Dividenden-Welt-ETF

Vanguard All-World High Dividend ETF: Dividendenkönig und -aristokrat an der Spitze


Vanguard All-World High Dividend ETF: Dividendenkönig und -aristokrat an der Spitze

Ein Dividendenkönig mit 63 Jahren ununterbrochenem Dividendenwachstum und ein Dividendenaristokrat mit 43 Jahren bilden die Spitze des größten weltweiten Dividenden-ETFs.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter allen 31 verfügbaren weltweiten Dividenden-ETFs ist dieser Fonds mit Abstand der größte und zugleich einer der günstigsten.
  • 2022 verlor ein klassischer MSCI-World-ETF zweistellig, dieser Fonds legte dagegen leicht zu.
  • Unter den Top-3-Positionen findet sich sowohl ein Dividendenkönig mit 64 Jahren als auch ein Bankkonzern mit erst 14 Jahren Dividendenwachstum, ein Beleg dafür, wie unterschiedlich die Kriterien hinter einer hohen Dividendenrendite sein können.

Wie der Fonds Welt-ETF und Dividendenstrategie kombiniert

Werbung

Der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing bildet den FTSE All-World High Dividend Yield Index nach. Der Index startet mit dem FTSE Global All Cap Index, der große und mittelgroße Unternehmen aus 25 Industrie- und 24 Schwellenländern umfasst, insgesamt mehr als 4.200 Werte. Aus diesem breiten Universum werden zunächst Immobilieninvestmentfonds sowie Unternehmen entfernt, die in den vergangenen zwölf Monaten keine Dividende gezahlt haben oder für die kommenden zwölf Monate keine Dividende erwarten lassen. Die verbleibenden Unternehmen werden nach ihrer für die nächsten zwölf Monate erwarteten Dividendenrendite sortiert, die obere Hälfte dieser Rangliste wird in den Index aufgenommen und dort nach Marktkapitalisierung gewichtet. Aus einer Weltbörse von über 4.200 Unternehmen werden damit aktuell 2.328 dividendenstarke Werte ausgewählt, praktisch die Hälfte des gesamten investierbaren Weltmarkts.

Genau darin liegt der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes gegenüber vielen anderen Dividenden-ETFs, die oft nur 25 bis 100 sorgfältig ausgewählte Titel enthalten. Wer diesen Fonds kauft, erhält die Vorteile einer weltweiten, sehr breiten Streuung eines klassischen Welt-ETFs, kombiniert mit der gezielten Auswahl überdurchschnittlich dividendenstarker Unternehmen, statt sich zwischen breiter Streuung und Dividendenfokus entscheiden zu müssen. Der Fonds repliziert seinen Index physisch, schüttet seine Erträge vierteljährlich aus und ist bereits seit Mai 2013 am Markt. Mit einem Fondsvolumen von 9,4 Milliarden Euro ist er der größte unter allen 31 verfügbaren weltweiten Dividenden-ETFs. Nur der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF kommt mit 8,9 Milliarden Euro überhaupt in die Nähe, ist dabei aber mit 0,38 Prozent teurer. Bei den Kosten liegt der Vanguard-Fonds mit 0,29 Prozent pro Jahr am attraktiveren Ende einer Preisspanne, die sich in diesem Marktsegment zwischen 0,25 und 0,60 Prozent bewegt.

Warum die Top-10-Positionen so niedrig gewichtet sind

Die zehn größten Positionen vereinen nur 10,18 Prozent des Fondsvermögens. Weil rund die Hälfte des gesamten Weltmarkts als Anlageuniversum dient und innerhalb dieser breiten Auswahl weiterhin nach Marktkapitalisierung gewichtet wird, verteilt sich das Fondsvermögen auf deutlich mehr Schultern als bei den meisten anderen Dividenden-ETFs, die sich auf eine viel kleinere Anzahl besonders dividendenstarker Titel beschränken. Für Anleger bedeutet das ein geringeres Einzeltitelrisiko als bei den meisten Dividendenstrategien, auch wenn die zehn größten Positionen mit gut 10 Prozent weiterhin einen relevanten Einfluss auf die künftige Rendite und Dividendenentwicklung behalten.

Werbung

JPMorgan Chase, Exxon Mobil und Johnson & Johnson: Drei sehr unterschiedliche Dividendenhistorien

Größte Position ist JPMorgan Chase mit 1,55 Prozent, bei einer aktuellen Dividendenrendite von 1,7 Prozent. Die größte US-Bank erhöht ihre Dividende seit 14 bis 15 Jahren in Folge, zählt damit aber nicht zu den offiziellen Dividendenaristokraten, die eine mindestens 25-jährige Erhöhungsserie voraussetzen. Während der Finanzkrise 2009 musste JPMorgan seine Dividende um 87 Prozent kürzen, bevor sich der Konzern ab 2011 mit einer neuen, seither ununterbrochenen Erhöhungsserie erholte. Auf Platz zwei folgt Exxon Mobil mit 1,44 Prozent, bei einer Dividendenrendite von 3,0 Prozent. Der Energiekonzern zählt mit 43 aufeinanderfolgenden Jahren steigender Dividende zu den offiziellen Dividendenaristokraten und könnte in den frühen 2030er-Jahren sogar die Marke von 50 Jahren erreichen, die zum Titel Dividendenkönig berechtigt. An dritter Stelle steht Johnson & Johnson mit 1,27 Prozent, bei einer Dividendenrendite von 2,0 Prozent. Der Gesundheitskonzern zählt mit 64 aufeinanderfolgenden Jahren steigender Dividende bereits zu den offiziellen Dividendenkönigen, einer der längsten und verlässlichsten Erhöhungsserien am gesamten Aktienmarkt. Diese drei Beispiele zeigen anschaulich, dass der Index nicht nach der Länge einer Dividendenhistorie auswählt, sondern schlicht nach der Höhe der erwarteten Rendite, wodurch sowohl junge als auch jahrzehntealte Dividendenserien nebeneinander im Fonds vertreten sein können.

Warum Technologie hier fast fehlt, und der US-Anteil deutlich geringer ausfällt

Nach Sektoren führt Finanzdienstleistungen mit 26,8 Prozent, gefolgt von Industrie mit 11,4 Prozent, während Technologie mit nur 9,3 Prozent eine deutlich kleinere Rolle spielt als im klassischen iShares Core MSCI World UCITS ETF, wo Technologie mit 30,9 Prozent die mit Abstand größte Branche stellt. Wachstumsstarke Unternehmen wie NVIDIA oder viele Softwarefirmen reinvestieren ihre Gewinne meist lieber in weiteres Wachstum, statt hohe Dividenden auszuschütten, und fallen damit schon bei der Vorauswahl nach Dividendenrendite größtenteils aus dem Raster. Stattdessen dominieren reife, cashflow-starke Branchen wie Finanzwesen, Energie, Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter, deren Geschäftsmodelle traditionell höhere und verlässlichere Ausschüttungen ermöglichen.

Werbung

Auch beim Länderanteil zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Die USA kommen hier auf 36,8 Prozent, gegenüber 68,4 Prozent im klassischen MSCI-World-ETF. Das liegt daran, dass der US-Markt besonders stark von wenigen, kaum dividendenzahlenden Technologiekonzernen geprägt wird, während traditionell dividendenstärkere Märkte wie Japan mit 9,2 Prozent, Großbritannien mit 5,8 Prozent oder Kanada mit 4,2 Prozent in diesem Fonds anteilig deutlich stärker vertreten sind als in einem klassischen Welt-ETF. Für Anleger, die ihr ohnehin oft stark US-lastiges Depot regional breiter aufstellen möchten, ergibt sich daraus ein zusätzlicher Diversifikationseffekt.

2022 fast unbeschadet, dafür auch in starken Jahren zweistellig

2022 legte der Fonds minimal um 0,1 Prozent zu, während ein klassischer Welt-ETF im selben Jahr zweistellig verlor. Die geringe Technologielastigkeit bedeutete, dass der Fonds von den damaligen Leitzinserhöhungen, die besonders hoch bewertete Wachstumswerte trafen, kaum betroffen war. Auch in den Folgejahren zeigte sich der Fonds solide: 2023 mit 7,6 Prozent, 2024 mit 16,4 Prozent, 2025 mit 11,8 Prozent und im laufenden Jahr sogar mit 18,7 Prozent, einer besonders starken Entwicklung, die sich unter anderem mit der zuletzt kräftigen Erholung des Finanz- und Energiesektors erklären lässt, von denen dieser Fonds überproportional profitiert.

Warum die Dividendenrendite zuletzt gesunken ist

Die Ausschüttungsrendite fiel zuletzt von 3,67 Prozent im Jahr 2022 auf 3,10 Prozent im Jahr 2025, obwohl die absolute Ausschüttung je Anteil im selben Zeitraum von 2,08 auf 1,98 Euro nur leicht zurückging. Da der Kurs des Fonds in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen ist als die Dividendensumme der enthaltenen Unternehmen, sinkt die Ausschüttungsrendite automatisch, selbst wenn die absoluten Ausschüttungen nahezu stabil bleiben. Mit mindestens 3 Prozent bleibt die Rendite für den Aufbau eines passiven Einkommens aber weiterhin attraktiv.

Wo der Dividendenfokus beim Risiko besonders punktet

Bei der Volatilität liegt der Fonds über ein, drei und fünf Jahre bei 8,3 bis 11,0 Prozent, deutlich niedriger als die 10,6 bis 14,7 Prozent des klassischen iShares Core MSCI World UCITS ETF. Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied beim maximalen Verlust der vergangenen fünf Jahre: minus 14,8 Prozent gegenüber minus 20,5 Prozent beim Welt-ETF. Zum einen sorgt die extrem breite Streuung über rund 2.328 Werte (im Vergleich zu 1.281) für eine natürliche Risikominderung, zum anderen wirkt die geringe Technologielastigkeit gerade in Phasen wie 2022 stabilisierend, in denen ausgerechnet Wachstums- und Technologiewerte besonders stark unter Druck gerieten. Seit Auflage im Jahr 2013 liegt der maximale Verlust bei minus 35,28 Prozent, ein Wert, der die Marktturbulenzen zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 mit einschließt.

Für welche Strategie sich dieser Fonds eignet

Der Fonds eignet sich als attraktiver Ersatz oder als Ergänzung zu einem klassischen Welt-ETF für Anleger, die zusätzlich zur weltweiten Streuung Wert auf eine überdurchschnittliche, regelmäßige Ausschüttung sowie eine geringere Technologie- und US-Lastigkeit legen. Besonders in Marktphasen mit steigenden Zinsen oder unter Druck geratenen Wachstumswerten hat sich der Fonds historisch stabiler gezeigt als ein klassischer Welt-ETF. An seine Grenzen stößt der Ansatz dagegen in Phasen, in denen gerade Technologiewerte den breiten Markt überproportional treiben, wie es in den vergangenen Jahren häufig der Fall war. Hier dürfte der Fonds tendenziell hinter einem klassischen Welt-ETF zurückbleiben. Wer die geringere Technologiebeteiligung als bewussten Kompromiss für mehr Stabilität und eine attraktive Ausschüttung akzeptiert, findet mit diesem Fonds einen der etabliertesten und günstigsten Wege, Welt-ETF und Dividendenstrategie in einem einzigen Produkt zu vereinen.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

Anzeige: Der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing und tausende weitere ETFs provisionsfrei bei finanzen.net zero.

Bildquellen: BOY ANTHONY / Shutterstock, CrungChingPixs/Shutterstock

Werbung