Zahlen präsentiert

Vonovia-Aktie gibt trotz solider Erträge leicht nach: Cashflow und Mietwachstum belasten


Vonovia-Aktie gibt trotz solider Erträge leicht nach: Cashflow und Mietwachstum belasten

Vonovia hat im ersten Halbjahr das bereinigte EBITDA gesteigert und die Markterwartungen bei wichtigen Ergebniskennzahlen übertroffen.

Vonovia hat im ersten Halbjahr den operativen Gewinn EBITDA leicht gesteigert und dabei - wie im ersten Quartal - von einem höheren Beitrag aus dem Vermietungsgeschäft sowie den wohnungsnahen Dienstleistungen profitiert. Vor Steuern ergaben sich leichte Gewinnrückgänge, die Ergebnisse übertrafen aber die Markterwartungen. Der Bochumer Wohnimmobilienkonzern profitierte im Halbjahr von einer Neubewertung des Portfolios, die zu einem Wertzuwachs führte. Nach Steuern und Dritten sank der den Aktionären zuzurechnende Gewinn, laut Mitteilung vor allem wegen deutlich höherer Anteile Dritter (Minderheiten) am Ergebnis als im Vorjahr. Für die Ertragsziele im Gesamtjahr und bis 2028 sieht sich der DAX-Konzern auf Kurs.

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Vonovia erwartet Belebung im zweiten Halbjahr

Beim EBITDA 2026 baut Vonovia auf eine Erholung in den Vertriebs-Segmenten Neubau und Wohnungsprivatisierung, die sich im ersten Halbjahr im aktuell schwierigen Marktumfeld verhalten entwickelten. "Wir erwarten, dass wir wie üblich sowohl im Neubau als auch bei der Wohnungsprivatisierung in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnen werden", sagte CEO Luka Mucic.

Bereinigtes EBITDA übertrifft Erwartungen

Im ersten Halbjahr steigerte Vonovia den bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA total) um 2,4 Prozent auf 1,457 Milliarden Euro. Die Markterwartung lag bei 1,433 Milliarden Euro.

Der für die Dividende relevante bereinigte Vorsteuergewinn (EBT) sank um 2,6 Prozent auf 962,3 Millionen Euro; je Aktie betrug er 1,13 Euro nach 1,20 Euro. Die Konsensschätzung lag bei 1,11 Euro je Aktie.

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Der ebenfalls für die Dividende wichtige Operating Free Cashflow (OFCF) sank um 45 Prozent auf 607,5 Millionen Euro, unter anderem wegen Dividendenzahlungen. Die Konsensschätzung lag leicht höher bei 647 Millionen Euro.

Portfolio gewinnt an Wert

Der Wertzuwachs durch die Portfolioneubewertung zum 30. Juni belief sich den Angaben zufolge auf 1,1 Prozent ohne Investitionen (Vorjahr 0,7 Prozent) bzw. 1,8 Prozent einschließlich Investitionen (Vorjahr 1,3 Prozent).

Das auf die Aktionäre entfallende bereinigte Periodenergebnis sank um 5 Prozent auf 771,6 Millionen Euro bzw. je Aktie auf 0,91 Euro (Vorjahr 0,99 Euro).

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Vonovia bestätigt Jahresziele

Im Gesamtjahr peilt Vonovia weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an sowie einen Vorsteuergewinn von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro und ein bereinigtes Periodenergebnis (adjusted shareholder earnings) von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro. Beim organischen Mietwachstum rechnet der Konzern nun mit 20 Basispunkten weniger, vor allem wegen des Berliner Mietspiegels.

Vonovia-CFO: Finanzierungskosten erwartungsgemäß, managen proaktiv

Vonovia hat im ersten Halbjahr höhere Finanzierungskosten verzeichnet, die aber CFO Philip Grosse zufolge den Erwartungen des Konzerns entsprechen.

Im Halbjahr seien die Finanzierungskosten im Vorjahresvergleich um 40 Millionen Euro höher gewesen, sagte Grosse in der Medientelefonkonferenz nach den Halbjahresergebnissen. Im ersten Quartal hatte Grosse den Anstieg auf 20 Millionen Euro beziffert. Die Nettofinanzierungskosten lagen Grosse zufolge im Halbjahr bei 406 Millionen Euro verglichen mit 363 Millionen im ersten Halbjahr 2025.

Vonovias Kapitalstruktur "ist weiterhin solide", sagte Grosse. Seit Jahresbeginn habe Vonovia eine "proaktive Finanzierungsstrategie" gefahren, rund 4,4 Milliarden Euro bisher refinanziert und einen guten Teil der Anleihefälligkeiten 2027 und 2028 abgedeckt. Vonovia habe im ersten Halbjahr angesichts der "aktuellen Marktunsicherheiten" die Finanzierungen bewußt vorgezogen, um "günstige Marktfenster" für Anleihen und Liability-Management zu nutzen.

Zum Schuldenabbau hätten im ersten Halbjahr auch Verkäufe beigetragen. Laut Mitteilung wurden in den ersten sechs Monaten Transaktionen in Höhe von 700 Millionen Euro realisiert und 400 Millionen davon bereits abgeschlossen, teilte der Wohnimmobilienkonzern mit. Die Vonovia-Aktie zeigte sich im XETRA-Handel letztlich 2,63 Prozent schwächer bei 21,07 Euro.

DOW JONES

Bildquellen: Vonovia SE

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