Deutsche Börse-Aktie dennoch schwächer: Gewinn übertrifft Erwartungen
Die Deutsche Börse ist auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs geblieben und hat die Erwartungen übertroffen.
Die Nettoerlöse stiegen im zweiten Quartal auf um 7 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Damit wurde die Konsensprognose der Analysten von 1,59 Milliarden Euro leicht übertroffen.
Das EBITDA legte auf 980 Millionen Euro zu von 891 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Die Markterwartung hatte bei 953 Millionen gelegen. Der Nachsteuerergebnis erhöhte sich im zweiten Quartal auf 569 Millionen Euro nach 509 Millionen, dem stand eine Markterwartung von 551 Millionen Euro entgegen.
Die operativen Kosten kletterten den weiteren Angaben der Deutschen Börse zufolge auf 644 Millionen Euro von 620 im Vorjahr. Die Analystenprognose hatte bei 642 Millionen Euro gelegen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Gruppe weiter einen Anstieg der Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis auf rund 5,7 Milliarden Euro und des EBITDA ohne Treasury-Ergebnis auf rund 3,1 Milliarden Euro. Beim Treasury-Ergebnis werden mehr als 700 Millionen Euro erwartet.
Jefferies belässt Deutsche Börse nach Zahlen auf 'Buy'
Das Analysehaus Jefferies hat die Aktie der Deutschen Börse nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 280 Euro belassen. Auf Ebene des operativen Ergebnisses habe der Börsenbetreiber die Markterwartungen übertroffen, schrieb Tom Mills in einer am Mittwoch vorliegenden Schnelleinschätzung. Ein Sondereffekt habe diese Entwicklung allerdings leicht begünstigt. Der Bereich Investment Management Solutions (IMS) sei indes etwas hinter den Schätzungen zurückgeblieben.
So reagiert die Deutsche Börse-Aktie
Die Aktien der Deutschen Börse haben sich am Donnerstag von ihrem schwächeren Start erholt. Trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalszahlen und eines etwas anspruchsvolleren Ziels beim zinsabhängigen Treasury-Ergebnis waren die Papiere des Börsenbetreibers zunächst um knapp 3 Prozent bis auf 246,20 Euro abgerutscht auf den tiefsten Stand seit drei Wochen.
Im Verlauf des Vormittags holten sie die Verluste nach und nach auf. Zuletzt lag der Kurs mit 253,90 Euro etwas über dem Niveau vom Mittwoch. Im bisherigen Jahresverlauf steht ein Plus von 13,6 Prozent zu Buche. Ende vergangener Woche hatte sich der Kurs von seinen Rückschlägen davor wieder erholt und war bis auf 264 Euro und damit in die Nähe des Jahreshochs von knapp 270 Euro Ende April gestiegen. Danach ließ der Schwung aber wieder nach.
Im zweiten Quartal schnitt der Börsenbetreiber mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 980 Millionen Euro besser ab, als Experten erwartet hatten. Beim Treasury-Ergebnis wird das Unternehmen außerdem wegen der Zinserwartungen und höheren Bareinlagen etwas optimistischer. Statt eines leichten Rückgangs auf 700 Millionen Euro wird nun mit einem Wert über dieser Marke gerechnet.
Ein Händler fand jedoch einen Kritikpunkt im Geschäftsbereich Investment Management Solutions (IMS), der als strategisches Wachstumssegment gilt. Analyst Ben Bathurst von der kanadischen Bank RBC schrieb, die Umsatzsteigerung dort sei hinter dem Analystenkonsens zurückgeblieben. Insbesondere bei dem Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx enttäusche das Ergebnis, sagte der Börsianer. Er sprach von einem ungünstigeren Ertragsmix.
Laut Benjamin Goy von der Deutschen Bank hat der Börsenbetreiber ein insgesamt solides Zahlenwerk präsentiert und die durchschnittlichen Marktprognosen übertroffen. Goy blieb bei seinem Kaufvotum mit Kursziel 300 Euro.
Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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