Tesla-Konkurrent

Lucid-Aktie stürzt nach Zahlen ab - jetzt muss CEO Napoli Milliarden sparen


Lucid-Aktie stürzt nach Zahlen ab - jetzt muss CEO Napoli Milliarden sparen

Nach den Zahlen zum zweiten Quartal gerät die Lucid-Aktie unter Druck. Ein Blick auf die Details zeigt, wie groß die Baustellen beim E-Autobauer wirklich sind.

  • Lucid meldet im zweiten Quartal einen Verlust von mehr als 1 Milliarde US-Dollar
  • Der Umsatz stieg um 56 Prozent
  • Lucid-Chef Napoli plant ein Sparprogramm über 1,4 Milliarden US-Dollar
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Lucid hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt und zugleich einen umfassenden operativen Neustart angekündigt. Anleger reagierten prompt und straften die Aktie ab: So geht es am Mittwoch an der NASDAQ zeitweise um 16,83 Prozent auf 6,47 US-Dollar abwärts.

Nettoverlust wächst auf über eine Milliarde US-Dollar

Der Nettoverlust von Lucid stieg im zweiten Quartal auf mehr als eine Milliarde US-Dollar, nach 539 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Je Aktie entspricht das einem Verlust von 3,30 US-Dollar, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten rund 2,46 US-Dollar. Auf bereinigter Basis lag der Verlust bei 2,78 US-Dollar je Aktie. Das bereinigte EBITDA fiel auf minus 901 Millionen US-Dollar, nach minus 632 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor.

Umsatz wächst deutlich, Kassenbestand schrumpft

Der Umsatz kletterte um 56 Prozent auf 405 Millionen US-Dollar und blieb damit unter den von Analysten erwarteten rund 416 Millionen US-Dollar. Zugleich schmolz der Kassenbestand: Die liquiden Mittel sanken zum Quartalsende auf rund 733 Millionen US-Dollar, nach rund 998 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025. Die gesamte Liquidität, inklusive Kreditlinien und Wertpapieren, bezifferte das Unternehmen auf 3 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow lag bei minus 1,48 Milliarden US-Dollar, nach minus 1,01 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

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Produktion und Auslieferungen legen zu

Operativ zeigte sich Lucid stabiler: Die Produktion stieg um 24 Prozent auf 4.774 Fahrzeuge, die Auslieferungen legten um 19 Prozent auf 3.953 Fahrzeuge zu. Das Unternehmen gilt am Markt als Herausforderer des etablierten Elektroautobauers Tesla, bleibt nach den jüngsten Zahlen aber weit von der Profitabilität entfernt und hat für das laufende Jahr keine neue Prognose vorgelegt.

Lucid-Chef Napoli kündigt Sparprogramm über 1,4 Milliarden US-Dollar an

Nun will sich Lucid neu aufstellen. Konzernchef Silvio Napoli begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, das Potenzial des Unternehmens endlich in Ergebnisse umzusetzen, und kündigte einen Fokus auf drei Bereiche an: Kosten, Kunden und Kultur. Kernstück ist ein Sparprogramm von 1,4 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr, das sich auf Lagerbestände, Investitionen und Betriebskosten verteilt, davon rund 158 Millionen US-Dollar allein durch den im Juni angekündigten Stellenabbau in den USA. Zu den vier priorisierten Projekten zählt das Unternehmen neben dem Sparplan auch das Robotaxi-Programm mit Uber und Nuro, den Fabrikaufbau in Saudi-Arabien sowie die Entwicklung des geplanten Mittelklassemodells.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Lucid, TIMOTHY A. CLARY/AFP via Getty Images

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