Fast 40 Prozent verloren: Micron-Aktie steuert auf tiefrote Monatsbilanz zu
Fast 40 Prozent Kursverlust seit dem Rekordhoch: Die Micron-Aktie steckt in einem heftigen Abverkauf. Anleger fürchten den wachsenden Druck durch China.
- Micron-Aktie mit tiefroter Monatsbilanz
- Auslöser ist der spektakuläre Börsengang des chinesischen Speicherchip-Konkurrenten CXMT
- Operative Verfassung von Micron bleibt trotz der Sorgen stark
Die Micron-Aktie gerät weiter unter Druck: An der NASDAQ schloss das Papier am Mittwoch bei 739,00 US-Dollar, ein Minus von 81,53 US-Dollar oder 9,94 Prozent. Am Donnerstag kommt es zu einer Gegenbewegung, so geht es zeitweise 16,9 Prozent auf 863,89 US-Dollar nach oben. Dennoch hat sich die Aktie seit dem Rekordschlusskurs von 1.213,37 US-Dollar am 25. Juni um rund 39 Prozent verringert und steuert damit auf einen der stärksten Monatsverluste seit rund elf Jahren zu.
China-Börsengang als Auslöser
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist der Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) in der vergangenen Woche an der Shanghaier Star-Börse. Das Unternehmen nahm dabei umgerechnet rund 8,6 Milliarden US-Dollar ein und schoss am ersten Handelstag um 466 Prozent nach oben, auf eine Marktbewertung von zeitweise rund 487 Milliarden US-Dollar. Damit wurde CXMT zum wertvollsten an einer chinesischen Festlandbörse notierten Unternehmen.
Sorge vor aufgebrochenem Oligopol
Der Börsengang schürt Sorgen, dass ein staatlich unterstützter, gut kapitalisierter chinesischer Anbieter das bislang von Samsung, SK hynix und Micron dominierte Oligopol bei Speicherchips aufbrechen könnte. CXMT hält nach Marktschätzungen bereits einen Anteil von rund 7 bis 8 Prozent am globalen DRAM-Markt, Tendenz steigend. Zusätzlich belastete ein enttäuschender Ausblick des südkoreanischen Konkurrenten SK hynix trotz Rekordgewinnen die Stimmung im gesamten Speicherchipsektor.
Fundamentaldaten sprechen gegen Panik
Gegen die Sorgen spricht die operative Verfassung von Micron selbst. Das Unternehmen hatte zuletzt einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar im dritten Geschäftsquartal 2026 gemeldet und den eigenen Ausblick angehoben, gestützt auf Lieferverträge mit Abnahmeverpflichtung von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Rolf Bulk, Analyst bei Futurum Group, betonte am Vortag gegenüber CNBC, CXMT liege bei Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen technologisch weiterhin rund zwei bis drei Generationen zurück und könne den Rückstand wegen eingeschränktem Zugang zu Fertigungsanlagen von ASML nicht kurzfristig aufholen.
Billionen-Dollar-Status verloren
Der jüngste Kursrutsch hat auch symbolische Folgen: Micron war erst Ende Mai in den Kreis der Billionen-Dollar-Unternehmen aufgestiegen und musste den elitären Kreis in dieser Woche wieder verlassen.
Im Blick behalten dürften Anleger, ob CXMT tatsächlich in der Lage ist, die Kapazitäten für hochwertigen Speicher wie HBM auszubauen, oder ob sich die Wachstumsgrenzen bestätigen, auf die Analysten wie Bulk verweisen.
Claudia Stephan, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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