Zahlen überzeugen

Zoom-Aktie mit Kurssprung: Mutiert der Videokonferenz-Pionier zur KI-Aktie?


Zoom-Aktie mit Kurssprung: Mutiert der Videokonferenz-Pionier zur KI-Aktie?

Zoom hat mit starken Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Kommt hier die nächste KI-Story?

• Zoom übertrifft bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen
• KI-Funktionen wie AI Companion wachsen stark
• Aktie reagiert nachbörslich mit deutlichem Kurssprung

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Die Zeiten, in denen Zoom als reiner Corona-Profiteur galt, dessen Kurs nach dem Pandemie-Boom dramatisch einbrach, scheinen endgültig vorbei zu sein. Der US-Konzern formiert sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Akteur im Bereich der künstlichen Intelligenz. Mit den jüngsten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 hat das Unternehmen die Erwartungen des Marktes übertroffen und ein deutliches Signal an die Wall Street gesendet, dass die Transformation zu einer KI-gestützten Arbeitsplattform greifbare Früchte trägt.

Starke Quartalszahlen pulverisieren die Analystenerwartungen

In dem am 30. April beendeten ersten Quartal konnte Zoom ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,55 US-Dollar erzielen, nach 1,43 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Konsens im Vorfeld lediglich mit 1,42 US-Dollar gerechnet. Auch beim Umsatz übertraf der Tech-Konzern die Erwartungen: Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 1,24 Milliarden US-Dollar, während der Markt von 1,22 Milliarden US-Dollar ausgegangen war. Haupttreiber dieser Dynamik war das wichtige Enterprise-Geschäft, dessen Umsatz um 7,2 Prozent auf 755,7 Millionen US-Dollar zulegte und inzwischen 61 Prozent der Gesamterlöse ausmacht.

Als fundamentaler Wachstumsmotor erweist sich die rasant zunehmende Akzeptanz der neuen KI-Funktionen. Konzernchef Eric Yuan betonte, dass Kunden Zoom immer häufiger als ein "KI-first"-System für moderne Arbeitsumgebungen nutzen. Besonders deutlich wird dieser Trend beim kostenpflichtigen Dienst "AI Companion", dessen monatlich aktive Nutzerzahl (MAU) im Vergleich zum Vorjahr um 184 Prozent in die Höhe gesprungen ist. Zudem erreichte das KI-gestützte Notizprogramm "My Notes" innerhalb von nur vier Monaten nach dem Start bereits 1,5 Millionen lizenzierte Anwender.

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In diesem Bereich will Zoom auch künftig weiter stark agieren: "Dank unserer starken Profitabilität, unseres soliden Cashflows und einer erhöhten Ermächtigung zum Aktienrückkauf konzentrieren wir uns weiterhin darauf, KI-Innovationen in nachhaltiges Wachstum, messbaren Kundennutzen und langfristige Aktionärsrenditen umzuwandeln", so der Konzernchef weiter.

Zoom-Aktie mit Kurssprung nach angehobener Jahresprognose

Die positiven operativen Entwicklungen veranlassten die Unternehmensführung dazu, die Prognose für das gesamte Fiskaljahr 2027 nach oben zu schrauben. Zoom erwartet nun ein bereinigtes Jahresergebnis je Aktie zwischen 5,96 und 6,00 US-Dollar, was über der bisherigen Markterwartung von 5,88 US-Dollar liegt. Der Jahresumsatz soll sich auf 5,08 bis 5,09 Milliarden US-Dollar belaufen, womit ebenfalls die Wall-Street-Schätzung von 5,07 Milliarden US-Dollar übertroffen würde. Für das anstehende zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn von 1,45 bis 1,47 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz zwischen 1,265 und 1,27 Milliarden US-Dollar, was sich weitgehend im Rahmen der Markterwartungen bewegt.

Anleger reagierten begeistert auf die Zahlen: An der NASDAQ schoss die Zoom-Aktie zeitweise um 9,19 Prozent auf 105,64 US-Dollar nach oben, nachdem sie im regulären Handel am Donnerstag noch um 2,7 Prozent auf 96,75 US-Dollar nachgegeben hatte. Damit setzt der Anteilsschein seinen seit Beginn des Jahres 2026 eingeschlagenen Erholungskurs fort, der dem Titel im bisherigen Jahresverlauf bereits ein Plus von 12 Prozent einbrachte. Von den Höchstständen während der Corona-Pandemie, als die Zoom-Aktie bis auf 568,34 US-Dollar geklettert war, blieb das Unternehmen aber weit entfernt.

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Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com

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