Windenergiesektor fordert vor europäischem Gipfel massive Investitionen


BERLIN (Dow Jones)--Die Stiftung Offshore-Windenergie hat vor dem zweiten europäischen Nordsee-Gipfel zur Windenergie von der Politik "handfeste industriepolitische Maßnahmen" und massive Investitionen gefordert, um die Energiewende hin zur Klimaneutralität zu schaffen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPPD), der an dem Gipfel im belgischen Ostende teilnimmt, müsse bessere Bedingungen für den Ausbau der Windenergie schaffen. Das Treffen am heutigen Montag hat sich zum Ziel gesetzt, die Nordsee bis zum Jahr 2050 zum größten Kraftwerk für erneuerbare Energien zu machen und die grüne Transformation mithilfe von Wasserstoff und Offshore-Windenergie voranzutreiben.

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"Wir sehen auch in Deutschland schon jetzt drastische Engpässe bei der Produktion von Komponenten, wie Konverterplattformen, Kabeln und Fundamenten sowie einen Mangel an Fachkräften und Spezialschiffen. Für den Ausbau der benötigten Infrastrukturen wie Häfen und Netze sind jetzt massive Investitionen vonnöten", sagte Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung.

Die Stiftung Offshore-Windenergie hat nach eigenen Angaben mit mehr als 100 europäischen Partnern aus den Bereichen Offshore-Wind und Wasserstoff eine Industrieerklärung unterzeichnet, um den neun am Nordsee-Gipfel teilnehmenden Ländern aufzuzeigen, wo noch dringender Handlungsbedarf besteht. Hier müsse man aktiv werden, damit die Nordsee zum grünen Kraftwerk Europas gemacht werden könne.

Im belgischen Ostende treffen sich am Nachmittag und Abend die Staats- und Regierungschefs. Dort soll unter anderem eine gemeinsame Gipfelerklärung unterzeichnet werden.

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Auf einem ersten Nordsee-Gipfel im Mai 2022 hatten Deutschland, Belgien, Dänemark und die Niederlande sich im dänischen Esbjerg zum Ziel gesetzt, bis 2030 ihre Offshore-Leistung vervierfachen - auf gemeinsam mindestens 65 Gigawatt - und bis 2050 sogar auf das Zehnfache steigern, auf dann 150 Gigawatt. Außerdem wollten die Länder ihre Kooperation bei der künftigen Erzeugung grünen Wasserstoffs aus Offshore-Windenergie und beim Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Region verstärken.

In Ostende sind nun fünf weitere Partnerländer dabei: Großbritannien, Frankreich, Irland, Norwegen sowie Luxemburg, obwohl der kleine Staat keine Küste hat.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/jhe

(END) Dow Jones Newswires

April 24, 2023 08:59 ET (12:59 GMT)