HUGO BOSS-Aktie kaum bewegt: Ziele 2026 nach Umsatz- und Gewinnminus bestätigt
HUGO BOSS hat im zweiten Quartal erneut deutliche Gewinn- und Umsatzeinbußen verzeichnet, aber dabei bei Gewinn und Marge besser abgeschnitten als vom Markt erwartet.
Für die Ziele im Gesamtjahr sieht sich der Modehersteller, der im MDAX notiert ist, auf Kurs. Demzufolge will HUGO BOSS weiterhin im Gesamtjahr einen operativen Gewinn (EBIT) zwischen 300 und 350 Millionen Euro erreichen und einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Bruttomarge steigt trotz Umsatzrückgang
Im Zeitraum April bis Juni sank der Umsatz auf 905 Millionen Euro von 1,00 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug der Rückgang im Vorjahresvergleich 9 Prozent. Die Konsenserwartungen lagen bei 907 Millionen Euro.
Das EBIT ging um 28 Prozent zurück auf 59 Millionen Euro von 81 Millionen Euro, erwartet worden waren 52 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verschlechterte sich um 160 Basispunkte auf 6,5 Prozent von 8,1 Prozent, verglichen mit den erwarteten 5,8 Prozent.
HUGO BOSS sieht jedoch bereits im zweiten Quartal Fortschritte bei vielen Stellschrauben des Restrukturierungsprogramms, mit dem der Konzern 2027 zum Wachstum zurückkehren und die Profitabilität steigern will. Trotz des Umsatzrückgangs in allen Regionen verbesserten sich Ertragsqualität, Produktivität sowie Cash-Generierung. Die Bruttomarge stieg um 200 Basispunkte auf 64,9 Prozent. Dies spiegelt Effizienzverbesserungen in der Beschaffung, gezielte Preiserhöhungen und einen höheren Anteil an Verkäufen zum Vollpreis wider.
Der Lagerbestand ging währungsbereinigt um 15 Prozent zurück und sank auf 23,1 Prozent des Umsatzes, nach 25,5 Prozent im Vorjahr. Der Free Cashflow verringerte sich im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 105 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr stieg er hingegen um 92 Prozent auf 137 Millionen Euro per Ende Juni.
Weniger Produktkomplexität und Marketing auf Zielniveau
Die Marketingaufwendungen lagen mit 7,1 Prozent vom Umsatz auf dem angestrebten Niveau. Zudem wurde die Komplexität der Winterkollektion 2026 um einen mittleren einstelligen Prozentbereich reduziert. Damit will HUGO BOSS die Produktkomplexität bis 2028 um 20 Prozent senken.
Nach Steuern und Dritten sank der Gewinn um 29 Prozent auf 33 Millionen Euro von 70 Millionen Euro. Je Aktie betrug er 0,49 Euro nach 0,68 Euro im Vorjahr, erwartet worden waren 0,39 Euro.
2026 als Jahr der Anpassung
HUGO BOSS hatte unter CEO Daniel Grieder das Jahr 2026 als ein "Jahr der Anpassung" angekündigt. Im Zuge des Programms Claim 5 Touchdown nimmt der Konzern Umsatz- und Gewinnrückgänge in Kauf, um sich neu auszurichten und mittelfristig wieder an frühere Profitabilitätsniveaus anzuknüpfen. Erst 2027 wird eine Rückkehr zum Wachstum erwartet, das sich 2028 beschleunigen soll.
HUGO BOSS lehnt Übernahmeangebot von Frasers ab
Der britische Aktionär Frasers Group will den Metzinger Modekonzern für 38 Euro je Aktie übernehmen. HUGO BOSS hält den Preis für zu niedrig und hat den Aktionären empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen. Eine erweiterte Annahmefrist läuft noch bis 13. August. Das Angebot ist an keine Mindestannahmeschwelle gebunden.
CEO Daniel Grieder bekräftigte die Ablehnung. "Zu dem Preis ist das Unternehmen unterbewertet, und wir sehen deutlich mehr zukünftiges Potenzial", sagte er in der Medientelefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen. Zugleich betonte Grieder, Frasers glaube an die Strategie von HUGO BOSS, die beiden Marken und das Management. Der MDAX-Konzern fühle sich mit Frasers als Aktionär wohl und habe eine gute und langfristige Beziehung zu dem britischen Unternehmen.
Für mögliche Fusionen und Übernahmen (M&A) sei HUGO BOSS grundsätzlich offen, sagte Grieder. Dies habe jedoch keine Priorität. Der Konzern wolle sich zunächst organisch strategisch neu ausrichten und mittelfristig wieder an frühere Profitabilitätsniveaus anknüpfen.
HUGO-BOSS-Aktie kaum verändert
Die Aktie von HUGO BOSS gewinnt auf XETRA zeitweise 0,03 Prozent auf 38,02 Euro.
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