Systemrisikorat ESRB sieht hohe Risiken für Finanzstabilität


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Systemrisikorat ESRB (European Systemic Risk Board) sieht weiterhin hohe Stabilitätsrisiken für den Finanzsektor der EU. In einer Pressemitteilung anlässlich einer Sitzung seines Verwaltungsrat heißt es: "Das Ende des lang anhaltenden Niedrigzinsumfelds hat die Risikolandschaft weltweit verändert, wobei die vollen Auswirkungen des starken Zinsanstiegs erst mit der Zeit spürbar werden."

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Die Turbulenzen im Bankensektor der USA und der Schweiz haben laut ESRB die Unsicherheit erhöht und die Wahrnehmung der Banken durch den Markt verändert - unter anderem in Bezug auf das Engagement in langfristigen festverzinslichen Wertpapieren, die Stabilität der Einlagenfinanzierung und das Potenzial für rasche Abflüsse von nicht versicherten Einlagen.

Für die nächste Zeit sieht das Gremium drei wichtige Risiken:

1. Das schwache makroökonomische Umfeld kann zu einer Verschlechterung der Asset-Qualität führen

2. Der Anstieg der Refinanzierungskosten der Banken wird die Nettozinserträge verringern

3. Die rückläufige Kreditnachfrage wird wahrscheinlich zu einem Rückgang des Kreditvolumens führen.

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Der ESRB weist ferner darauf hin, dass der Immobilienzyklus seinen Wendepunkt erreicht und in einigen Ländern sogar überschritten habe. "Die rückläufige Zahl der Transaktionen und die Indikatoren für den Kreditmarkt deuten darauf hin, dass die Korrektur auf den Wohnimmobilienmärkten in Zukunft noch an Breite gewinnen dürfte."

Auf dem Markt für Gewerbeimmobilien sind die Investitionen angesichts der sich verschlechternden Stimmung in der Wirtschaft, der negativen Rentabilitätsaussichten, der steigenden Finanzierungskosten und der strengeren Kreditstandards weiter zurückgegangen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 29, 2023 04:48 ET (08:48 GMT)