Staking als Dividende

Krypto-Anlagen im Wandel: So macht die Wall Street Bitcoin & Co. für Anleger attraktiver


Krypto-Anlagen im Wandel: So macht die Wall Street Bitcoin & Co. für Anleger attraktiver

Die großen Vermögensverwalter statten ihre Krypto-ETFs zunehmend mit Staking-Funktionen aus, die regelmäßige Erträge abwerfen. BlackRock und Grayscale treiben die Entwicklung voran.

• BlackRock hat am 12. März 2026 den iShares Staked Ethereum Trust ETF (ETHB) an der Nasdaq gestartet
• Laut dem Fondsprospekt sollen zwischen 70 und 95 Prozent der Fondsbestände gestaket werden
• BlackRock-Manager Jay Jacobs vergleicht die Staking-Erträge mit einer Dividende aus Aktien

Staking als "Dividende" für Krypto-Anleger

BlackRock hat am 12. März 2026 den iShares Staked Ethereum Trust ETF unter dem Kürzel ETHB an der NASDAQ gestartet. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab, ermöglicht das Produkt Anlegern ein Engagement in Ethereum bei gleichzeitiger Ertragsgenerierung durch das Staking eines Teils der gehaltenen Token. Beim Staking werden Kryptowährungen im Netzwerk hinterlegt, um Transaktionen zu validieren und die Blockchain abzusichern, wofür Belohnungen ausgeschüttet werden. Jay Jacobs, Leiter des US-Aktien-ETF-Geschäfts bei BlackRock, verglich das Prinzip in einem Gespräch mit Yahoo Finance vom 15. März 2026 mit dem Erhalt einer Dividende aus einer Aktie. Laut dem Fondsprospekt plant BlackRock, zwischen 70 und 95 Prozent der Fondsbestände zu staken. Die Erträge sollen monatlich ausgeschüttet werden.

Zum Zeitpunkt der Produkteinführung lag die jährliche Staking-Rendite für vollständig gestaktes Ethereum bei rund 2,5 bis 3 Prozent. Zum Vergleich: Die Dividendenrendite des S&P 500 betrug zu diesem Zeitpunkt rund 1,1 Prozent, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen etwa 4,2 Prozent. Damit unterscheidet sich das Produkt grundlegend von früheren Krypto-ETFs wie dem iShares Bitcoin Trust ETF oder dem iShares Ethereum Trust ETF, die lediglich die Preisentwicklung der jeweiligen Kryptowährung abbilden, ohne laufende Erträge zu generieren.

Grayscale setzte den ersten Meilenstein

Die Entwicklung hin zu ertragsorientierten Krypto-ETFs hat ihren Ausgangspunkt bei Grayscale. In einer Pressemitteilung vom 5. Januar 2026 gab das Unternehmen bekannt, dass sein Grayscale Ethereum Staking ETF unter dem Kürzel ETHE als erster börsennotierter Krypto-ETF in den USA Staking-Rewards an Anleger ausgeschüttet hat. Die Ausschüttung betrug 0,083178 US-Dollar pro Anteil und umfasste die zwischen Oktober und Dezember 2025 erwirtschafteten Staking-Erträge. Grayscale hatte das Staking für seine Ethereum-Produkte bereits im Oktober 2025 aktiviert und war damit der erste Anbieter, der diese Funktion in den USA in einen ETF integrierte.

Seitdem hat sich das Angebot deutlich ausgeweitet. Am 12. März 2026 startete Grayscale zusätzlich den Avalanche Staking ETF unter dem Kürzel GAVA an der Nasdaq, der ein Engagement in den AVAX-Token mit Staking-Erträgen verbindet. Bereits seit Oktober 2025 sind laut Yahoo Finance zudem der Bitwise Solana Staking ETF und der VanEck Solana ETF am Markt, die ebenfalls Staking-Renditen bieten. Die Produktpalette ertragsorientierter Krypto-ETFs wächst damit in hohem Tempo.

Was die Entwicklung für Anleger bedeutet

David Grider, Partner beim auf digitale Vermögenswerte spezialisierten Investmentunternehmen Finality Capital, ordnete die Entwicklung gegenüber Yahoo Finance ein. Für langfristig orientierte Privatanleger sei der ETF-Mantel die bequemste, kosteneffizienteste und ertragsstärkste Möglichkeit, ein Krypto-Engagement umzusetzen. Zwar könnten erfahrene Anleger die zugrunde liegenden Token auch direkt halten und selbst staken, doch für die Mehrheit biete der regulierte ETF-Rahmen einen einfacheren Zugang.

Der regulatorische Rahmen hat die Entwicklung maßgeblich begünstigt. Die Verabschiedung des GENIUS Act, der Stablecoins einen gesetzlichen Rahmen gibt, sowie weitere anhängige Gesetzesinitiativen im US-Kongress haben die breitere Akzeptanz von Kryptowährungen und Blockchain-Technologien vorangetrieben. Grider betonte gegenüber Yahoo Finance, dass die Möglichkeit, Staking in ETFs anzubieten, direkt mit dem veränderten regulatorischen Umfeld zusammenhänge. Ob sich die Staking-Renditen langfristig auf dem bisherigen Niveau halten, hängt allerdings von der Entwicklung der jeweiligen Netzwerke und der Zahl der Staking-Teilnehmer ab.

Dominik Maier, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Chinnapong / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com

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