitweise

Kaum hatte Samsung die Micron-Aktie zurück auf Kurs gebracht, drückte am Montag neue Nervosität wegen der chinesischen Konkurrenz den Kurs zeitweise wieder nach unten.

  • Micron-Aktie zeitweise belastet
  • Sorge vor chinesischer DRAM-Konkurrenz durch CXMT
  • Analystenkonsens sieht trotz Rückschlag noch deutliches Potenzial
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Die Micron-Aktie gab im NASDAQ-Handel am Montag zunächst nach, drehte im Verlauf aber ins Plus und gewann letztlich 0,74 Prozent auf 829,11 US-Dollar. Nach der kräftigen Erholung der vergangenen Handelstage hatten Anleger zeitweise wieder Gewinne mitgenommen, denn die Sorge vor wachsender chinesischer Konkurrenz für den größten US-Speicherchiphersteller ist nicht verschwunden.

Chinesischer Rivale bleibt Belastung

Auslöser der Nervosität ist der Börsengang von ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT, Ende Juli in Shanghai. Der chinesische Speicherchiphersteller schoss am ersten Handelstag zeitweise um mehr als 500 Prozent nach oben, zum Handelsschluss blieb ein Plus von rund 466 Prozent übrig. Damit erreichte CXMT eine Marktbewertung von umgerechnet fast 490 Milliarden US-Dollar und rückte als ernstzunehmender Anbieter von Standard-DRAM-Speicher in den Fokus der Anleger. Zusätzlich befeuern Berichte über Fortschritte chinesischer Hersteller bei Lithografiemaschinen für die Chipproduktion die Sorge, die technologische Lücke zu den etablierten Anbietern könnte sich schneller schließen als erwartet.

Samsung hatte die Erholung erst ausgelöst

Kurz zuvor hatte ausgerechnet der südkoreanische Rivale Samsung Electronics für Erleichterung gesorgt. Der Speicherchiphersteller meldete am Donnerstag einen Rekordgewinn im zweiten Quartal 2026 und wies gleichzeitig darauf hin, dass die Angebotslücke bei Speicherchips mindestens bis 2028 bestehen bleiben dürfte. Die Aussage traf einen Nerv und ließ Micron-Aktien binnen weniger Tage kräftig zulegen, nachdem der Titel zuvor durch die CXMT-Sorgen deutlich unter Druck geraten war. Der aktuelle Rückschlag zeigt jedoch, wie schnell diese Erholung wieder ins Wanken geraten kann, sobald neue Nachrichten aus China die Stimmung eintrüben.

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Geschäft läuft operativ auf Rekordniveau

Operativ steht Micron so gut da wie selten zuvor. Im dritten Fiskalquartal 2026, das Ende Mai schloss, wuchs der Umsatz um rund das Vierfache auf 41,46 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 25,11 US-Dollar. Für das laufende vierte Fiskalquartal stellt der Konzern einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einer Bruttomarge von etwa 86 Prozent. Mehrjährige Lieferverträge mit einem Gesamtvolumen von rund 100 Milliarden US-Dollar sichern einen erheblichen Teil der Produktion bereits fest ab und nehmen dem Preiswettbewerb mit CXMT zumindest für dieses Volumen die Schärfe.

Analysten bleiben für Micron-Aktie trotz Rückschlag optimistisch

Der Analystenkonsens bleibt laut TipRanks-Daten trotz der jüngsten Kursschwankungen optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel für die Micron-Aktie liegt bei rund 1.569 US-Dollar, die Spanne reicht von 1.100 bis 2.200 US-Dollar. Die höchste Marke setzt Melius Research, das sein Kursziel Ende Juni von 1.100 auf 2.200 US-Dollar anhob. Unter den zuletzt aktiven Analystenstimmen überwiegen klar die Kaufempfehlungen, eine Verkaufsempfehlung fehlt komplett.

Alexandra Hesse, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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