Umsatz überzeugt

SpaceX legt erste Zahlen als börsennotiertes Unternehmen vor: Umsatz überrascht, Aktie bricht ein


SpaceX legt erste Zahlen als börsennotiertes Unternehmen vor: Umsatz überrascht, Aktie bricht ein

Der Raumfahrt- und Satellitenkonzern SpaceX hat Anlegern zum ersten Mal nach seinem Börsengang im Juni Einblick in seine Bücher gegeben.

SpaceX hat im zweiten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Damit fiel das Minus deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als ein Verlust von 1,008 Milliarden US-Dollar in den Büchern gestanden hatte. Der Quartalsumsatz des Raumfahrt- und KI-Konzerns von Elon Musk stieg um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden US-Dollar und lag damit über den Erwartungen der Experten, die mit rund 6,8 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Das bereinigte EBITDA stieg auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

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Musk stellt Billionen-Umsatz in Aussicht

An wagemutigen Aussagen hat es Elon Musk noch nie gefehlt: Jetzt stellt der Tech-Milliardär für seine Weltraum- und KI-Firma die Marke von einer Billion Dollar Jahresumsatz in Aussicht. Man rechne damit nun für 2030, ein Jahr früher als zuvor, sagte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch bekräftigte er Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und über den Satelliten-Internetdienst Starlink großen Telekommunikationsanbietern Konkurrenz zu machen. Die Wall Street kaufte Musk die großen Versprechen diesmal nicht ab: Die SpaceX-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise deutlich.

SpaceX ist aktuell von der Billionen-Umsatzmarke meilenweit entfernt. Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen Erlöse von 7,81 Milliarden Dollar (6,75 Milliarden Euro). Musk zufolge soll das explosive Wachstum vor allem aus dem Geschäft mit Künstlicher Intelligenz kommen. Im vergangenen Quartal machte die KI-Sparte 2,56 Milliarden Dollar Umsatz und investierte 15,8 Milliarden Dollar vor allem in den Ausbau von Rechenzentren.

Getrieben von neuen Cloud-Services-Vereinbarungen im KI-Segment stieg das bereinigte EBITDA auf 3,5 Milliarden Dollar. SpaceX-CFO betonte im Rahmen einer Unternehmensmitteilung, das zweite Quartal habe einen starken operativen Hebeleffekt gezeigt. Maßgeblich dazu beigetragen hätten die neuen Vereinbarungen im Bereich KI-Rechenleistung, die zu einer deutlichen Margenausweitung geführt hätten.

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Derzeit kommt der Billionen-Marke beim Umsatz der Handels- und Cloud-Riese Amazon am nächsten, der im vergangenen Jahr Erlöse von knapp 717 Milliarden Dollar erzielte.

Starlink bleibt zentraler Geldbringer

Im Fokus der Anleger stehen neben den Quartalszahlen vor allem die Entwicklung des Starlink-Geschäfts sowie die Nachfrage nach kommerziellen Raketenstarts und der Investitionsbedarf für das Starship-Programm. Aktuell ist Starlink der zentrale Geldbringer von SpaceX. Im vergangenen Quartal wuchsen die Erlöse im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Auf Musks Internet aus dem All greifen unter anderem mehr Fluggesellschaften zurück. Das operative Ergebnis legte um 80 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Dollar zu. Die Zahl der Starlink-Kunden wuchs binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen.

Top-Managerin Gwynne Shotwell, die für das operative Geschäft zuständig ist, zeigte sich überzeugt, dass Starlink mit neuen leistungsstärkeren Satelliten den großen Mobilfunkanbietern Kunden abjagen könne. Der Dienst werde besser sein, äußerte sie sich zuversichtlich. Unter anderem könne man mit Satelliten die heutigen Bereiche ohne Mobilfunk-Internet abdecken. Das ist in einem so großen Land wie den USA ein reales Problem.

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Milliarden für Starship und KI-Ausbau

Zudem habe SpaceX das zweite Quartal mit Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und marktgängigen Wertpapieren im Wert von 100 Milliarden US-Dollar sowie einem Auftragsbestand von 47,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Diese Finanzkraft verschaffe dem Unternehmen erheblichen Spielraum für Investitionen in Starship, Starlink-Satelliten für Breitband- und Mobilfunkdienste sowie die KI-Plattform, erklärte der CFO. Gleichzeitig wolle SpaceX an einem disziplinierten Rahmen für die langfristige Kapitalallokation festhalten.

Unter dem Strich waren die Ausgaben für Starship und den KI-Ausbau höher als die von Starlink erwirtschafteten Gewinne. SpaceX schloss das Quartal mit einem Verlust von 541 Millionen Dollar ab, nach einem Minus von rund einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor.

Eine zentrale Säule von Musks Zukunftsvision ist die Riesen-Rakete Starship, die aktuell noch Testflüge absolviert. Mit der aktuellen Rakete Falcon 9 befördere SpaceX jährlich rund 2.500 Tonnen Nutzlast ins All, rechnete Musk vor. Mit Starship peile SpaceX die Marke von einer Million Tonnen jährlich und "potenziell zehn Millionen Tonnen" an, sagte er. "Wahrscheinlich" in einem Jahr werde man Starship "mindestens einmal pro Tag" starten sehen - und möglicherweise öfter. Beim Elektroautobauer Tesla, den Musk ebenfalls führt, verstrichen von ihm gesetzte Fristen oft, etwa für autonomes Fahren und neue Modelle.

SpaceX-Aktie unter Druck

SpaceX war Mitte Juni mit einem Rekorderlös von 75 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Mit dem Ausgabepreis von 135 Dollar gab sich Musks Unternehmen zum Debüt eine Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar. Das stand in krassem Kontrast zum aktuellen Geschäft - aber SpaceX rechtfertigte die Bewertung mit großen Plänen bei Künstlicher Intelligenz.

In den ersten Wochen nach dem Börsengang stieg der Kurs - angetrieben unter anderem vom Interesse von Privatanlegern - bis auf gut 225 Dollar. Inzwischen fiel die Aktie unter den Ausgabepreis und ging am Dienstag bei rund 125 Dollar aus dem regulären US-Handel. Im Handel an der NASDAQ schloss die SpaceX-Aktie 13,60 Prozent tiefer bei 108,29 US-Dollar. Denn die bei Elon Musks Weltraum- und KI-Firma engagierten Anleger sind mittlerweile skeptischer und hinterfragen die rosigen Versprechungen des Multimilliardärs bezüglich der Umsatzentwicklung des Unternehmens jetzt stärker als noch vor einigen Monaten.

Am Donnerstag läuft zudem die Haltefrist für weitere Aktien von Firmeninsidern und frühen Investoren aus, die dann in den Handel kommen könnten. Ein höheres Angebot könnte bei gleichbleibender Nachfrage zu niedrigeren Kursen führen.

Goldman-Sachs-Analyst Eric Sheridan ist mit seinem auf 220 Dollar angehobenen Kursziel optimistisch, dass die Aktien zumindest wieder an ihren Höchststand heranrücken. Mit dem ersten Quartalsbericht habe der Weltraum- und KI-Konzern seine großen Zielmärkte untermauert, schrieb er und hob die Fortschritte im KI-Bereich hervor. Diese seien der Grund für seine veränderten Prognosen.

Analyst Doug Anmuth von der US-Großbank JPMorgan wähnte die Aussichten mit den KI-Geschäften stark. Dass Musk für das Ende des Jahres bei einem Auftragsbestand von 100 Milliarden Dollar auf Sicht der kommenden zwölf Monate rechne, sei deutlich mehr als von ihm veranschlagt, so der Experte. Experte Ken Herbert von der kanadischen Bank RBC sah sowohl Umsatz als auch Ergebnis besser als erwartet - das könne den Investoren Zuversicht geben, dass SpaceX seine kurzfristigen Finanzziele schaffe.

Spekulationen, Musk könnte Tesla von SpaceX übernehmen lassen, waren in der Analystenkonferenz kein Thema. Gemessen am Schlusskurs vom Dienstag liegt der Börsenwert von SpaceX bei fast 1,7 Billionen Dollar. Musk ist dank der Beteiligungen an SpaceX und Tesla der vermögendste Mensch der Welt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg taxiert sein Vermögen auf 777 Milliarden Dollar. Kurz nach dem SpaceX-Börsengang waren seine Beteiligungen sogar mehr als eine Billion wert.

Spekulationen, Musk könnte Tesla von SpaceX übernehmen lassen, waren in der Analystenkonferenz kein Thema. Gemessen am Schlusskurs vom Dienstag liegt der Börsenwert von SpaceX bei fast 1,7 Billionen Dollar. Musk ist dank der Beteiligungen an SpaceX und Tesla der vermögendste Mensch der Welt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg taxiert sein Vermögen derzeit auf 777 Milliarden Dollar. Kurz nach dem SpaceX-Börsengang waren seine Beteiligungen sogar mehr als eine Billion wert.

Da SpaceX erst seit Juni börsennotiert ist, liegen keine vergleichbaren Vorjahreswerte für das Unternehmen als börsennotierte Gesellschaft vor.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Martina Köhler, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: SpaceX, Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com

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