Rheinmetall-Aktie im Fokus: US-Geschäft mit Auftrag für autonome Fahrzeuge ausgebaut
Ein neuer US-Armee-Auftrag bringt die amerikanische Rheinmetall-Tochter tiefer ins Geschäft mit autonomen Militärfahrzeugen.
- American Rheinmetall erhält 18-monatigen US-Armee-Auftrag für autonome Fahrzeuge
- Hybridbetriebene Fahrzeuge bringen Nachschub ohne Besatzung an die Front
- Partner sind Harbinger, Forterra und Primordial Labs, Folgeaufträge sind möglich
Die amerikanische Tochtergesellschaft American Rheinmetall des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall hat sich einen 18-monatigen Auftrag der US-Armee für autonome, hybridbetriebene unbemannte Bodenfahrzeuge gesichert. Der Zuschlag, der am Freitag (31. Juli) per Pressemitteilung bekanntgegeben wurde, reiht sich in eine wachsende Zahl amerikanischer Verteidigungsprojekte des Konzerns ein und untermauert die Strategie, das US-Geschäft neben dem europäischen Rüstungsgeschäft zu einem zweiten tragenden Standbein auszubauen.
Auftrag für autonome Logistikfahrzeuge
Der Auftrag läuft über das National Advanced Mobility Consortium und trägt den Namen "Project Sustainment". American Rheinmetall tritt darin als Hauptauftragnehmer auf und liefert unbemannte, hybridbetriebene Bodenfahrzeuge, die Nachschub eigenständig zur vordersten Linie transportieren und dabei Soldaten aus Gefahrenzonen heraushalten sollen. Zusätzlich sind die Fahrzeuge mit Sprachsteuerung ausgestattet, die das Zusammenspiel zwischen Soldaten und Robotersystemen erleichtern soll. Entwickelt und getestet wird an amerikanischen Standorten und Testgeländen.
Jim Schirmer, zuständig für Vertrieb und Marketing bei American Rheinmetall, ordnet den Auftrag als Ausbau des amerikanischen Portfolios an unbemannten Bodensystemen ein und verweist auf die Rolle des Konzerns als Anbieter von Robotik und autonomer Technik.
Harbinger, Forterra und Primordial Labs als Partner
Harbinger stellt die elektrische und hybride Fahrzeugplattform, Forterra liefert die Software für den autonomen Betrieb in vernetzten, widerstandsfähigen Einsatzumgebungen, und Primordial Labs bringt mit der Schnittstelle namens Anura die Verbindung zwischen Soldaten und Robotersystemen ein.
Wachstumsschub fürs US-Geschäft
Der neue Armee-Auftrag kommt nur wenige Tage, nachdem Rheinmetall meldete, das zweite Quartal habe die Markterwartungen bei Umsatz und Ergebnis deutlich übertroffen. Für Anleger verdichtet sich damit das Bild eines Konzerns, der sein Wachstum zunehmend auch außerhalb Europas verankert. Nach Unternehmensangaben sind im Rahmen von "Project Sustainment" Folgeaufträge möglich, sollte die US-Armee ihre Flotte autonomer Logistiksysteme weiter ausbauen.
Autonome Systeme als Rüstungstrend
Unbemannte Bodenfahrzeuge zählen zu den am schnellsten wachsenden Feldern der westlichen Verteidigungsindustrie, weil sie Nachschub- und Versorgungsaufgaben übernehmen können, ohne Soldaten in umkämpften Gebieten zu gefährden. Für Rheinmetall fügt sich der Auftrag in eine Reihe amerikanischer Aktivitäten, mit denen der Konzern sein Geschäft über das klassische europäische Rüstungsgeschäft hinaus verbreitert und dabei zunehmend auf US-Technologiepartner statt auf eigene Entwicklungen setzt.
Ob aus dem 18-monatigen Programm tatsächlich Folgeaufträge werden, entscheidet sich an den weiteren Beschaffungsentscheidungen der US-Armee für ihre autonome Logistikflotte, auf die der Markt in den kommenden Quartalen blicken dürfte.
Die Rheinmetall-Aktie gewann zum XETRA-Schluss 3,07 Prozent auf 1.175,00 Euro.
Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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