Wachstumskurs

Nemetschek-Aktie schwächer: Ergebnis von Sondereffekt belastet


Nemetschek-Aktie schwächer: Ergebnis von Sondereffekt belastet

Nemetschek hat seinen Wachstumskurs im zweiten Quartal fortgesetzt, das operative Ergebnis wurde jedoch durch einen außerordentlichen transaktionsbedingten Währungseffekt belastet und blieb hinter den Markterwartungen zurück.

Der im MDAX und TecDAX notierte Softwareanbieter für die Bau- und Medienbranche bekräftigte seine organische Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Den Ausblick hatte Nemetschek bereits vor zwei Tagen um die seit dem 1. Juli übernommene Heavy Construction Systems Specialists (HCSS) erweitert und erklärt, der Zukauf werde die Marge verwässern.

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Der Umsatz stieg im Zeitraum April bis Juni um 13,0 Prozent auf 327,7 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 14,5 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 11,5 Prozent auf 98,6 Millionen Euro, die entsprechende Marge schrumpfte allerdings von 30,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 30,1 Prozent. Belastend zu Buche schlug die Neubewertung von Bilanzpositionen einer einzelnen Konzerngesellschaft mit einem Effekt im oberen einstelligen Millionen-Euro-Bereich, wie das Unternehmen ausführte.

Analysten hatten im Konsens beim Umsatz mit 326 Millionen etwas weniger erwartet, hatten sich beim EBITDA jedoch mit 103 Millionen Euro deutlich mehr erhofft. Die EBITDA-Marge sahen sie bei 31,4 Prozent. Unter dem Strich verdiente Nemetschek 75,3 Millionen Euro bzw. 65 Cent je Aktie und damit knapp ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal.

Für das laufende Jahr peilt Nemetschek weiterhin eine EBITDA-Marge von 32 bis 33 Prozent an, nach 31,2 Prozent im Vorjahr an. Die HCSS-Akquisition dürfte die Marge um 150 Basispunkte verwässern. Ohne die akquisitionsbedingten Einmalaufwendungen hätte sich die EBITDA-Marge aber am oberen Ende der prognostizierten Bandbreite bewegt. Zudem erwartet der Konzern durch HCSS für 2026 einen zusätzlichen währungsbereinigten Beitrag zum Konzernumsatzwachstum von rund 600 Basispunkten. Die Prognose für das organische währungsbereinigte Umsatzwachstum liegt weiterhin bei 14 bis 15 Prozent.

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So reagiert die Nemetschek-Aktie

Gute Zahlen von Nemetschek haben am Donnerstag für weitere Kursgewinne nicht mehr gereicht. Die Papiere verlieren im XETRA-Handel zeitweise 8,71 Prozent auf 61,35 Euro und zollen damit ihrem zuletzt starken Lauf Tribut. In vier Handelstagen hatten sie sich um fast ein Fünftel verteuert.

Der Bausoftware-Konzern habe sich im zweiten Quartal beim Umsatz aus eigener Kraft besser entwickelt als erwartet, kommentierte Analyst Joseph George von JPMorgan die Geschäftsentwicklung. Der operative Gewinn (Ebitda) liege auf den ersten Blick zwar unter der Erwartung, doch erscheine die zugrunde liegende Entwicklung deutliche robuster.

Nemetschek hatte in dieser Woche bereits nach der Übernahme des US-Anbieters HCSS seine Jahresprognose angepasst. So soll der Zukauf zum Umsatzplus währungsbereinigt zusätzlich rund 6 Prozentpunkte beitragen. Organisch, also ohne den Zukauf gerechnet, soll das Umsatzwachstum weiterhin bei 14 bis 15 Prozent liegen. Nemetschek bestätigte am Donnerstag den Ausblick.

DOW JONES / (dpa-AFX)

Bildquellen: Nemetschek Group

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