Digitalwährungen

Stablecoins & CBDCs: So sieht der ehemalige PayPal-CEO die Zukunft des Finanzsystems


Stablecoins & CBDCs: So sieht der ehemalige PayPal-CEO die Zukunft des Finanzsystems

Der kürzlich aus dem Amt geschiedene PayPal-CEO Dan Schulman hat rund einen Monat, nachdem der Zahlungsdienstleister den Launch eines eigenen Stablecoins bekannt gegeben hat, die enorme Bedeutung solcher Digitalwährungen für die Zukunft des Finanzsystems hervorgehoben.

• PayPal-CEO fordert Verbesserung des Finanzsystems
• Stablecoins & CBDCs dürften die Zukunft des Bezahlens mitgestalten
• Regulierung von großer Bedeutung

Um Reibungsverluste bei Zahlungen in der virtuellen Welt zu reduzieren und schnelle Geldtransfers zwischen Privatpersonen wie auch zur Barzahlung von Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen hat sich PayPal eine eigene Kryptowährung namens "Paypal USD" (PYUSD) zugelegt. Das auf der Ethereum-Blockchain basierende Digitalgeld ist an den US-Dollar gekoppelt und unter anderem durch Dollar und kurzfristige US-Staatsanleihen abgesichert. Der Stablecoin könne eins zu eins gegen die US-Währung getauscht werden, teilte der Online-Bezahldienst Anfang August mit.

Dan Schulman zur Zukunft des Bezahlsystems

Rund einen Monat später hat sich Dan Schulman, der Ende September nach neun Jahren den Chefsessel bei PayPal verlassen hat, im Rahmen einer Branchenkonferenz optimistisch zu dem neuen Stablecoin-Programm geäußert - obwohl es sich derzeit eher um ein Experiment handele, das wohl erst mit der Zeit Ergebnisse liefern werde: "Es kann sein, dass wir in fünf Jahren auf unsere Stablecoin-Einführung als eines der wichtigsten und innovativsten Dinge zurückblicken, die wir je getan haben", so der damals noch amtierende PayPal-CEO.

Der Start eines eigenen Stablecoin passe zu der Notwendigkeit einer Überarbeitung des US-Finanzsystems, erklärte Schulman auf einer Investorenkonferenz von Goldman Sachs: "Ich bin der festen Überzeugung, dass das Finanzsystem seine Infrastruktur verbessern muss", so Schulman. Seiner Meinung nach dürften Stablecoins, die an eine Fiatwährung gekoppelt sind, sowie digitales Zentralbankgeld, sogenannte Central Bank Digital Currencies (CBDCs), für die Zukunft des Bezahlens von enormer Bedeutung sein: "Ich denke, dass CBDCs oder Stablecoins, und wahrscheinlich eine Kombination aus beidem, große Teile des Finanzsystems ergänzen und vielleicht neu definieren werden."

Bedeutung der Regulierung

Die für das US-Geldsystem zuständige Notenbank Fed drängt den Kongress derzeit, einen robusten bundesstaatlichen Rahmen für Stablecoins zu schaffen, da sie sonst erhebliche Risiken für die Finanzstabilität, die Geldpolitik und das US-Zahlungssystem darstellen könnten. In diesem Zusammenhang betonte Schulman, dass PayPals Stablecoin-Programm in Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden erstellt wurde und auch künftig im Einklang mit intelligenter Regulierung bleiben werde.

Darüber hinaus empfahl Schulman, dass Anbieter digitaler Währungen mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten sollten. Dabei schloss er auch das Financial Crimes Enforcement Network sowie das Office of Foreign Assets Control ein, die seiner Meinung nach "schlechte Akteure einfrieren und beschlagnahmen" sollten, wenn illegale Finanzierungssysteme aufgedeckt werden.

Außerdem sprach sich Schulman dafür aus, dass Stablecoin-Betreiber "vollständig transparent" sein sollten. Beispielsweise sollten sie ihre Geschäftstätigkeit monatlich durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften überprüfen lassen und Daten öffentlich zugänglich machen, um zu zeigen, ob ein Stablecoin "wirklich stabil" ist.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Sean Gallup/Getty Images, Ken Wolter / Shutterstock.com

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