Ziele im Blick

Dermapharm-Aktie schwächelt dennoch: Wachstum dank Markenarzneien


Dermapharm-Aktie schwächelt dennoch: Wachstum dank Markenarzneien

Markenarzneien und die jüngsten Übernahmen haben dem Pharmahersteller Dermapharm auch im zweiten Quartal Schwung verliehen.

Der Konzern sieht sich deshalb auf einem guten Weg. "Auch für das zweite Halbjahr sehen wir in allen drei Segmenten eine insgesamt positive Entwicklung und bestätigen vor diesem Hintergrund unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026", sagte Unternehmenschef Hans-Georg Feldmeier am Dienstag bei Vorlage vorläufiger Zahlen. Die Aktie schwankte am Vormittag zwischen Gewinnen und Verlusten.

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Das im SDAX notierte Papier verlor via XETRA nach leichten Zuwächsen zum Auftakt zunächst bis zu 1,5 Prozent, erholte sich aber zuletzt auf ein leichtes Minus von 0,49 Prozent auf 40,30 Euro. Seit dem Zwischentief Mitte Februar war der Kurs bis zum bisherigen Jahreshoch bei 51,90 Euro Mitte Mai um fast die Hälfte gestiegen, seitdem aber wieder deutlich gefallen. Seit Jahresbeginn steht aktuell noch ein Plus von rund 3 Prozent zu Buche.

Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr um 2,9 Prozent auf 591,0 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte noch der Konzernumbau das Wachstum gebremst. Aktuell profitierte Dermapharm auch vom Zukauf der Mucos-Gruppe, zu deren Portfolio die Schmerzmarke Wobenzym gehört. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 163,2 Millionen Euro nach 148 Millionen im Vorjahr. Die Marge erhöhte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 27,6 Prozent. Endgültige Halbjahreszahlen folgen am 25. August.

Für 2026 stellt Dermapharm weiterhin einen Umsatz von 1,182 bis 1,218 Milliarden Euro in Aussicht. 2025 war der Erlös leicht auf 1,165 Milliarden gesunken. Das bereinigte operative Ergebnis soll von zuvor knapp 325 Millionen dieses Jahr auf 331 bis 341 Millionen Euro steigen.

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MWB Research stufte die Aktie nach der Zahlenvorlage hoch auf "Buy". Der Umsatz sei leicht über den Markterwartungen ausgefallen, das bereinigte operative Ergebnis habe er erwartet, schrieb Analyst Harald Hof. Die bestätigte Jahresprognose impliziere zudem steigende Margen für das zweite Halbjahr. Nach der Kursschwäche infolge einer Überprüfung durch die Finanzaufsicht Bafin sieht Hof vergrößertes Aufwärtspotenzial.

Jefferies-Analyst Fabian Piasta verwies auf das unerwartet starke Wachstum, das vor allem durch organische Zuwächse bei den Markenarzneien sowie Beiträge der Zukäufe Mucos und F. Trenka getragen worden sei. Im Segment "Andere Gesundheitsprodukte" belaste weiterhin die schwache Entwicklung bei Arkopharma. Zudem dürfte der Umbau des Parallelimportegeschäfts im ersten Halbjahr noch etwas Gegenwind verursacht haben, der sich in der zweiten Jahreshälfte weiter normalisieren soll.

Dermapharm zieht sich schrittweise aus dem wenig einträchtigen Wiederverkauf sogenannter Parallelimporte aus anderen EU-Ländern zurück. Auch das Portfolio des Anfang 2023 übernommenen französischen Herstellers pflanzlicher Gesundheitsprodukte Arkopharma wird umgebaut. Im Gegenzug setzt der Konzern auf margenstärkere Markenarzneien. Zu Jahresanfang übernahm Dermapharm vom bisherigen Eigentümer Nestle (Nestlé) den Berliner Hersteller Mucos. Im Oktober 2025 kam bereits das österreichische Pharmaunternehmen F. Trenka mit Marken wie Eucarbon und Biocarbon zur Darmregulierung hinzu.

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Mitte Juli wurden unterdessen Untersuchungen der Bafin bekannt. Die Finanzaufsicht hat eine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts von Dermapharm für 2025 eingeleitet, da konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften vorgelegen hätten.

/tav/err/mis

GRÜNWALD (dpa-AFX)

Bildquellen: Dermapharm Holding SE

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