Streaming im Blick

Gewinn besser als erwartet: Warum die Netflix-Aktie trotz guter Zahlen plötzlich einbricht


Gewinn besser als erwartet: Warum die Netflix-Aktie trotz guter Zahlen plötzlich einbricht

Mit Spannung hatten Anleger auf die Zahlen des Streamingriesen Netflix gewartet. So fiel die nachbörslich präsentierte Bilanz aus.

  • Netflix übertrifft im zweiten Quartal 2026 die Gewinnerwartungen der Analysten.
  • Der Umsatz verfehlt die Konsensschätzung knapp trotz zweistelligen Wachstums.
  • Die Netflix-Aktie fällt wegen schwacher Prognose.
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Die Netflix-Aktie knickt nachbörslich deutlich ein, obwohl der Streaming-Konzern im zweiten Quartal 2026 mehr verdient hat als von Analysten erwartet. Anleger überzeugte das alles nicht: Im Freitagshandel fiel der Kurs an der NASDAQ letztlich um 7,26 Prozent auf 68,95 US-Dollar. Der Grund liegt nicht in den eigentlichen Quartalszahlen, sondern im Ausblick: Netflix rechnet für das laufende Quartal mit weniger Wachstum, als der Markt eingepreist hatte.

Netflix-Aktie trotz Gewinnüberraschung unter Druck

Für das zweite Quartal 2026 weist Netflix ein Ergebnis je Aktie von 0,80 US-Dollar aus, nachdem Analysten im Schnitt nur 0,786 US-Dollar auf dem Zettel hatten. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn je Aktie noch bei 0,720 US-Dollar gelegen, ein Plus von gut elf Prozent. Die operative Marge sank dabei leicht von 34,1 auf 33,4 Prozent. Dass die Aktie trotz dieser Gewinnüberraschung so deutlich nachgibt, zeigt, wie stark der Blick der Anleger auf das Wachstumstempo statt auf die reine Profitabilität gerichtet ist.

Schwache Prognose als zusätzliche Belastung

Für das dritte Quartal 2026 stellt Netflix ein Umsatzwachstum von rund zwölf Prozent auf 12,86 Milliarden US-Dollar in Aussicht, während Analysten mit rund 13 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Auch beim Ergebnis je Aktie liegt die Prognose von 0,82 US-Dollar unter der Erwartung von 0,84 US-Dollar. Den Jahresausblick hat Netflix zugleich verengt: Für 2026 rechnet der Konzern nun mit 51,0 bis 51,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, nach zuvor 50,7 bis 51,7 Milliarden US-Dollar, bei einer weiterhin geplanten operativen Marge von 31,5 Prozent.

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Umsatz knapp unter den Erwartungen

Im abgelaufenen Quartal setzte Netflix 12,56 Milliarden US-Dollar um und verfehlte damit die Analystenschätzung von 12,58 Milliarden US-Dollar knapp. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz noch bei 11,08 Milliarden US-Dollar gelegen, das Wachstum lag damit bei rund 13 Prozent.

Marktforscher-Daten belasten: Wachstum bei Nutzerzahlen verlangsamt

Ein weiterer Auslöser waren Marktforscher-Daten, die den Eindruck erweckten, dass Zuschauerzahlen ab der zweiten Staffel selbst populärer Netflix-Serien sinken. Die Rückgänge zwischen der ersten und der zweiten Staffel hätten sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verringert, sagte dagegen Co-Chef Ted Sarandos vor Analysten.

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Zugleich will der Videostreaming-Marktführer künftig nur noch jährlich statt zweimal pro Jahr Angaben zur Popularität seiner Filme und Serien veröffentlichen. Das Netflix-Management betont außerdem, es bestehe nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang zwischen der Zahl der Stunden, die Kunden vor dem Bildschirm verbringen, und den Erlösen.

Obwohl Netflix nach wie vor mehr Abonnenten und Zuschauer hat als jeder andere kostenpflichtige Streaming-Dienst, hat sich das Umsatzwachstum verlangsamt. In der ersten Jahreshälfte hatte Netflix mit einer monatelangen Flaute bei neuen Hits zu kämpfen; zudem taten sich viele bereits etablierte Serien schwer, ihr Publikum in den neuen Staffeln zu halten.

"Wir steuern das Geschäft nicht von Quartal zu Quartal", sagte Finanzvorstand Spencer Neumann in der Telefonkonferenz mit Analysten. Netflix habe erst etwa 45 Prozent seines adressierbaren Marktes erschlossen und mache lediglich fünf Prozent der weltweiten Fernsehnutzung aus, erklärte er. Der Umsatz des Unternehmens werde in diesem Jahr um sechs Milliarden Dollar steigen.

Netflix investiert derzeit vermehrt in neue Arten von Inhalten, wie etwa Live-Sportübertragungen und Video-Podcasts. Podcasts ziehen vermehrt Zuschauer am Tag und auf Mobilgeräten an, während Live-Formate - gemessen an ihrem tatsächlichen Anteil an der Gesamtnutzungszeit - überproportional viele Kunden gewonnen haben, so das Unternehmen.

KI in der Produktion

Zudem hob das Unternehmen den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz (KI) bei etwa 300 Produktionen hervor. So würden etwa mit Hilfe KI Menschenmengen oder Szenen historischer Schlachten erzeugt, sagte Co-Chef Ted Sarandos vor den Analysten.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: XanderSt / Shutterstock.com, Netflix

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