Zerschlagung oder Verkauf?

PayPal-Aktie: Übernahmegerüchte lassen Kurs springen - Analysten wittern massive Unterbewertung


PayPal-Aktie: Übernahmegerüchte lassen Kurs springen - Analysten wittern massive Unterbewertung

Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch Private-Equity-Firmen oder strategische Partner wie JPMorgan haben die tiefgefallene PayPal-Aktie kurzzeitig beflügelt.

• Nach kräftigen Gewinne am Vortag werden PayPal-Anleger vorsichtig
• Analysten von Mizuho Securities sehen eine massive Unterbewertung
• Ein technischer Fehler führte zur temporären Exponierung von Kundendaten im Bereich PayPal Working Capital

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Übernahmehoffnungen stützen tiefgefallenen PayPal-Kurs

Die Aktien von PayPal haben aufgrund von fortgesetzten Übernahmespekulationen ihren jüngsten Erholungskurs am Dienstag mit einem weiteren Kurssprung fortgesetzt. Die Papiere des Zahlungsdienstleisters stiegen an der NASDAQ zuletzt um 7,6 Prozent auf 47,40 US-Dollar, nachdem sie bereits am Vortag getrieben von Hoffnungen auf den Kauf durch ein anderes Unternehmen um knapp 6 Prozent zugelegt hatten.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider berichtet, erwägt der Zahlungsabwickler Stripe die vollständige oder teilweise Übernahme von PayPal. Die Beratungen darüber befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Ein Vertreter von Stripe habe eine Stellungnahme abgelehnt, hieß es weiter.

Analysten uneinig über die weitere Entwicklung

Trotz der jüngsten Erholung bleibt die langfristige Performance der PayPal-Aktie ernüchternd, mit einem Rückgang von über 85 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von über 300 US-Dollar im Juli 2021. Dan Dolev, Analyst bei Mizuho Securities, betonte in einer Mitteilung an Kunden, aus welcher Dow Jones Newswires zitiert, dass das Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa sieben für das kommende Jahr "tief unterbewertet" sei, da es eines von nur vier weltweit anerkannten Zahlungsnetzwerken betreibe. Während Mizuho das "Buy"-Rating mit einem Ziel von 60 US-Dollar bestätigt, zeigen sich andere Häuser zurückhaltender. So halten Wolfe Research und Raymond James laut Daten von TipRanks weiterhin an ihrer Einstufung "Hold" fest, da PayPal weiterhin mit der Konkurrenz durch Apple Pay und veränderten Nutzergewohnheiten im E-Commerce zu kämpfen hat.

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Sicherheitsvorfall bei PayPal Working Capital

Bereits vor den Marktspekulationen wurde bekannt, dass PayPal mit den Folgen eines internen Datenlecks konfrontiert ist. Einem offiziellen Benachrichtigungsschreiben zufolge identifizierte das Unternehmen am 12. Dezember 2025 einen Fehler in der Anwendung für PayPal Working Capital (PPWC) Kredite. Dieser führte dazu, dass zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 13. Dezember 2025 die personenbezogenen Daten einer geringen Anzahl von Kunden für unbefugte Personen zugänglich waren. PayPal teilte mit, dass die verantwortliche Code-Änderung umgehend rückgängig gemacht wurde. Zu den betroffenen Informationen gehören unter anderem geschäftliche Kontaktdaten in Kombination mit Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten. Als Reaktion bietet das Unternehmen den betroffenen Nutzern zwei Jahre kostenloses Kredit-Monitoring über Equifax an.

Strategische Neuausrichtung unter neuer Führung

Die Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung oder einen Verkauf werden auch durch die Personalie des neuen CEO Enrique Lores befeuert. Lores, der zuvor HP leitete, gilt als Experte für komplexe Unternehmensstrukturen und deren Aufteilung. Jeff Cantwell von Seaport Research merkte in einer Analyse an, dass insbesondere eine Ausgründung von Venmo dem Dienst ermöglichen könnte, agiler und unabhängig von der PayPal-Bürokratie zu agieren. Angesichts einer Year-to-Date-Performance von minus 24 Prozent und einem 52-Wochen-Hoch, das mit 79,50 US-Dollar fast doppelt so hoch liegt wie der aktuelle Kurs, steht das Management unter erheblichem Zugzwang, den Shareholder Value nachhaltig zu steigern. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte eine Stellungnahme zu den Übernahmegerüchten gegenüber MarketWatch ab.

Redaktion finanzen.net / PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

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