Coinbase-Aktie knickt ein: Erneut rote Zahlen - Umsatz im Kryptohandel bricht ein
Die Kryptobörse Coinbase rutscht zum dritten Mal in Folge in die Verlustzone. Die Zahlen zeigen, wie tief die Flaute im Kryptohandel sitzt.
- Coinbase verbucht Nettoverlust im zweiten Quartal 2026
- Umsatz sinkt und verfehlt Erwartungen
- Coinbase dünnt Belegschaft aus
Die Kryptobörse Coinbase meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar und einen Umsatz von 1,22 Milliarden US-Dollar, womit die Kryptobörse die Analystenschätzungen für den Umsatz von rund 1,29 Milliarden US-Dollar deutlich verfehlt. Es ist bereits das dritte Verlustquartal in Folge, nachdem im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Fehlbetrag von 394,1 Millionen US-Dollar und im vierten Quartal 2025 von 666,7 Millionen US-Dollar zustande kamen. Nach der Bekanntgabe der Zahlen reagieren Anleger im Handel am Freitag enttäuscht und schicken die Coinbase-Aktie an der NASDAQ zeitweise um 13,48 Prozent auf 141,53 US-Dollar nach unten.
Handelsumsatz bricht im schwachen Kryptomarkt ein
Ursächlich für das schlechte Quartalsergebnis war vor allem das Handelsgeschäft: Die Transaktionserlöse sanken auf 599,2 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem noch 764,3 Millionen US-Dollar in die Kassen der Kryptobörse flossen. Der Rückgang folgt auf einen Einbruch des weltweiten Krypto-Spothandelsvolumens um 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen im selben Zeitraum um 11 Prozent nachgab. Die Handelsaktivität litt zusätzlich unter einer Volatilität, die laut Unternehmensangaben auf ein mehrjähriges Tief fiel. Immerhin baute Coinbase seinen Marktanteil am weltweiten Krypto-Handelsvolumen auf ein Rekordhoch von 10,3 Prozent aus, nach 9,1 Prozent im ersten Quartal.
Auch Abo-Geschäft verfehlt die Erwartungen
Als Gegengewicht zum schwankenden Handelsgeschäft baut Coinbase seit Jahren das Geschäft mit Abonnements und Diensten aus, darunter Zinserträge aus dem Stablecoin USDC, Verwahrgebühren und das Abo-Programm Coinbase One. Dieser Bereich kam im zweiten Quartal auf 555,1 Millionen US-Dollar und lieferte damit 48 Prozent des Nettoumsatzes, verfehlte aber ebenfalls die Konsensschätzungen von rund 594 Millionen US-Dollar und schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 5 Prozent.
Sparkurs soll die Wende bringen
Um die roten Zahlen einzudämmen, hatte Coinbase bereits im Mai einen Stellenabbau von rund 14 Prozent angekündigt. Die Restrukturierung schlug im zweiten Quartal mit 52,4 Millionen US-Dollar an Einmalkosten zu Buche, senkte die Belegschaft zum Quartalsende aber bereits auf 4.321 Beschäftigte von zuvor 4.988. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel dennoch auf 207,8 Millionen US-Dollar, nach 303,3 Millionen US-Dollar im ersten Quartal und 512,1 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, blieb damit aber das 14. Quartal in Folge positiv. Für das Gesamtjahr 2026 senkte und präzisierte das Unternehmen die Prognose für die bereinigten Ausgaben auf eine Spanne von 4,2 bis 4,45 Milliarden US-Dollar.
Für das dritte Quartal rechnet Coinbase mit einem Abo- und Servicegeschäft zwischen 500 und 580 Millionen US-Dollar sowie mit einem weitgehend stabilen Kostenniveau, da sich die im Mai beschlossenen Einsparungen erst im laufenden Quartal vollständig auswirken. Ob sich die Handelsvolumina bis dahin erholen, dürfte darüber entscheiden, ob die Verlustserie ein viertes Mal fortgesetzt wird.
Analysten senken Kursziele für Coinbase-Aktie, halten aber an Kaufempfehlungen fest
Bereits vor den Zahlen hatten mehrere Analysehäuser ihre Kursziele für die Coinbase-Aktie deutlich zurückgenommen. JPMorgan senkte das Kursziel Mitte Juli von 283 auf 196 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei Overweight. Citigroup kappte ihr Kursziel am 23. Juli von 400 auf 235 US-Dollar und begründete den Schritt mit schwächeren Bewertungen im Kryptosektor sowie einem insgesamt schwierigeren Marktumfeld, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Zuletzt bewerteten 20 Analysten die Coinbase-Aktie laut TipRanks mit "Buy". Dem gegenüber standen fünf "Hold"-Empfehlungen und zweimal das Rating "Verkaufen"
Carolin Ludwig, Thomas Zoller, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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