Vermögensverwalter-Kolumne

Rohstoffaktien bleiben spannend


Besteht die Zukunft der Weltwirtschaft ausschließlich aus der Anwendung künstlicher Intelligenz? Jein, denn dabei wird übersehen: Jede KI-Wahrscheinlichkeitsrechnung benötigt ein Rechenzentren aus Beton und Stahl, kilometerlange Kupferkabel und Unmengen an Strom.

Rohstoffe sind hier klassische Nutznießer. Während die Geschäftsmodelle einiger Softwareunternehmen hinterfragt werden, werden Rohstoffunternehmen weiterhin robust bleiben. Letztlich fußt die digitale Welt auf einer analogen Basis. Und genau deshalb sind Rohstoffaktien derzeit die wohl am meisten unterschätzte Anlageklasse am Markt.

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Rohstoffproduzenten - ob Minenbetreiber, Ölkonzerne oder Agrargiganten - haben ein Imageproblem. Sie gelten als zyklisch, kapitalintensiv und ökologisch herausfordernd. Die ausgeprägten Zyklen der Vergangenheit haben bereits viele Anleger verprellt. Doch genau dieses kollektive Naserümpfen der Märkte hat eine Opportunität geschaffen. Während Tech-Aktien mit hohen Multiplikatoren jenseits des 30-fachen des Gewinns gehandelt werden, findet man im Rohstoffsektor kerngesunde Unternehmen mit teils einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV). Die Skepsis der Anleger ist heute die Sicherheitsmarge des rationalen Investors.

Die neue Disziplin der Branchenriesen

Im Rohstoffsektor sieht man aktuell eine gesunde Kapitaldisziplin: Fokus auf Cashflow: Es wird optimiert, statt kopflos expandiert. Die freien Cashflows sind bei vielen Produzenten historisch hoch. Ausschüttungen: Das Geld fließt nur teilweise in neue Erschließungen, sondern über saftige Dividenden und massive Aktienrückkaufprogramme auch direkt zurück an die Aktionäre.

Unterinvestition als Preistreiber: Weil weltweit seit Jahren zu wenig in die Erschließung neuer Minen und Quellen investiert wurde, droht bei vielen Schlüsselrohstoffen (wie Kupfer für die Energiewende) ein strukturelles Angebotsdefizit. Wenig Angebot trifft auf konstante Nachfrage - die mathematische Folge sind stabile bis steigende Preise.

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Der ultimative Inflations- und Geopolitik-Schutz

Ein weiterer Aspekt wird in der strategischen Asset Allokation oft vernachlässigt: die Absicherungsfunktion. Wir leben in einer de-globalisierenden Welt, die von geopolitischen Spannungen und dem Risiko des technologischen Wandels geprägt ist.

Gegenüber dem direkten Halten von Rohstoffen, haben Rohstoffaktien zudem einen Vorteil: Wenn die Preise für Güter steigen, steigen die Einnahmen der Produzenten eins zu eins. Rohstoffaktien bieten hierbei einen entscheidenden Vorteil gegenüber physischen Rohstoffen: Sie werfen eine Rendite (Dividende) ab, während ein Barren Gold oder ein Ölfass im Lager nur Kosten verursacht. Für ein ausgewogenes, krisenfestes Portfolio bieten Rohstoffaktien eine gute Substanz. Wer antizyklisch denkt und bereit ist, abseits der ausgetretenen Tech-Pfade zu investieren, findet hier hochprofitable Unternehmen zu echten Schnäppchenpreisen. Es ist an der Zeit, der Realwirtschaft im Depot wieder den Platz einzuräumen, den sie verdient.

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von Michael Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg

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