Wechselkurse belasten

Carl Zeiss Meditec-Aktie sackt ab: Gewinn sinkt spürbar - Chinageschäft bleibt Belastungsfaktor


Carl Zeiss Meditec-Aktie sackt ab: Gewinn sinkt spürbar - Chinageschäft bleibt Belastungsfaktor

Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat in den ersten neun Monaten vor allem schwächere Geschäfte in China zu spüren bekommen.

Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse. Während der Umsatz nur leicht schrumpfte, gingen die Gewinne kräftig zurück. Die erst im Mai gesenkten Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

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"Die Umsatzentwicklung nach neun Monaten hat sich auf währungsbereinigter Basis stabilisiert", sagte Finanzchef Justus Felix Wehmer bei Vorlage von Neunmonatszahlen am Donnerstag laut einer Mitteilung. Gleichzeitig entwickele sich der Auftragsbestand solide. Der Fokus des Unternehmens liege weiterhin darauf, die Profitabilität nachhaltig zu verbessern und die eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen.

Angesichts der Probleme vor allem in seinem wichtigen China-Geschäft will Carl Zeiss Meditec die Kosten senken. Von den Einsparungen könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 1.000 Stellen weltweit betroffen sein. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien aufgenommen worden und verliefen konstruktiv und vertrauensvoll, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag dazu in Jena mit.

Mit den Einsparungen soll sich das Ergebnis bis zum Geschäftsjahr 2028/29 im Vergleich zum laufenden Berichtszeitraum um jährlich mehr als 200 Millionen Euro verbessern. Konkret will der Augenheilkundespezialist Lieferketten im Einkauf optimieren, weniger profitable Produkte aus dem Portfolio herausnehmen und Teile seines Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagern. Es würden Vorbereitungen für einen zukünftigen Fertigungsstandort in Indien getroffen, hieß es jetzt.

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Dadurch sollen die Erlöse bis 2028/29 währungsbereinigt mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr anziehen. Die bereinigte operative Marge - gemessen am bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) - soll auf mindestens rund 15 Prozent klettern, langfristig gar auf 16 bis 20 Prozent.

Für das restliche Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) geht das Unternehmen aufgrund einer anhaltend gedämpften Investitionstätigkeiten von einem weiterhin volatilen weltweiten makroökonomischen Umfeld aus. Die im Mai gesenkten Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

Demnach dürfte im noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr die operative Marge auf 8 bis 10 Prozent zurückgehen. Zugleich könnte der Erlös mit 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro um bis zu 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken.

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Carl Zeiss Meditec kämpfte zuletzt immer stärker mit einer schwächelnden Nachfrage und den strengeren Vergaberegeln für Aufträge in der Volksrepublik China. So werden oft einheimische Wettbewerber vorgezogen. Dies belastete etwa stark das Geschäft mit Premiumlinsen, hier mussten zuletzt Produkte gar verschrottet werden. Ein Rückzug aus dem chinesischen Markt, der rund ein Viertel zum Konzernumsatz beisteuert, steht laut früheren Aussagen des Finanzvorstands Wehmer aber außer Frage. Stattdessen müsse man noch präsenter in China sein.

In den ersten drei Quartalen schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um 2,9 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Das war in etwa so viel, wie Analysten erwartet hatten.

Auf der Ergebnisseite lief es noch schlechter. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebita) ging in den ersten neun Monaten um fast 30 Prozent auf 124,5 Millionen Euro zurück. Und unter dem Strich verblieb für die Anteilseigner ein Überschuss von 69,7 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch 89,4 Millionen Euro erzielt worden waren.

Laut Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC lag der bereinigte operative Gewinn um fast zehn Prozent über der Konsensschätzung. Das Segment Mikrochirurgie habe sich stark entwickelt, während das Geschäft mit Augenheiltechnik in China nach wie vor schwächle.

Nach Einschätzungen von David Adlington von der US-Bank JPMorgan hat das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen verfehlt, wenn die Zollrückerstattungen herausgerechnet werden. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Jenaer letztlich am unteren Ende der Jahresziele landeten.

Carl Zeiss nach Zahlen deutlich im Minus

p> Die Aktien von Carl Zeiss Meditec sind am Donnerstag nach Veröffentlichung aktueller Geschäftszahlen des Medizintechnik-Unternehmens kräftig eingeknickt. Via XETRA geht es für die Aktie von Carl Zeiss Meditec am Donnerstag zeitweise um 8,19 Prozent nach unten auf 27,80 Euro. Im laufenden Jahr summiert sich das Kursminus auf rund 30 Prozent.

Damit zählt die Aktie des Unternehmens seit Ende 2025 zu den schwächsten Titeln im SDAX. Carl Zeiss Meditec bekam in den ersten neun Monaten vor allem schwächere Geschäfte in China zu spüren. Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse. Der Umsatz sank um knapp 3 Prozent. Auf der Ergebnisseite lief es noch schlechter. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebita) brach um fast 30 Prozent ein.

Das dritte Geschäftsquartal habe die Erwartungen verfehlt, wenn man die Zollrückerstattungen herausrechne, schrieb JPMorgan-Analyst David Adlington. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Jenaer letztlich am unteren Ende der Jahresziele landen.

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JENA (dpa-AFX)

Bildquellen: Carl Zeiss Meditec , Carl Zeiss Meditec

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