Zeitplan verschoben

Virgin Galactic-Aktie bricht ein: Delta-Flotte startet erst 2027 - Nettoverlust gesunken


Virgin Galactic-Aktie bricht ein: Delta-Flotte startet erst 2027 - Nettoverlust gesunken

Virgin Galactic machte im zweiten Quartal operativ Fortschritte, doch der erste kommerzielle Flug der neuen Delta-Klasse lässt weiter auf sich warten. Anleger reagierten verschnupft.

  • Ein neuer Zeitplan für die Delta-Flotte sorgt an der Börse für Ernüchterung
  • Trotz Verzögerung meldet das Management Fortschritte bei Kosten und Liquidität
  • Ausgebuchte Ticket-Tranchen sollen künftige Einnahmen aus Raumflügen stützen
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Virgin Galactic hat den ersten kommerziellen Flug seiner neuen Delta-Klasse von Ende 2026 auf Februar 2027 verschoben. Das Raumfahrtunternehmen begründet den Schritt mit zusätzlichem Zeitbedarf für Avionik und Systeminstallationen.

Verzögerung bei der Delta-Klasse

Virgin Galactic, ein Raumfahrt- und Weltraumtourismus-Unternehmen mit dem Ziel wiederholbarer bemannter Suborbitalflüge, hat am Mittwoch nach Handelsschluss in den USA seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand allerdings nicht die Quartalsbilanz, sondern die ebenfalls kommunizierte Verschiebung des ersten kommerziellen Flugs der neuen Delta-Klasse: Statt im vierten Quartal 2026 soll das erste Schiff nun erst im Februar 2027 in den kommerziellen Betrieb starten. CEO Michael Colglazier erklärte, man benötige zusätzliche Zeit "für den Abschluss der Avionik- und Systeminstallationen".

Der Zeitplan sieht vor, dass die Flugtestphase mit einem sogenannten Captive-Carry-Flug im Oktober 2026 beginnt, während die Produktion neuer Raketen im vierten Quartal 2026 anlaufen soll. Ein zweites Raumschiff soll der Flotte im März 2027 beitreten. Erst mit beiden Schiffen im Einsatz peilt das Unternehmen einen positiven Quartals-Cashflow innerhalb des Jahres 2027 an. Nach Unternehmensangaben soll bei Verfügbarkeit beider neuen Raumschiffe langfristig eine Frequenz von zehn Flügen pro Monat erreicht werden.

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Verlust sinkt, Kurs bricht ein

Operativ zeigt der Bericht Fortschritte: Der Nettoverlust im zweiten Quartal 2026 fiel auf 55,9 Millionen US-Dollar, nach 67,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Virgin Galactic führt die Verbesserung vor allem auf einen Gewinn aus der Tilgung von Schulden sowie niedrigere Betriebskosten zurück, die auf 65 Millionen US-Dollar sanken. Der Umsatz blieb mit 134.000 US-Dollar aus Zugangsgebühren künftiger Astronauten nahezu bedeutungslos. Der freie Cashflow verbesserte sich auf minus 90,7 Millionen US-Dollar von zuvor minus 113,8 Millionen US-Dollar.

Zum 30. Juni 2026 verfügte Virgin Galactic über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 286 Millionen US-Dollar, gegenüber zusammen 307 Millionen US-Dollar an Barmitteln und Wertpapieren zum Jahresende 2025. Über ein Aktienprogramm nahm das Unternehmen im Quartal zusätzlich 134 Millionen US-Dollar brutto ein.

Trotz dieser operativen Fortschritte reagierte die Börse deutlich negativ: Die Virgin Galactic-Aktie brach am Mittwoch an der NYSE nachbörslich zweistellig ein. Im Handel am Donnerstag geht es um 7,12 Prozent nach unten auf 3,0650 US-Dollar.

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Schulden und Ticketverkäufe

Beim Schuldenabbau kam Virgin Galactic ebenfalls voran. Bei den im Februar 2027 fälligen Notes reduzierte das Unternehmen den ausstehenden Nennbetrag im zweiten Quartal 2026 um 52,5 Millionen US-Dollar auf 17,9 Millionen US-Dollar. Bei den bis Dezember 2028 laufenden Notes erfolgte eine weitere Tilgung um 40,5 Millionen US-Dollar, wodurch bis März 2028 keine Pflichttilgungen mehr anfallen. Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Management mit einem freien Cashflow zwischen minus 95 und minus 100 Millionen US-Dollar, im vierten Quartal 2026 soll sich dieser auf minus 80 bis minus 90 Millionen US-Dollar verbessern.

Auf der Nachfrageseite meldete Virgin Galactic, eine im zweiten Quartal 2026 verkaufte Tranche von Raumflug-Tickets zum Preis von 750.000 US-Dollar sei vorzeitig ausgebucht und überzeichnet gewesen, was die starke Nachfrage eines breiten Kundenkreises verdeutliche. Eine neue Tranche zu höheren Preispunkten soll im Herbst 2026 folgen.

Ob Virgin Galactic den neuen Zeitplan für die Delta-Klasse halten kann, dürfte sich an den kommenden Meilensteinen zeigen, insbesondere am geplanten Captive-Carry-Flug im Oktober 2026 und dem Start der Raketenproduktion im vierten Quartal 2026. Anleger werden zudem beobachten, ob sich der freie Cashflow in den nächsten Quartalen wie angekündigt verbessert.

Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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