Zahlen enttäuschen

Figma-Aktie bricht zweistellig ein: Bilanz enttäuscht trotz Rekordumsatz


Figma-Aktie bricht zweistellig ein: Bilanz enttäuscht trotz Rekordumsatz

Figma präsentierte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal. So fiel die Reaktion der Anleger aus.

  • Umsatz steigt im zweiten Quartal um 48 Prozent
  • GAAP-Verlust weitet sich aber aus
  • Figma hebt die Jahresprognose an
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Die Figma-Aktie bricht im Handel an der NYSE am Donnerstag zeitweise um 17,03 Prozent auf 23,36 US-Dollar ein. Der Kursrutsch folgt auf die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die der Anbieter von Designsoftware gestern nach Handelsschluss veröffentlicht hat. Die Reaktion wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, denn wie aus der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht, wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 370,1 Millionen US-Dollar und lag damit über der zuvor ausgegebenen Prognose. Es ist bereits das dritte Quartal in Folge, in dem sich das Wachstumstempo beschleunigt. Dass die Aktie trotzdem deutlich nachgibt, deutet darauf hin, dass Anleger tiefer in die Zahlen geschaut und dort Warnsignale gefunden haben, die über die reine Wachstumsrate hinausgehen.

Verlust weitet sich trotz Rekordumsatz aus

Ein Blick auf die Ergebniszeile liefert eine erste Erklärung für die Enttäuschung. Laut der Mitteilung lag der GAAP-Verlust aus dem operativen Geschäft bei 117,3 Millionen US-Dollar, was einer operativen GAAP-Marge von minus 32 Prozent entspricht. Auf bereinigter Basis blieb zwar ein non-GAAP-Betriebsergebnis von 36,1 Millionen US-Dollar stehen, entsprechend einer non-GAAP-Marge von 10 Prozent, doch der GAAP-Nettoverlust summierte sich auf 112,2 Millionen US-Dollar. Figma selbst führt die höheren Kosten auf gestiegene Vertriebs- und Marketingausgaben rund um die eigene Nutzerkonferenz Config zurück. Beim Bruttoergebnis zeigte sich dagegen ein deutlich freundlicheres Bild: Die GAAP-Bruttomarge lag bei 84 Prozent, die non-GAAP-Bruttomarge bei 85 Prozent, und das Wachstum des Bruttogewinns beschleunigte sich im Jahresvergleich auf 40 Prozent.

Ausblick: Figma-Aktie leidet unter langsamerem Wachstumstempo

Der wohl entscheidende Belastungsfaktor liegt im Ausblick. Für das dritte Quartal rechnet Figma laut eigenen Angaben mit einem Umsatz zwischen 373,0 und 375,0 Millionen US-Dollar, was in der Mitte der Spanne einem Wachstum von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche, deutlich weniger als die 48 Prozent aus dem abgelaufenen Quartal. Für das Gesamtjahr hob das Unternehmen die Umsatzprognose zwar auf eine Spanne von 1,463 bis 1,467 Milliarden US-Dollar an und damit um 40 Millionen US-Dollar gegenüber der zuvor kommunizierten Prognose, was im Mittelwert einem Jahreswachstum von 39 Prozent entspräche. Das bereinigte Betriebsergebnis für das Gesamtjahr soll zwischen 125,0 und 135,0 Millionen US-Dollar liegen, was einer non-GAAP-Marge von rund 9 Prozent im Mittelwert entspricht. Anleger, die zuletzt mit einer Fortsetzung der Wachstumsbeschleunigung kalkuliert hatten, sehen sich mit diesen Zahlen offenbar auf dem falschen Fuß erwischt.

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Management verweist auf KI-Monetarisierung und starke Kundenbindung

Figma-Chef Dylan Field erklärte laut der Pressemitteilung, das zweite Quartal sei bereits das dritte in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum gewesen, und je stärker klassischer Code zur Commodity werde, desto größer werde die Chance für ein Unternehmen, das mit seinen Werkzeugen weiter oben in der Wertschöpfungskette ansetze. Mit Blick auf neue Funktionen wie Code Layers und den ins Programm integrierten Figma-Agenten betonte er, das Unternehmen baue eine Oberfläche, auf der Teams von Design über Code bis hin zu KI-Agenten alle Werkzeuge an einem Ort fänden. Finanzchef Praveer Melwani ergänzte, das zweite Quartal sei das erste vollständige Quartal mit Monetarisierung von KI-Guthaben gewesen und die Nettodollarbindungsrate habe mit 136 Prozent hoch gelegen, weil Kunden sowohl zusätzliche Lizenzen als auch KI-Zusatzpakete gebucht hätten. Diese Signale gäben dem Unternehmen laut Melwani die Zuversicht für die angehobene Jahresprognose. Nach Angaben aus der Mitteilung nutzten zum Ende Juli bereits mehr als die Hälfte der Kunden mit über 10.000 US-Dollar Jahresumsatz den Figma-Agenten wöchentlich, und über 80 Prozent dieser Kundengruppe griffen wöchentlich auf KI-Guthaben zurück.

Der nächste belastbare Datenpunkt für die Frage, ob sich das Wachstumstempo wie angedeutet weiter abschwächt oder ob die eigene Prognose erneut zu vorsichtig war, dürften die Zahlen zum dritten Quartal sein, die sich an der jetzt ausgegebenen Spanne von 373 bis 375 Millionen US-Dollar Umsatz messen lassen müssen.

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Der aktuelle Kursrutsch zeigt, wie anspruchsvoll die Bewertung der Figma-Aktie bereits eingepreistes Wachstum voraussetzt. Schon eine Abschwächung der Wachstumsrate, wie sie die eigene Prognose für das dritte Quartal andeutet, reicht offenbar aus, um trotz insgesamt starker Geschäftszahlen und einer angehobenen Jahresprognose einen deutlichen Kursrücksetzer auszulösen.

Bettina Schneider, Martina Köhler, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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