Neue Milliarden-Aufträge, höhere Prognose: CoreWeave-Aktie schießt hoch
Nach mehreren enttäuschenden Quartalen in Folge hat CoreWeave neue Zahlen und eine angehobene Prognose vorgelegt. Anleger zeigen sich begeistert.
- Auftragsbestand und Prognose wachsen gleichzeitig
- Großkunden wie Meta und Anthropic bauen ihre Bindung an den Anbieter weiter aus
- Milliardenschwere Finanzierungen sichern den Kapazitätsausbau
CoreWeave, ein Anbieter von Cloud- und Hardware-Kapazität für KI-Workloads, hat für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzsprung gemeldet und die eigene Prognose übertroffen. Die Aktie reagiert an der NASDAQ mit einem Kurssprung von 18,19 Prozent auf 106,75 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Anteilsschein damit um mehr als 26 Prozent zugelegt.
Umsatzsprung und wachsender Auftragsbestand
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,21 auf 2,58 Milliarden US-Dollar - ein Plus von rund 112 Prozent. Der Nettoverlust weitete sich zugleich von 290 auf 626 Millionen US-Dollar aus, was einem verwässerten Verlust je Aktie von 1,14 US-Dollar entspricht. Das Adjusted EBITDA kletterte auf 1,51 Milliarden US-Dollar bei einer Marge von 59 Prozent, während das Adjusted Operating Income mit 128 Millionen US-Dollar unter dem Vorjahreswert von 200 Millionen US-Dollar lag.
Der Auftragsbestand wuchs von 99,4 Milliarden US-Dollar Ende des ersten Quartals auf 104,2 Milliarden US-Dollar zum Ende des zweiten Quartals. Zu Beginn des dritten Quartals 2026 sicherte sich das Unternehmen zudem mehr als 25 Milliarden US-Dollar an neuen Kundenverpflichtungen.
CoreWeave hebt Prognose und Investitionsausgaben an
CoreWeave hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 12,4 bis 13,2 Milliarden US-Dollar an (Mai-Prognose: 12 bis 13 Milliarden US-Dollar). Das erwartete Adjusted Operating Income für 2026 stieg auf 960 Millionen bis 1,15 Milliarden US-Dollar. Für das laufende dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 3,45 bis 3,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Damit wurden die Erwartungen übertroffen: Analysten hatten laut Bloomberg zuvor einen Wert am unteren Ende dieser Spanne erwartet.
Gleichzeitig erhöhte CoreWeave seine CAPEX-Prognose für 2026 von zuvor 31 bis 35 Milliarden auf nun 35 bis 39 Milliarden US-Dollar. Die Investitionsausgaben erreichten im abgelaufenen Quartal 9,4 Milliarden US-Dollar, nach 6,8 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Zum Quartalsende standen dem rund 35 Milliarden US-Dollar an Schulden in der Bilanz gegenüber, mit denen unter anderem NVIDIA-Grafikprozessoren finanziert wurden. CEO Michael Intrator erklärte in der Telefonkonferenz, das Unternehmen habe seinen Plan über die gesamte Bandbreite hinweg übertroffen. Zudem schließe man bei nahezu ausverkaufter kurzfristiger Kapazität Compute-Vereinbarungen zu zunehmend günstigeren Konditionen ab.
Großkunden und Finanzierung stützen das Wachstum
Der Techkonzern Meta weitete sein Engagement bei CoreWeave im zweiten Quartal um zusätzliche 21 Milliarden US-Dollar aus. Hinzu kam eine Mehrjahresvereinbarung mit Anthropic. Jane Street sagte weitere 6 Milliarden US-Dollar für Cloud-Compute zu, nachdem das Handelsunternehmen bereits zuvor eine Milliarde US-Dollar investiert hatte. Zu den bestehenden Großkunden zählen außerdem Microsoft, Bentley Systems, Caterpillar und Grammarly.
Ausblick für CoreWeave
Entscheidend für die kommenden Quartale wird sein, ob CoreWeave die angehobene Umsatzspanne erreicht und wie sich die deutlich erhöhten Investitionen auf die Profitabilität auswirken. Die Entwicklung des Auftragsbestands zeigt zudem, wie nachhaltig die Nachfrage der Großkunden bleibt.
Claudia Stephan, Thomas Zoller, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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