EZB: Länderanteile bei Staatsanleihebeständen nahezu unverändert
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Anteile der Euro-Länder an den Staatsanleihebeständen, die die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer Kaufprogramme APP und PEPP erworben hat, sind im Dezember und Januar nahezu unverändert geblieben. Wie aus EZB-Daten hervorgeht, machte die EZB im Rahmen des PEPP in den beiden Monaten erneut nicht von der Möglichkeit Gebrauch, bei der Wiederanlage von Tilgungsbeträgen Anleihen höher verschuldeter Länder zu bevorzugen. Auch bei den Länderanteilen beim APP, dessen Bestände im nächsten Jahr verkleinert werden dürften, gab es kaum Veränderungen.
Italiens Anteil an den im Rahmen des Pandemieprogramms PEPP erworbenen Staatsanleihen blieb auf dem Niveau von Ende November von 19,0 Prozent, Griechenlands sank auf 2,5 (November: 2,6) Prozent und Portugals auf 2,2 (2,3) Prozent. Deutschlands Anteil blieb bei 26,3 Prozent, Frankreichs stieg auf 19,9 (19,8) Prozent, der der Niederlande sank auf 5,5 (5,6) Prozent.
Die EZB sieht die Gefahr, dass die Straffung ihrer Geldpolitik in einigen südeuropäischen Ländern zu einem ungerechtfertigt starken Anstieg der Staatsanleiherenditen führen könnte. Sie behält sich daher vor, im Rahmen ihrer Reinvestition von Fälligkeiten die Anleihen bestimmter Länder überzugewichten.
Insgesamt wurden die PEPP-Staatsanleihebestände im Dezember und Januar um 0,892 (-0,281) Milliarden Euro erhöht. Die EZB will die Anleihebestände prinzipiell unverändert halten, was aber aufgrund von Inkongruenzen bei Fälligkeiten und Käufen nicht immer gelingt.
Im Rahmen des APP nahm der Staatsanleiheanteil Deutschlands im Januar auf 27,2 (Dezember: 27,1) Prozent zu und Frankreichs auf 21,9 (21,8) Prozent. Italiens Anteil sank auf 18,0 (18,1) Prozent und Spaniens auf 12,7 (12,9) Prozent. Die Anteile am eingezahlten EZB-Kapital, an denen sich die Staatsanleihekäufe orientieren, betragen 26,1 Prozent, 20,2 Prozent, 16,9 Prozent und 11,8 Prozent.
Es sind nicht genügend Staatsanleihen von allen Euro-Ländern vorhanden, was durch höhere Käufe in den großen Mitgliedstaaten ausgeglichen wurde. Außerdem werden im Rahmen des APP keine griechischen Staatsanleihen erworben. Zudem kauften die Zentralbanken Anleihen supranationaler Organisation in schwankenden Mengen. Ihr Anteil am Bestand öffentlicher Anleihen betrug unverändert 10,4 Prozent.
Die APP-Bestände insgesamt verringerten sich um 0,741 (+1,144) Milliarden Euro und die PEPP-Bestände um 0,226 (-0,136) Milliarden Euro, was das Ergebnis von Inkongruenzen bei Fälligkeiten und Wiederanlage war. Die EZB will die APP-Anleihebestände bis Ende Februar prinzipiell unverändert halten und dann bis Ende Juni um monatlich 15 Milliarden Euro verringern.
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February 07, 2023 09:28 ET (14:28 GMT)