Alphabet-Aktie knickt ein: Google-Mutter steigert Gewinn und Umsatz - Mehr Milliarden für KI
Für Anleger der Google-Mutter Alphabet wurde es am Mittwoch nach US-Börsenschluss spannend: Der Techriese hat seine Bücher geöffnet.
Der Internetkonzern Alphabet hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Anleger richteten ihren Blick dabei insbesondere auf die Entwicklung von Umsatz und Gewinn sowie auf den Vergleich mit den Erwartungen der Analysten. So fiel die Bilanz aus.
Im Berichtsquartal erzielte die Google-Mutter Alphabet einen Gewinn je Aktie von 5,11 US-Dollar, nach einem EPS von 2,31 US-Dollar im Vorjahresquartal. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit 2,87 US-Dollar je Aktie gerechnet hatten, übertroffen. Unter dem Strich stieg der Quartalsgewinn in den Büchern vor allem durch Wertsteigerungen bei bilanzierten Investments auf 112,1 Milliarden Dollar von knapp 28,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Beim Umsatz steigerte Alphabet die Erlöse von 96,54 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 119,8 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt mit einem Umsatz von 117,00 Milliarden US-Dollar gerechnet. Damit entwickelte sich der Umsatz stärker als erwartet.
Alphabet hält unter anderem eine Beteiligung an Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, die vor gut einem Monat an die Börse ging.
Im Kerngeschäft mit Werbung rund um die Google (Alphabet C (ex Google))-Suchmaschine stieg der Umsatz im Jahresvergleich um fast 17 Prozent auf 63,27 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren wurde viel spekuliert, ob neue Rivalen, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz auf Anfragen eher Antworten statt Links liefern wollen, Googles führender Suchmaschine das Leben schwer machen könnten. Doch der Internet-Riese integrierte selbst KI-Funktionen in seine Suchmaschine - und kann das eigene Geschäft dadurch ausbauen.
Mehr Milliarden für KI - Investitionen werden hinterfragt
Den Aktien des Google-Mutterkonzerns Alphabet dürfte am Donnerstag nach den am Vorabend vorgelegten Quartalszahlen eine Erholung weiter schwerfallen. Mit dem Wachstum überzeugte der Internetkonzern, doch abermals hohe Investitionen werden von Anlegern immer stärker hinterfragt.
An ihr Mitte Mai nach steiler Rally erreichtes Rekordhoch bei rund 409 US-Dollar kommen die Papiere zurzeit nicht heran. Im NASDAQ-Handel sank der Kurs der Alphabet-A-Aktien letztlich um 7,13 Prozent auf 317,69 US-Dollar. Die C-Aktien verloren daneben bis zum Handelsschluss 6,89 Prozent auf 318,34 US-Dollar.
Der Umsatz der Kalifornier war im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 24 Prozent auf fast 120 Milliarden Dollar gewachsen. Analysten hatten etwas weniger auf dem Zettel. Das Unternehmen will aber noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken.
Marktteilnehmer zweifeln, ob sich die Investitionen auszahlen und sorgen sich vor neuen Konkurrenten, die mithilfe von KI auf Anfragen eher Antworten statt Links liefern wollen und Googles führender Suchmaschine das Leben schwer machen könnten. Doch der Internet-Riese integrierte selbst KI-Funktionen in seine Suchmaschine - und kann das eigene Geschäft dadurch ausbauen.
Dennoch scheinen die Milliarden-Investitionen in KI im Techsektor zunehmend zur Belastung für die Kurse zu werden. Nicht nur Alphabet, auch andere Tech-Riesen stecken sehr viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Alphabet rechnet nun für 2026 mit Ausgaben von 195 bis 205 Milliarden Dollar. Die Spanne war erst im Frühjahr von 175 bis 185 auf 180 bis 190 Milliarden angehoben worden.
Die weiter hochgeschraubten Investitionen reflektierten größtenteils die Bestrebungen des Konzerns, die Kapazitäten schneller hochzufahren, um eine steigende Nachfrage zu bedienen, kommentierte Analyst Doug Anmuth von der US-Bank JPMorgan. Trotz dieser Bemühungen herrsche aber weiterhin ein Angebotsmangel, und Google greife verstärkt auf Kapazitäten von Drittanbietern zurück, um die Lücke zu schließen und seinen Kundenstamm weiter auszubauen. Dies dürfte kurzfristig zu etwas Druck auf die Margen führen, so der Experte.
Sein Kursziel für die Alphabet A-Aktien senkte Anmuth von 460 auf 420 Dollar, bleibt aber auf "Overweight". Kursrücksetzer sollten Anleger zum Kauf nutzen. Der Umsatz von Alphabet unterstreiche die Stärke im Cloud- und Suchmaschinengeschäft im Zusammenhang mit KI.
Brad Erickson von der kanadischen Bank RBC merkte an, dass der Umsatz von Alphabet über den Erwartungen liege, die Margen und das Ergebnis je Aktie dagegen leicht darunter. Der freie Barmittelfluss sei erstmals negativ.
Das sagen Analysten zur Alphabet-Aktie
Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für (Alphabet A-Aktie nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Outperform" mit einem Kursziel von 425 US-Dollar belassen. Der Umsatz der Google-Holding liege über den Erwartungen, die Margen und das Ergebnis je Aktie dagegen leicht unter den Konsensschätzungen, schrieb Brad Erickson in einer ersten Einschätzung vom Vortag. Der Free Cashflow des Technologiekonzerns sei aber erstmals negativ.
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für die Alphabet A-Aktie nach Zahlen zum zweiten Quartal von 460 auf 420 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Stärke im Cloud- und Suchmaschinengeschäft belegten die Umsätze im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, schrieb Doug Anmuth in einer Einschätzung am Donnerstag. Gleichzeitig stiegen allerdings die Kapitalausgaben des Technologiekonzerns. Kursrücksetzer rät der Experte für Käufe zu nutzen.
EU verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google
Die EU verhängt gegen Google wegen unfairer Geschäftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. Der US-Konzern hat nach Ansicht der Europäischen Kommission mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt.
Mit der Strafe riskiert die EU-Kommission erneute Spannungen mit Washington. US-Präsident Donald Trump hatte die Digitalgesetze der Union in der Vergangenheit scharf kritisiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.
Konkret wirft die Brüsseler Behörde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen - etwa eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM - prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission.
Zudem hindere der Online-Riese App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben - also etwa auf einen besseren Preis in einem anderen App-Store zu verweisen.
Google: Entscheidung macht Dienste kaputt
Der US-Konzern kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal täglich genutzte Dienste kaputt. "Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europäer schätzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeit von Hotels, Flügen und Restaurants", teilte Google mit.
Bei Google Play müssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. "Regulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen", hieß es weiter.
Gibt es Ärger mit Trump? - Zölle laufen eigentlich aus
Bereits vor der Entscheidung in dem EU-Verfahren wurde darüber spekuliert, ob eine solche Strafe US-Präsident Trump verärgern und politische Folgen haben könnte. Die europäischen Digitalgesetze hatte seine Regierung besonders dann kritisiert, wenn die Brüsseler Behörde gegen US-Konzerne vorgegangen war.
Google: Entscheidung macht Dienste kaputt
Der US-Konzern kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal täglich genutzte Dienste kaputt. "Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europäer schätzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeit von Hotels, Flügen und Restaurants", teilte Google mit.
Bei Google Play müssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. "Regulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen", hieß es weiter.
Claudia Stephan, Julia Walter, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
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