Infineon-Aktie hebt ab: Chip-Rally und JPMorgan sorgen für Rückenwind
Die Infineon-Aktie legt kräftig zu und setzt sich an die DAX-Spitze. Rückenwind liefern starke Signale aus dem Chipsektor sowie die bestätigte Kaufempfehlung von JPMorgan.
- Infineon-Aktie profitiert von Microsoft, Amazon und Co.
- Aktie ist Spitzenreiter im DAX
- JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande bestätigt das Kursziel
Die Infineon-Aktie schloss am Freitag via XETRA letztlich um 3,7 Prozent auf 61,67 Euro nach oben und setzt sich damit an die Spitze des DAX. Der Sprung fällt zusammen mit einer Studie von JPMorgan, in der Analyst Sandeep Deshpande die Einstufung "Overweight" vor den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal bestätigt und sein Kursziel von 96 Euro unverändert lässt. Laut seinem am Donnerstag veröffentlichten Ausblick spricht einiges dafür, dass Infineon die Markterwartungen übertrifft, weil Wettbewerber im laufenden Berichtszyklus bereits kräftige Ergebnisse vorgelegt haben. Nach mehreren schwächeren Handelstagen in Folge wirkt die Kombination aus Analystenzuspruch und Branchendynamik wie ein Weckruf für Käufer.
Breite Erholung im Chipsektor treibt die Infineon-Aktie
Der Kursschub bei Infineon ist Teil einer breiteren Erholung im Halbleitersektor. Ausgangspunkt war ein kräftiger Kursanstieg an der NASDAQ am Donnerstag, nachdem Microsoft starke Quartalsergebnisse vorgelegt hat. In der Folge verbuchten auch AMD, Micron und Intel kräftige Tagesgewinne. Auch die starken Zahlen von Amazon, die am Donnerstag nachbörslich vorgelegt wurden, beflügeln Chip-Aktien am Freitag. Mit SK hynix und Samsung zogen die asiatischen Schwergewichte der Speicherchipbranche nach. Infineon schwimmt auf dieser Welle mit, allerdings aus einer geschwächten Ausgangslage: In den 30 Tagen vor der Erholung hatte die Aktie gut 20 Prozent verloren und kämpfte mit einer harten Korrektur. Der heutige Sprung markiert damit zugleich die erste spürbare Gegenbewegung nach einer länger anhaltenden Schwächephase.
Warum JPMorgan bei der Infineon-Aktie optimistisch bleibt
Deshpande begründet seine Zuversicht mit der Preispolitik des Konzerns. Wegen der vorgenommenen Preiserhöhungen könnte Infineon nach seiner Einschätzung sowohl die Umsatzprognose als auch in der Folge die Margenprognose nach oben korrigieren. Das wäre ein Signal, das über das reine Bestätigen der bisherigen Einstufung hinausgeht, denn eine angehobene Prognose würde die zuletzt gedämpfte Stimmung im Halbleitersektor konkret mit Zahlen unterlegen. Der Zeitpunkt der Studie ist kein Zufall: Sie liegt kurz vor der Berichtssaison, in der sich zeigen wird, ob die Erwartungen der Wettbewerber auch für Infineon tragen. Bereits jetzt gilt das Kursziel von 96 Euro als eines der ambitionierteren am Markt für den Chipkonzern. Die Einstufung Overweight ist zudem keine Kehrtwende, sondern die Bestätigung einer bereits bestehenden Haltung des Hauses gegenüber dem Papier.
Nächster Test folgt mit den Quartalszahlen
Ob sich der Optimismus von JPMorgan bestätigt, entscheidet sich an den Zahlen selbst. Infineon meldet die Ergebnisse zum dritten Geschäftsquartal am 5. August, und genau dort dürfte sich zeigen, ob die von Deshpande erwartete Anhebung der Umsatz- und Margenprognose tatsächlich eintritt. Bis dahin bleibt der heutige Kurssprung ein Vorschuss auf eine Geschichte, deren Ausgang erst die Berichtssaison liefert.
Bettina Schneider, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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