Gold-ETC

iShares Physical Gold ETC (IE00B4ND3602): Der größte Gold-ETC im Test


iShares Physical Gold ETC (IE00B4ND3602): Der größte Gold-ETC im Test

Unter allen 52 verfügbaren Edelmetall-ETFs führt ausgerechnet Gold die Top 5 nach Fondsvolumen an. Der größte Anbieter zeigt, wie widersprüchlich sich ein vermeintlich sicherer Hafen entwickeln kann.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter 18 verfügbaren Gold-ETFs und 52 Edelmetall-ETFs insgesamt ist dieser Fonds jeweils der größte. Die Top 5 beider Kategorien ist dabei identisch, ein deutlicher Beleg für die zentrale Rolle von Gold unter den Edelmetallen.
  • 2025 legte der Goldpreis um gut 45 Prozent zu, im laufenden Jahr kam es dagegen zu einem spürbaren Rückgang.
  • Obwohl Gold gemeinhin als sicherer Hafen gilt, liegt die Volatilität der vergangenen zwölf Monate bei über 24 Prozent und damit höher als bei vielen Aktien-ETFs.

Der größte Gold-ETC Europas: Was ihn auszeichnet

Werbung

Der iShares Physical Gold ETC bildet die Wertentwicklung des Goldpreises nach und ist mit einem Fondsvolumen von 30,2 Milliarden Euro der größte unter den 18 verfügbaren Gold-ETFs sowie unter allen 52 Edelmetall-ETFs insgesamt. Bemerkenswert dabei: Die Top 5 nach Fondsvolumen ist bei beiden Kategorien identisch. Unter den fünf größten Edelmetall-Investments überhaupt findet sich kein einziges Silber-, Platin- oder Palladium-Produkt. Ein deutlicher Beleg dafür, wie dominant Gold gegenüber anderen Edelmetallen bei institutionellen wie privaten Anlegern ist. Der ETC ist vollständig durch physisch hinterlegtes Gold gedeckt, rechtlich als Inhaberschuldverschreibung ausgestaltet, wobei State Street als Treuhänder fungiert. Aufgelegt wurde der ETC bereits im April 2011. Der Vorteil, gerade in den größten verfügbaren Gold-ETC zu investieren, liegt vor allem in der Liquidität. Ein derart großes, etabliertes Produkt lässt sich auch in großen Stückzahlen mit engen Handelsspannen kaufen und verkaufen, und das Risiko einer Fondsschließung mangels Nachfrage ist praktisch ausgeschlossen. Gegenüber physischem Gold im eigenen Besitz bietet ein ETC generell mehrere Vorteile: Er lässt sich wie eine Aktie über die Börse handeln, ist in kleinen Beträgen teilbar und damit auch sparplanfähig, verursacht keine Kosten für Tresor, Versicherung oder sicheren Transport, und der Spread zwischen An- und Verkaufspreis fällt in der Regel deutlich geringer aus als beim Münz- oder Barrenhandel.

Kosten im Vergleich: Groß und günstig schließen sich hier nicht aus

Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,12 Prozent pro Jahr im Vergleich zu den anderen großen Gold-ETCs günstig: gleichauf mit dem Invesco Physical Gold ETC und dem Amundi Physical Gold ETC (C), die beide ebenfalls 0,12 Prozent verlangen, und deutlich günstiger als der WisdomTree Physical Gold mit 0,39 Prozent. Etwas außen vor steht Xetra-Gold, das offiziell mit 0,00 Prozent Verwaltungsgebühr wirbt. Hier zahlen Anleger jedoch ebenfalls, nur eben nicht in Form einer klassischen Kostenquote, sondern über separat ausgewiesene Lagerkosten von rund 0,36 Prozent pro Jahr, die wirtschaftlich denselben Effekt haben wie eine laufende Gebühr. Wer ausschließlich auf die tatsächlichen Gesamtkosten schaut, ist mit diesem Fonds und seinen beiden gleich teuren Konkurrenten damit günstiger bedient als mit dem vermeintlich kostenlosen Xetra-Gold.

Warum der Goldpreis seit 2022 so stark stieg, und weshalb er zuletzt wieder nachgab

2022 legte der Goldpreis nur moderat um 5,6 Prozent zu, 2023 um 9,7 Prozent, bevor sich die Rally 2024 mit 34,5 Prozent und 2025 mit 45,7 Prozent deutlich beschleunigte, eines der stärksten Goldjahre der Geschichte. Die US-Notenbank senkte im Jahresverlauf 2025 mehrfach die Leitzinsen, was zinslos gehaltenes Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen attraktiver machte, gleichzeitig kauften Notenbanken weltweit in großem Stil Gold für ihre Währungsreserven, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Hinzu kam anhaltende geopolitische Unsicherheit, die die klassische Rolle von Gold als sicherer Hafen stärkte. Im laufenden Jahr zeigt sich dagegen mit einem Minus von 3,4 Prozent ein deutlich schwächeres Bild. Nachdem der Goldpreis Anfang 2026 ein neues Rekordhoch erreicht hatte, kam es zu einer spürbaren Korrektur, ausgelöst durch veränderte Erwartungen an die US-Zinspolitik, die sich von weiteren Senkungen hin zu einer möglicherweise strafferen Linie verschoben haben, verbunden mit einem zeitweise festeren US-Dollar und nachlassenden Zuflüssen in goldgedeckte Fonds.

Werbung

Sicherer Hafen und trotzdem hohe Schwankung: Wie das zusammenpasst

Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich, dass Gold einerseits als sichere, stabilisierende Anlage gilt und andererseits mit 24,3 Prozent über ein Jahr eine höhere Volatilität aufweist als viele breite Aktien-ETFs. Die Auflösung liegt darin, dass sicherer Hafen nicht bedeutet, dass der Goldpreis selbst wenig schwankt, sondern dass Gold sich häufig unabhängig von oder sogar entgegengesetzt zu Aktienmärkten entwickelt, gerade in Krisenphasen, in denen Aktien fallen, wird Gold oft verstärkt nachgefragt. Genau dieser Diversifikationseffekt, nicht eine geringe Eigenschwankung, ist der eigentliche Kern der Absicherungsfunktion von Gold im Depot. Interessant ist zudem, dass die Volatilität über drei und fünf Jahre mit 18,7 beziehungsweise 17,2 Prozent niedriger ausfällt als über ein Jahr, da sich die Schwankungen zuletzt verstärkt haben.

Der maximale Rückgang der vergangenen fünf Jahre stammt aus den letzten zwölf Monaten

Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 23,37 Prozent und stammt bemerkenswerterweise aus dem laufenden Jahr, also aus der bereits beschriebenen Korrektur nach dem Rekordhoch Anfang 2026. Das zeigt, dass selbst die stärkste fünfjährige Rückschlagphase dieses Fonds relativ jung ist und direkt mit der jüngsten Verschiebung der Zinserwartungen zusammenhängt. Seit Auflage im Jahr 2011 liegt der maximale Verlust bei minus 37,20 Prozent, ein Wert, der auf die mehrjährige Schwächephase des Goldpreises in der Mitte der 2010er-Jahre zurückgeht, als steigende US-Zinsen und ein starker Dollar den Goldpreis über längere Zeit unter Druck setzten. Mit einem größeren Kursrückgang ist bei diesem Fonds vor allem dann zu rechnen, wenn mehrere der genannten Preistreiber gleichzeitig ins Gegenteil kippen, etwa eine deutlich restriktivere Zinspolitik der US-Notenbank, ein spürbar stärkerer US-Dollar oder eine nachlassende geopolitische Unsicherheit, die die Nachfrage nach einem sicheren Hafen verringert.

Für wen sich gerade dieser Gold-ETC eignet

Als größter und liquidester Gold-ETC am Markt eignet sich dieser Fonds besonders für Anleger, die Wert auf maximale Handelbarkeit und geringe Spreads legen, etwa weil sie größere Summen investieren oder flexibel ein- und aussteigen möchten. Inhaltlich bleibt er dabei das, was er ist: eine Beimischung zur Diversifikation eines bereits aus Aktien und Anleihen bestehenden Depots, keine für sich allein tragfähige Anlagestrategie. Wer investiert, sollte die aktuelle Konsolidierungsphase im Blick behalten und verstehen, dass diese eng mit der weiteren Zinspolitik der US-Notenbank verknüpft ist, ohne dass sich eine Fortsetzung des Rückgangs oder eine erneute Rally sicher vorhersagen lässt. Ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sowie eine überschaubare, ergänzende statt zentrale Rolle im Depot sind für dieses Investment sinnvoll.

Werbung

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Auch Gold unterliegt Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

Anzeige: Der iShares Physical Gold ETC und tausende weitere ETCs provisionsfrei bei finanzen.net zero.

Bildquellen: Timur Vildanov / Shutterstock.com, Brian A Jackson / Shutterstock.com