Gold-ETC

Xetra-Gold: Die Deutsche Börse selbst steht hinter dem drittgrößten Gold-Investment Deutschlands


Xetra-Gold: Die Deutsche Börse selbst steht hinter dem drittgrößten Gold-Investment Deutschlands

Mit einer besonderen Rechtsstruktur und einer offiziell ausgewiesenen Kostenquote von 0,0 Prozent macht der Gold-ETC der Deutschen Börse auf sich aufmerksam. Ganz kostenlos ist dieses Gold-Investment aber nicht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anders als bei den meisten Gold-ETCs steht hier nicht einer der bekannten Fondsanbieter, sondern die Deutsche Börse selbst über ihre Tochtergesellschaft Deutsche Börse Commodities als Emittent dahinter.
  • Die offiziell ausgewiesene Kostenquote von 0,0 Prozent klingt nach einem kostenlosen Investment, tatsächlich fallen aber weiterhin Kosten für Lagerung und Verwaltung des physischen Goldes an.
  • 2025 legte der Goldpreis um 49,1 Prozent zu, im laufenden Jahr steht dagegen ein Minus zu Buche.

Warum die Deutsche Börse hier selbst zum Emittenten wird

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Xetra-Gold ist rechtlich kein klassischer Fonds und auch kein ETC im Sinne eines Trusts, sondern eine Inhaberschuldverschreibung, die einen unbefristeten, schuldrechtlichen Anspruch auf die Lieferung von physischem Gold verbrieft. Jede einzelne Schuldverschreibung entspricht einem Gramm Feingold, das in Barrenform tatsächlich physisch hinterlegt und bei Clearstream Banking, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Börse, in einem Hochsicherheitstresor verwahrt wird. Emittentin ist die Deutsche Börse Commodities GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse AG zusammen mit weiteren Partnern wie der Commerzbank und der Deutschen Bank. Für Anleger bedeutet das einen wichtigen Unterschied zu den sonst am Markt üblichen Gold-ETCs von Anbietern wie iShares, Invesco oder Amundi.

Statt Anteile an einem treuhänderisch verwalteten Fondsvermögen zu halten, werden Käufer von Xetra-Gold direkt zu Gläubigern eines einzelnen, deutschen Unternehmens, das rechtlich zur Auslieferung von Gold verpflichtet ist. Ein besonderes Merkmal ist dabei die tatsächliche Möglichkeit zur physischen Auslieferung. Anleger können sich, anders als bei den meisten internationalen Gold-ETCs für Privatanleger üblich, unter bestimmten Bedingungen und ab bestimmten Mindestmengen echtes Gold in Barrenform ausliefern lassen, wofür allerdings zusätzliche Kosten für Transport und Versicherung anfallen. In der Praxis nutzt nur ein kleiner Teil der Anleger diese Option tatsächlich, die meisten belassen die Schuldverschreibung als handelbaren Goldersatz im Depot. Als Vorteil eines Emittenten wie der Deutschen Börse gilt für viele deutsche Anleger die Vertrautheit mit einer etablierten, regulierten heimischen Marktinfrastruktur, während internationale Fondsanbieter für manche weniger greifbar erscheinen. Als Nachteil bleibt zu nennen, dass Anleger, anders als bei einem Fonds mit Sondervermögensschutz, rechtlich von der Bonität der einzelnen Emittentin Deutsche Börse Commodities abhängen, auch wenn das Gold zu 100 Prozent physisch hinterlegt ist.

Warum 0,0 Prozent Kostenquote nicht bedeutet, dass Anleger nichts zahlen

Xetra-Gold weist offiziell eine Kostenquote von 0,0 Prozent pro Jahr aus, der drittgrößte in Deutschland verfügbare Gold-ETC hinter dem iShares Physical Gold ETC und dem Invesco Physical Gold ETC, die jeweils 0,12 Prozent verlangen. Und noch vor dem etwas kleineren Amundi Physical Gold ETC (C), ebenfalls mit 0,12 Prozent, sowie dem deutlich teureren WisdomTree Physical Gold mit 0,39 Prozent. Der Grund, warum Xetra-Gold trotzdem nicht wirklich kostenlos ist, liegt in der besonderen Struktur des Produkts. Für die Verwahrung des physischen Goldbestands bei Clearstream fallen laufende Kosten an, die nicht als klassische, offen ausgewiesene Fondsgebühr erhoben werden, sondern strukturell in das Produkt eingepreist sind, etwa über eine im Zeitverlauf leicht geringere Golddeckung je Schuldverschreibung oder über Gebühren, die zwischen der Emittentin und den vertreibenden Banken verrechnet werden. Nach verfügbaren Angaben bewegen sich diese eingepreisten Kosten in einer Größenordnung von rund 0,30 bis 0,36 Prozent pro Jahr, auch wenn sie für Anleger nicht in derselben transparenten Form sichtbar sind wie eine klassische Gesamtkostenquote.

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Für wen sich Xetra-Gold besonders eignet

Xetra-Gold eignet sich besonders für Anleger, die Wert auf die tatsächliche, wenn auch selten genutzte Möglichkeit legen, sich physisches Gold direkt ausliefern zu lassen, sowie für jene, die eine Vorliebe für einen bekannten, deutschen Emittenten anstelle eines internationalen Fondsanbieters haben. Wer dagegen ausschließlich Wert auf maximale Kostentransparenz mit einer klar ausgewiesenen, niedrigen Gesamtkostenquote legt, ist mit den etablierten ETC-Alternativen von iShares, Invesco oder Amundi tendenziell besser bedient, da deren Kosten offen ausgewiesen und direkt miteinander vergleichbar sind.

Warum der Goldpreis 2024 und 2025 so stark stieg, und weshalb er im laufenden Jahr wieder nachgibt

2024 legte der Goldpreis um 34,7 Prozent zu und 2025 zuletzt sogar um 49,1 Prozent, eines der stärksten Goldjahre der Geschichte. Die US-Notenbank senkte im Jahresverlauf 2025 mehrfach die Leitzinsen, was zinslos gehaltenes Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen attraktiver machte, gleichzeitig kauften Notenbanken weltweit in großem Stil Gold für ihre Währungsreserven, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen, ergänzt um anhaltende geopolitische Unsicherheit, die die klassische Rolle von Gold als sicherer Hafen stärkte. Historisch betrachtet sollten Anleger von Gold aber keine derart außergewöhnlichen Renditen als Regelfall erwarten, wie die deutlich moderateren Werte von 9,3 Prozent im Jahr 2023 und 7,1 Prozent im Jahr 2022 zeigen. Im laufenden Jahr steht nach sieben Monaten ein Minus von 4,7 Prozent zu Buche. Nachdem der Goldpreis Anfang 2026 ein neues Rekordhoch erreicht hatte, kam es zu einer spürbaren Korrektur, ausgelöst durch veränderte Erwartungen an die US-Zinspolitik, die sich von weiteren Senkungen hin zu einer möglicherweise strafferen Linie verschoben haben, verbunden mit einem zeitweise festeren US-Dollar und nachlassenden Zuflüssen in goldgedeckte Fonds.

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Warum die Schwankungsbreite zuletzt so deutlich zunahm

Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt bei 24,8 Prozent, deutlich über den 16,9 Prozent der vergangenen fünf Jahre. Dieser Anstieg lässt sich vor allem mit der zuletzt stark schwankenden Markteinschätzung zur künftigen US-Zinspolitik erklären, die zwischen der Erwartung weiterer Senkungen und einer möglicherweise wieder strafferen Linie hin- und herpendelte, verstärkt durch geopolitische Nachrichtenlagen rund um den Nahen Osten. Historisch hat sich die Volatilität von Gold immer wieder in Zyklen bewegt und ist nach Phasen erhöhter Unsicherheit in der Vergangenheit auch wieder zurückgegangen. Zu den wichtigsten Faktoren, die erhebliche Kursrückgänge begünstigen, zählen ein überraschend restriktiverer Kurs großer Notenbanken, ein deutlich stärkerer US-Dollar sowie nachlassende geopolitische Spannungen, die die Nachfrage nach einem sicheren Hafen verringern würden. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 22,6 Prozent, seit Auflage im Jahr 2007 bei minus 36,8 Prozent, beide Werte spiegeln Phasen wider, in denen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zusammenkamen.

Fazit: Für welche Strategie sich Xetra-Gold eignet

Xetra-Gold eignet sich als Beimischung zur Diversifikation eines bereits aus Aktien und Anleihen bestehenden Depots, insbesondere für Anleger, die einem deutschen Emittenten und der Option auf physische Auslieferung besonderen Wert beimessen. Wer investiert, sollte die aktuelle Konsolidierungsphase im Blick behalten und verstehen, dass diese eng mit der weiteren Zinspolitik der US-Notenbank verknüpft ist, ohne dass sich eine Fortsetzung des Rückgangs oder eine erneute Rally sicher vorhersagen lässt. Ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sowie eine überschaubare, ergänzende statt zentrale Rolle im Depot sind für dieses Investment sinnvoll.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Auch Gold unterliegt Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: Joe Belanger / Shutterstock.com, Andrey_Popov / Shutterstock.com