Aktien von SAP, Salesforce und Co. kräftig im Minus: Anleger kehren zu Chip-Aktien zurück
Software-Aktien geben ihre Vortagsgewinne am Donnerstag wieder ab. Nach der jüngsten Erholung sorgen Gewinnmitnahmen und eine Rotation zu Gunsten von Chip-Aktien für Druck.
- Software-Aktien unter Druck
- Vortagsgewinne verpuffen
- Anleger schichten erneut um
Software-Aktien gaben die Gewinne vom Vortag am Donnerstag wieder ab. SAP fiel im XETRA-Handel letztlich um 3,78 Prozent auf 155,92 Euro. Im US-Handel an der NYSE brach ServiceNow um 4,92 Prozent auf 110,07 US-Dollar ein, Salesforce verlor 4,07 Prozent auf 180,71 US-Dollar. Beide Werte waren am Mittwoch noch zeitweise um mehr als drei beziehungsweise vier Prozent gestiegen. Auch Adobe gab an der NASDAQ deutlich ab: Die Aktie sackte letztlich um 5,9 Prozent auf 247,90 US-Dollar ab.
Kurze Rotation ins Software-Lager dreht sich
Der Rücksetzer kommt nur einen Tag, nachdem genau diese Werte von einer Kapitalflucht aus Chip-Aktien profitiert hatten. Am Mittwoch waren Halbleiterwerte weltweit unter Druck geraten, während Anleger in vermeintlich sicherere Software-Titel wie SAP, ServiceNow und Salesforce umschichteten. Dieses Muster hatte der Markt in diesem Sommer bereits mehrfach beobachtet: Sobald Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms die Chipbranche belasten, dreht das Kapital kurzfristig in Richtung jener Softwarekonzerne, die zuvor selbst als KI-Verlierer galten. Am Donnerstag kehrt sich das Bild jedoch um, und die Rotationsgewinne verpuffen ebenso schnell, wie sie entstanden waren.
Warnung vor der Kehrtwende kam nicht überraschend
Marktbeobachter hatten bereits in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass sich diese Rotation schnell umkehren könnte: Sollte sich die Stimmung gegenüber Chip-Werten wieder aufhellen, könnte ein Teil der Software-Gewinne rasch wieder verschwinden, hieß es zuletzt in mehreren Einschätzungen zum Sektor. Genau dieses Szenario zeichnet sich am Donnerstag ab. Die Kapitalflüsse, die SAP, ServiceNow und Salesforce erst am Vortag beflügelt hatten, laufen offenbar in die andere Richtung, während sich bei zuvor abgestraften Halbleiterwerten eine Gegenbewegung beobachten lässt.
SAP-Aktie und Co. unter Druck: Alte Sorge um KI-Disruption meldet sich zurück
Für SAP, ServiceNow, Salesforce und Adobe kommt der erneute Kursdruck nicht aus dem Nichts. Bereits zu Jahresbeginn 2026 hatten Anleger Software-Anbieter massiv abgestraft, weil sie befürchteten, dass KI-Agenten klassische Software-Abonnements in Teilen überflüssig machen könnten. Seither pendelt der Sektor zwischen Erholungsphasen, in denen robuste Quartalszahlen und neue KI-Produkte Zuversicht schaffen, und Rückschlägen, wenn Kapital wieder in Richtung Halbleiterwerte abwandert. Der heutige Kursrutsch zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann, sobald sich die Kapitalflüsse zwischen den beiden Lagern erneut verschieben.
Gewinnmitnahmen belasten Software-Aktien zusätzlich
Neben der Sektorrotation könnten auch klassische Gewinnmitnahmen den Rückgang der Software-Werte verstärkt haben. Nachdem SAP, ServiceNow, Salesforce und Adobe am Vortag deutlich zulegen konnten, nutzten einige Anleger die Erholung offenbar, um kurzfristig Gewinne zu realisieren. Gerade nach starken Kursbewegungen innerhalb weniger Handelstage können solche Rücksetzer auftreten, ohne dass sich die langfristige Einschätzung zu den Unternehmen grundlegend verändert hat.
Ob sich die Rotation in den kommenden Handelstagen wieder zugunsten der Software-Werte dreht, wie es in diesem Sommer bereits mehrfach der Fall war, dürfte sich zeigen. Anleger dürften vor allem darauf achten, wie sich die Kapitalflüsse zwischen Chip- und Softwarewerten in den nächsten Sitzungen entwickeln und ob weitere Quartalsberichte aus der Techbranche neue Impulse liefern.
Bettina Schneider, Julia Walter, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
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