Wall Street gespalten

Nach dramatischem Kurssturz der Roblox-Aktie: So geht es jetzt laut Analysten weiter


Nach dramatischem Kurssturz der Roblox-Aktie: So geht es jetzt laut Analysten weiter

Am Freitag brach die Roblox-Aktie im US-Handel nach Quartalszahlen um gut ein Viertel ein. Nun tobt an der Wall Street ein offener Streit darüber, wie es weitergeht.

  • Die Roblox-Aktie brach am Freitag um rund 27 Prozent auf 35,60 US-Dollar ein
  • Schwache Bookings und eine gestrichene Jahresprognose verunsicherten die Anleger
  • Mehrere Analysten stufen ab, einzelne bleiben optimistisch gestimmt
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Nachdem Roblox am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegte, fiel die Antwort des Marktes brutal aus: Am Freitag brach die Roblox-Aktie an der NYSE letztlich um rund 26,85 Prozent auf 35,60 US-Dollar ein und markiert damit einen der schwärzesten Handelstage der Unternehmensgeschichte. Im nachbörslichen Handel ging es dann noch ein klein wenig weiter nach unten auf 35,32 US-Dollar. Für Anleger setzte sich damit ein Trend fort, der die Aktie bereits seit einem Jahr begleitet: Gerechnet auf Zwölfmonatssicht hat das Papier rund 72,8 Prozent seines Werts verloren.

Wachstumsprobleme spitzen sich zu

Die Bookings, also die Summe der auf der Plattform ausgegebenen virtuellen Währung, wuchsen im berichteten Quartal nur um 8 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar und trafen damit lediglich das untere Ende der eigenen Prognose. Der Umsatz verfehlte mit rund 1,47 Milliarden US-Dollar den Analystenkonsens von etwa 1,59 Milliarden US-Dollar deutlich. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer stieg zwar im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 123 Millionen, sank damit aber bereits das dritte Quartal in Folge im Vergleich mit dem Rekordwert von rund 152 Millionen aus dem dritten Quartal 2025. Zusätzlich zog das Management die komplette Jahresprognose 2026 zurück und stellte für das dritte Quartal erstmals einen Rückgang der Bookings von 14 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht.

Wall Street reagiert nahezu geschlossen und stuft Roblox-Aktie ab

Noch am selben Handelstag senkten mehrere Analysehäuser ihre Einstufung oder ihr Kursziel für die Roblox-Aktie. Am schärfsten fiel die Neubewertung durch Benchmark aus: Das Haus stufte die Aktie von "Hold" auf "Sell" zurück und kappte das Kursziel auf 33 US-Dollar. Analyst Mike Hickey sprach von einem möglichen "Lifecycle Decline" der Plattform, also einer strukturellen Reifephase mit nachlassender Anziehungskraft. Ähnlich deutlich fiel der Schnitt beim Kursziel der Bank of Montreal aus: Deren Analysearm BMO Capital Markets senkte das Kursziel für die Roblox-Aktie von 100 auf 45 US-Dollar und nahm die Einstufung von "Outperform" auf "Market Perform" zurück. Weitere Häuser folgten mit ähnlichen Schritten, so stuften etwa auch die Experten von Wedbusch und Deutsche Bank den Titel auf ein Hold-Rating herab. Als gemeinsamen Nenner nannten die Kritiker eine Verschiebung des Engagements weg von stark monetarisierten viralen Spielen hin zu neueren, schwächer monetarisierten Titeln.

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Gegenstimmen bleiben bestehen

Doch nicht jedes Haus schloss sich der Skepsis an. Morgan Stanley bestätigt die Einstufung "Overweight" und senkte das Kursziel lediglich von 62 auf 55 US-Dollar. Aus Sicht des zuständigen Analysten erholt sich das Nutzerengagement bereits wieder, was als Frühindikator für eine spätere Monetarisierung gilt. Diese Lesart steht im Widerspruch zur Mehrheitsmeinung, die genau in der Verschiebung des Engagements hin zu neueren, aber schwächer monetarisierten Spielen die eigentliche Ursache der schwachen Prognose sieht. Auch bei Needham und Goldman Sachs blieb die Kaufempfehlung trotz der schwachen Prognose unangetastet, was zeigt, wie unterschiedlich die Wall Street den Befund liest.

Offene Fragen bis zum nächsten Bericht

Neben der Monetarisierungsfrage bleibt auch ein rechtlicher Überhang im Fokus: Mehrere Sammelklagen zur Sicherheit minderjähriger Nutzer auf der Plattform sind weiterhin anhängig und könnten die Berichterstattung in den kommenden Monaten zusätzlich belasten. Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch den für das vierte Quartal erwarteten Start von Grand Theft Auto VI, den mehrere Analysten als zusätzliche Belastung für Engagement und Bookings werten, weil das Spiel Nutzerzeit und Aufmerksamkeit von anderen Plattformen abziehen dürfte. Ob sich die von Roblox in Aussicht gestellte Schwäche bei den Bookings im dritten Quartal tatsächlich in diesem Ausmaß bestätigt oder ob sich das von Optimisten angeführte erholte Nutzerengagement doch noch in steigenden Bookings niederschlägt, wird sich erst mit den nächsten Quartalszahlen im Herbst 2026 zeigen.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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