EZB will Rückstellungen für Klimarisiken von Unternehmensanleihen bilden


Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht ihre eigene Bilanz von Klimarisiken beeinflusst und will Vorkehrungen zu deren Begrenzung treffen. Wie die EZB im Ergebnis eines Klimastresstests mitteilte, will sie den Klimawandel in ihre eigenen Risikobewertungs- und Vorsorgemodelle integrieren und "im Laufe der Zeit finanzielle Puffer aufbauen".

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Geprüft wurden im aktuellen Stresstest die von Unternehmensanleihen, Covered Bonds, ABS und besicherten Krediten (Collateralised credit operations) ausgehenden Klimarisiken, wobei sich Unternehmensanleihen als die Hauptträger solcher Risiken erwiesen. Die EZB prüfte wie schon beim Klimastresstest der Banken 2022 die sogenannten physischen Risiken des Klimawandels und die vom Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ausgehenden Risiken.

Dabei wurden verschiedene Szenarien durchgerechnet: Eines beinhaltete einen geordneten Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, eines einen ungeordneten Übergang und eines eine vollkommen ausbleibende Reaktion auf den Klimawandel ("Hot House"). Daneben wurden zwei kurzfristige Szenarien berücksichtigt: Ein Flutszenario und ein Szenario, bei dem es innerhalb von drei Jahren zu einem starken Anstieg des CO2-Preises kommt.

Laut EZB führten ein "Ungeordneter Übergang" und das "Hot House" zu Risikoschätzungen, die um 20 bis 30 Prozent höher sind als die eines geordneten Übergangs. Das "Hot House" erzeugt demnach eine höheres Risiko, was zeigt laut EZB zeigt, dass das physische Risiko einen größeren Einfluss für die Bilanz des Eurosystems hat als das Übergangsrisiko.

FRANKFURT (Dow Jones)