Studie: Weiterer Einbruch in der Bauindustrie 2024 - Erholung ab 2025


BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Bauindustrie wird auch im kommenden Jahr eine sinkende Produktion verzeichnen und sich erst ab 2025 wieder erholen. Das ist das Fazit einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger. Als Grund für die Krise der deutschen Bauindustrie verweisen die Experten auf externe Schocks, wie die Inflation, steigende Zinsen und geopolitische Konflikte. In ihrer Studie "Construction Radar" erwarten die Experten für 2023 ein Minus bei der Bauproduktionsleistung in Höhe von 6,2 Prozent für den deutschen Markt und für 2024 einen weiteren Rückgang um 6,2 Prozent.

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Bei einem "realistischen Szenario" sei dann mit einer Erholung ab 2025 zu rechnen. Die Experten erwarten für 2025 ein Wachstum von 3 Prozent. Roland Berger sieht die Bauunternehmen angesichts dieses Ausblicks auf einer Gratwanderung. Sie müssten sich kurzfristig gegen die Risiken absichern, Margen in einem schrumpfenden Markt mit Gegenmaßnahmen verteidigen und gleichzeitig eine Strategie für die anstehende Markterholung entwickeln.

"Es geht für Unternehmen um Geschwindigkeit", sagte Kai-Stefan Schober, Partner bei Roland Berger. "Sie müssen spätestens jetzt ihre Strukturen auf den noch weiter zu erwartenden Markteinbruch anpassen, um sich so effektiv und effizient wie möglich aufzustellen, sodass sie im Aufschwung einen strategischen und operativen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben."

Eine Kostensenkung und die Erhöhung der Liquidität allein reichten nicht aus. Vielmehr sollten Unternehmen Prozesse und Strukturen verbessern und sich auf verschiedenste Wachstumsszenarien nach der Normalisierung des Marktes in 2025 vorbereiten.

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Wohnungsbau schwächelt

Die aktuelle Schwäche der Bauindustrie führen die Experten vor allem auf die steigenden Zinssätze zurück. Diese machten Neubauprojekte insbesondere im Wohnungsbau für viele unerschwinglich und reduzierten damit Investitionen. Gleichzeitig führten die wiederholten Zinssprünge und gestiegene Baukosten zu mehr Projektprüfungen, Verzögerungen und sogar Projektstornierungen.

Besonders der Wohnungsbau zeichne sich durch eine schwache Auftragslage aus, denn seit Beginn des Jahres 2023 seien hier die Auftragseingänge um 17,6 Prozent zurückgegangen. Auch der Nichtwohnungsbau verzeichnet einen Rückgang von insgesamt 6 Prozent. "Wir erwarten keine signifikante Verbesserung bei der Auftragslage in den kommenden Monaten", sagte Kai-Stefan Schober, "allerdings gehen wir davon aus, dass sie sich Ende 2024 stabilisieren und dann langsam, aber kontinuierlich wachsen wird."

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 14, 2023 04:14 ET (09:14 GMT)