Tencent-Quartalszahlen

KI-Offensive belastet: Tencent liefert beim Gewinn zu wenig - Wie wird die Aktie reagieren?


KI-Offensive belastet: Tencent liefert beim Gewinn zu wenig - Wie wird die Aktie reagieren?

Tencent wächst im zweiten Quartal 2026 beim Umsatz zweistellig, verfehlt beim Gewinn aber die Erwartungen der Analysten.

  • Umsatz steigt um 11 Prozent auf 204,8 Milliarden Yuan
  • Nettogewinn bleibt mit 56 Milliarden Yuan unter Konsens
  • KI-Investitionen belasten die Profitabilität zunehmend
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Tencent hat am Mittwoch seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt: Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 204,8 Milliarden Yuan und traf damit die Markterwartung. Der Nettogewinn wuchs dagegen nur leicht auf 56 Milliarden Yuan und blieb klar unter dem Analystenkonsens von 61,8 Milliarden Yuan.

Tencent-Aktie vor Verlusten?

Die Tencent-Aktie konnte noch nicht auf die Zahlen reagieren, da diese nach offiziellem Börsenschluss präsentiert wurden. Am Mittwoch hatte der Anteilsschein in Hongkong 1,95 Prozent auf 461,60 HKD verloren und damit an seine schwache Entwicklung angeknüpft, die Anlegern seit Jahresstart Verluste von rund 23 Prozent in ihren Depots beschert hat.

Werbung und Gaming liefern, der Gewinn hinkt hinterher

Tencent Holdings verdankt das Umsatzplus dabei starken Werbeerlösen und stabilen Gaming-Einnahmen. Die 204,8 Milliarden Yuan lagen nahe am Analystenkonsens von 202,2 Milliarden Yuan. Der Gewinn blieb wie im Lead beschrieben deutlich unter dem Analystenkonsens. Reuters ordnet die Diskrepanz den ausgeweiteten Investitionen in künstliche Intelligenz zu.

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Vor der Veröffentlichung hatten 15 Analysten im Schnitt ein Ergebnis je Aktie von 7,30 Yuan erwartet, 27 Analysten rechneten mit einem Quartalsumsatz von 202,27 Milliarden Yuan. Für das Gesamtjahr 2026 liegt der Konsens von 42 Analysten bei einem Gewinn von 29,62 Yuan je Aktie, 48 Analysten kalkulieren mit einem Jahresumsatz von 825,70 Milliarden Yuan.

Tencent-Aktie: Markt reagierte bereits im Vorfeld nervös

Ob Anleger die Aktie am kommenden Handelstag auf Talfahrt schicken, bleibt abzuwarten, denn der Markt hatte in der Vergangenheit sensibel insbesondere auf das Kerngeschäft Gaming reagiert. Ende Juli geriet die Aktie stark unter Druck. Auslöser waren Marktgerüchte wonach die Mobile-Gaming-Umsätze schwächer als erwartet ausfallen könnten. Der Marktkonsens hatte bis dahin noch mit einem Wachstum von rund 11 Prozent im Gaming-Bereich gerechnet. Bereits vor diesem Kursrutsch hatte Tencent angekündigt, die KI-Ausgaben auf über 36 Milliarden Yuan aufzustocken, das Aktienrückkaufprogramm aufzustocken und das Spielestudio SuperPlay von Playtika für 1,0 bis 1,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.

CEO bleibt optimistisch

Tencent-Chef und CEO Ma Huateng erklärte, dass das Unternehmen zu Beginn des dritten Quartals bedeutende Fortschritte auf dem Weg zu einem KI-gestützten Ökosystem erzielt habe. Dies gelte für die Bereiche Intelligenz, Anwendungen und Infrastruktur. Auf Modellebene überzeuge die Produktionsversion von Hy3 durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und bereite den Weg für zukünftige Spitzenmodelle der Hy-Familie. Bei den Anwendungen verzeichnen das Produktivitätstool WorkBuddy und der Programmierassistent CodeBuddy starkes Nutzerwachstum und sind in China bereits Marktführer. Um diese Nutzung künftig effizient zu monetarisieren, wurden die Investitionen in die Recheninfrastruktur deutlich aufgestockt. Parallel dazu wachsen bestehende Segmente wie das Werbegeschäft, neue Spiele sowie die Abrufe auf Weixin Video Accounts weiterhin dynamisch.

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Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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