Verbände: Zubau Offshore-Windenergie geht voran - mehr Unterstützung nötig


BERLIN (Dow Jones)--Der Ausbau der Windenergie auf See geht nach neuesten Zahlen der Branchenverbände voran. Allerdings sei eine industriepolitische Strategie zur Stärkung der Kapazitäten und Infrastrukturen nötig, damit Deutschland seine Ausbauziele von 22 Gigawatt zusätzlich an Offshore-Windenergieleistung bis 2030 erreichen könne. In den ersten sechs Monaten sind in Deutschland 24 Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) mit einer Leistung von 229 Megawatt (MW) neu ans Netz gegangen. Das berichteten die Branchenverbände der deutschen Offshore-Windindustrie sowie die Stiftung Offshore-Windenergie mit Verweis auf die durch das Beratungsunternehmen Deutsche Windguard aufbereiteten Zahlen. Insgesamt sind damit in der deutschen Nord- und Ostsee nun 1.563 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 8,39 Gigawatt (GW) in Betrieb.

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Die Verbände betonten, dass die Entwicklung der vergangenen Monate "positiv" stimme. Ziel der Bundesregierung ist, dass die Offshore-Windindustrie bis 2030 zusätzlich 22 GW an Leistung auf See installieren soll. "Nach Jahren des schwachen Zubaus steht die Branche in den Startlöchern, um eine Vielzahl an Projekten umzusetzen. Die Zuschlagswerte der letzten Offshore-Ausschreibung zeigen, dass Offshore-Windenergie einen starken Beitrag zur Dekarbonisierung und zur kostengünstigen Bereitstellung von Energie leisten kann", sagten die Branchenorganisationen BWE, BWO, Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems, WAB und Windenergy Network in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Allerdings forderten die Verbände von der Bundesregierung eine Anpassung des Windenergie-auf-See-Gesetzes. Denn die ungedeckelte Gebotskomponente und das dynamische Gebotsverfahren im Ausschreibungsdesign lasse zu wenig Spielraum für Erträge der herstellenden Offshore-Windindustrie. Dringend benötigt werde eine Anpassung der "unausgereiften qualitativen Kriterien" in den Ausschreibungen, um die Realisierungswahrscheinlichkeit der Projekte zu erhöhen und den europäischen Wertschöpfungsanteil zu stärken.

"Um die Ausbauziele erreichen zu können, bedarf es einer industriepolitischen Strategie. Diese muss die Kapazitätssicherung und den Kapazitätsaufbau der Branche unterstützen, um die energiepolitischen und für den Klimaschutz erforderlichen Zubauziele mit Wertschöpfung verknüpfen zu können", forderten die Verbände. Wesentlich dabei müsse eine Stärkung der europäischen Wertschöpfungskette der Offshore-Windindustrie sein. Die Branche trete an vielen Stellen auch finanziell in Vorleistung und gehe damit ein wirtschaftliches Risiko ein.

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Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/brb

(END) Dow Jones Newswires

July 25, 2023 06:34 ET (10:34 GMT)