Whistleblower

Tesla-Aktie im Fokus: Ex-Manager nennt Roboterautos rollende Gefahrenquellen


Tesla-Aktie im Fokus: Ex-Manager nennt Roboterautos rollende Gefahrenquellen

Ein Ex-Tesla-Manager erhebt schwere Vorwürfe: Sein Team für autonome Testfahrten in Houston sei chronisch unterbesetzt gewesen. Die Folge: rollende Gefahrenquellen auf öffentlichen Straßen.

• Ex-Tesla-Manager Javier Medrano wirft dem Unternehmen systemische Sicherheitsmängel bei FSD-Tests vor
• Zahl der betreuten Sicherheitsfahrer stieg laut Klage von 15 auf 38 und überschritt interne Tesla-Vorgaben
• NHTSA prüft zusätzlich, ob FSD bei Nebel, Blendung und Staub eingeschränkte Sicht zuverlässig erkennt

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Vorwürfe des früheren Managers

Javier Medrano, ein früherer Tesla-Manager, hat vor einem Bundesgericht in Houston Klage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Tesla eingereicht. Medrano leitete nach eigenen Angaben von Oktober 2024 bis zu seiner Kündigung am 1. Mai 2025 die operative Testflotte für Teslas Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (FSD) in Houston, wie The Independent berichtet. Aus dieser Testreihe ging im April 2026 der kommerzielle Robotaxi-Betrieb in Houston und Dallas hervor. In der Klageschrift bezeichnet Medrano die eingesetzten Testfahrzeuge als rollende Gefahrenquellen auf öffentlichen Straßen. Er habe wiederholt auf schwerwiegende systemische Mängel bei der Sicherheitsaufsicht hingewiesen, bevor ihm gekündigt wurde. Medrano macht geltend, seine Entlassung habe gegen den Motor Vehicle Safety Whistleblower Act verstoßen, da sie erfolgt sei, während die Personalabteilung seine Sicherheitsbedenken noch prüfte. Er fordert unter anderem seine Wiedereinstellung, entgangenes Gehalt sowie Entschädigung für nicht ausgezahlte Aktienanteile.

Überlastung und der Vorfall im März 2025

Nach Darstellung in der Klage wuchs die Zahl der Medrano unterstellten Sicherheitsfahrer im Zuge einer forcierten Ausweitung des Testbetriebs von 15 auf 38, verteilt auf drei durchgehende Schichten rund um die Uhr. Damit habe sich ein Betreuungsverhältnis von 38 zu 1 ergeben, das deutlich über der von Tesla selbst als Richtwert vorgegebenen Quote von 15 zu 1 gelegen habe. Andere Teststädte hätten über mehrere Sicherheitsverantwortliche verfügt, während Medrano in Houston allein für die Auswertung von Kameraaufnahmen, wöchentliche Mitfahrten und die Untersuchung von Vorfällen zuständig gewesen sei. Am 30. März 2025 wurde ein Testfahrzeug gegen 2.05 Uhr nachts von einem anderen Fahrzeug gestreift. Medrano war zu diesem Zeitpunkt als einziger verantwortlicher Manager im Einsatz. Laut Klage konnte er sich aus Erschöpfung nicht mehr an den Anruf und die Absprachen im Zusammenhang mit dem Vorfall erinnern. In einem Gespräch mit einem Tesla-Direktor für das Autopilot-Programm habe er zuvor auf seine Belastung hingewiesen, sei damit jedoch nicht durchgedrungen.

Zusätzlicher regulatorischer Druck

Unabhängig von der Klage steht Tesla auch behördlich unter verschärfter Beobachtung. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat ihre bereits laufende Untersuchung PE24031 zu einer Engineering Analysis mit der Bezeichnung EA26002 hochgestuft und von Tesla in einem Auskunftsersuchen vom 2. Juli diesen Jahres umfangreiche zusätzliche Informationen angefordert. Im Zentrum steht die Frage, ob das FSD-System eingeschränkte Sichtbedingungen durch Blendung, Nebel oder Staub zuverlässig erkennt und Fahrer rechtzeitig warnt. Die Behörde bezieht sich dabei auf neun Unfälle, bei denen Fahrer nach den vorliegenden Angaben möglicherweise nicht bemerkt hätten, dass eine solche Bedingung die Erkennungsfähigkeit des Systems beeinträchtigte.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Justin Sullivan/Getty Images, Tobias Arhelger / Shutterstock.com

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