Zahlenvorlage

Hims & Hers-Aktie knickt ein: Novo-Nordisk-Deal drückt Marge trotz Milliarden-Umsatz


Hims & Hers-Aktie knickt ein: Novo-Nordisk-Deal drückt Marge trotz Milliarden-Umsatz

Umsatzsprung, höhere Jahresprognose und trotzdem ein tiefroter Kurs. Was hinter dem Widerspruch steckt.

  • Umsatzwachstum übertrifft die Erwartungen der Wall Street deutlich
  • Nettoverlust und schrumpfende Marge trüben das eigentlich starke Bild
  • Die Novo-Nordisk-Kooperation zeigt sich in den internationalen Zahlen
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Hims & Hers hat am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten beim Umsatz klar übertroffen. Trotz höherer Jahresprognose gerät die Aktie der Telemedizin-Plattform unter Druck, da Nettoverlust und sinkende Bruttomarge die positive Umsatzentwicklung überschatteten.

Umsatz übertrifft Erwartungen, Verlust wächst

Der Umsatz von Hims & Hers kletterte im zweiten Quartal auf 753,2 Millionen US-Dollar und lag damit rund 38 Prozent über dem Vorjahreswert von 544,8 Millionen US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich 699,89 Millionen US-Dollar erwartet. Die Abonnentenzahl stieg um 19 Prozent auf rund 2,891 Millionen, der US-Umsatz legte um 16 Prozent auf 621,8 Millionen US-Dollar zu, während der Auslandsumsatz von 7,5 Millionen auf 131,4 Millionen US-Dollar sprang.

Gleichzeitig rutschte das Unternehmen tief in die roten Zahlen: Der Nettoverlust lag bei 86,3 Millionen US-Dollar, nach einem Nettogewinn von 42,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das verwässerte Ergebnis je Aktie fiel auf minus 0,37 US-Dollar von zuvor plus 0,17 US-Dollar. Auch das bereinigte EBITDA sank auf 60,3 Millionen US-Dollar von 82,2 Millionen US-Dollar, während die Bruttomarge von 76 Prozent auf 64 Prozent zurückging. CFO Yemi Okupe erklärte laut Mitteilung, das internationale Geschäft sei um mehr als das 17-Fache gewachsen, gestützt durch den im Juni abgeschlossenen Zukauf des australischen Digital-Health-Unternehmens Eucalyptus.

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Novo-Nordisk-Kooperation und Ausblick

Hintergrund der gesunkenen Marge ist eine strategische Umstellung im US-Gewichtsverlust-Geschäft: Nachdem Novo Nordisk, Hersteller der Adipositas-Präparate Ozempic und Wegovy, die erste Zusammenarbeit im Juni 2025 wegen Vorwürfen unzulässiger Nachahmerpräparate beendet hatte, einigten sich beide Unternehmen am 9. März diesen Jahres erneut. Seitdem bietet Hims & Hers Ozempic und Wegovy zu denselben Preisen wie andere Telemedizin-Anbieter an und überführt Kunden schrittweise von kompoundierten auf Markenpräparate, was die Lagerabschreibungen und Restrukturierungskosten der vergangenen beiden Quartale erklärt. CFO Okupe verwies zudem auf die Fähigkeit, das Peptid-Angebot rasch zu skalieren, sofern es die US-Regulierung zulasse.

Für das laufende Geschäftsjahr hob Hims & Hers die Umsatzprognose auf eine Spanne von 3,1 bis 3,3 Milliarden US-Dollar an und passte die Erwartung für das bereinigte EBITDA auf 275 bis 325 Millionen US-Dollar an. Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 880 und 900 Millionen US-Dollar sowie einem bereinigten EBITDA von 75 bis 95 Millionen US-Dollar. CEO Andrew Dudum betonte laut Mitteilung, man liefere eine Weltklasse-Gesundheitserfahrung in globalem Maßstab und zu einem angemessenen Preis für knapp drei Millionen Kunden.

Hims & Hers-Aktie unter Druck

An der Reaktion der Aktie zeigt sich, dass die Anleger die operativen Belastungen wohl stärker gewichten als das Umsatzwachstum: Vorbörslich brach der Kurs an der NYSE stellenweise um über 6 Prozent ein. Im Haupthandel verlor das Papier dann letztlich nur noch 3,97 Prozent auf 30,51 US-Dollar. Damit dokumentierte der Markt, dass trotz der optimistischeren Jahresprognose Zweifel an der Profitabilität und regulatorische Unsicherheiten im Vordergrund standen.

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Der Ausgang der Ende Juli 2026 eingereichten FTC-Klage sowie die Integration von Eucalyptus bleiben zwei offene Punkte für die kommenden Quartalszahlen von Hims & Hers.

Julia Walter, Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com

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