Halbleiter-ETF

Amundi MSCI Semiconductors ETF: Fast 23 Prozent in nur einer Aktie und Plus 33 Prozent in 2025


Amundi MSCI Semiconductors ETF: Fast 23 Prozent in nur einer Aktie und Plus 33 Prozent in 2025

Bei diesem Halbleiter-ETF führt NVIDIA mit fast 23 Prozent Gewichtung, beim größeren VanEck-Konkurrenten dagegen ein ganz anderes Unternehmen. Wir erklären die Unterschiede beider Fonds.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter acht verfügbaren weltweiten Halbleiter-ETFs gehört dieser Fonds mit 0,35 Prozent zu den günstigsten, andere Anbieter verlangen bis zu 0,69 Prozent.
  • Während beim größeren VanEck Semiconductor UCITS ETF ein anderes Unternehmen die Spitze anführt, dominiert hier NVIDIA mit fast 23 Prozent.
  • 2023 legte der Fonds um 71,8 Prozent zu, 2022 verlor er dagegen 33,07 Prozent.

Einer der günstigsten Wege in die globale Halbleiterbranche

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Der Amundi MSCI Semiconductors UCITS ETF Acc bildet den MSCI ACWI Semiconductors & Semiconductor Equipment Filtered Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern bündelt, die in der Halbleiterindustrie tätig sind, gefiltert nach ESG-Kriterien. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und wurde im Februar 2019 aufgelegt. Bei den Kosten liegt er mit 0,35 Prozent pro Jahr gleichauf mit den beiden größeren Wettbewerbern VanEck Semiconductor UCITS ETF und iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF sowie dem kleineren HSBC Nasdaq Global Semiconductor UCITS ETF, während andere, hier nicht in der Top 4 vertretene Anbieter bis zu 0,69 Prozent verlangen. Mit einem Fondsvolumen von 1,6 Milliarden Euro ist er zwar kleiner als der VanEck- und der iShares-Fonds, gehört aber dennoch zu den etablierten, breit gehandelten Anbietern in diesem Marktsegment.

Warum bei diesem Fonds NVIDIA dominiert, beim VanEck-Konkurrenten aber ein anderes Unternehmen

Ein Blick auf die Top-Positionen zeigt einen deutlichen Unterschied zum Marktführer VanEck Semiconductor UCITS ETF. Während dort Micron Technology die größte Position stellt, führt hier NVIDIA mit 22,40 Prozent klar vor Taiwan Semiconductor Manufacturing mit 13,03 Prozent und Broadcom mit 11,89 Prozent. Der Grund dafür liegt in einem entscheidenden methodischen Unterschied der beiden zugrunde liegenden Indizes. Der VanEck-Fonds bildet einen Index nach, der das Gewicht des größten Einzeltitels auf maximal 10 Prozent begrenzt, wodurch NVIDIA dort künstlich klein gehalten wird und stattdessen Unternehmen mit zuletzt besonders starker Kursentwicklung seit der letzten Überprüfung an die Spitze rücken können.

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Der hier vorgestellte Amundi-Index verzichtet auf eine derart strenge Kappungsgrenze und lässt die tatsächliche Marktkapitalisierungsgewichtung deutlich stärker durchschlagen. Da NVIDIA das mit Abstand wertvollste Halbleiterunternehmen der Welt ist, zeigt sich diese reale Marktdominanz hier viel unmittelbarer. Für Anleger bedeutet das: Wer der Überzeugung ist, dass gerade der unangefochtene Marktführer NVIDIA auch künftig der wichtigste Renditetreiber der gesamten Branche bleibt, und diese Überzeugung möglichst ungefiltert im Depot abbilden möchte, statt sie durch eine künstliche Kappungsgrenze zu verwässern, ist mit diesem Fonds besser bedient als mit dem stärker ausbalancierten VanEck-Pendant. Mit 65 von insgesamt in der Datenbasis erfassten Werten ist der Fonds zudem etwas breiter aufgestellt als der auf nur 25 Positionen konzentrierte iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF, wobei auch hier die zehn größten Positionen mit 80,46 Prozent den weitaus größten Teil des Fondsvermögens ausmachen.

NVIDIA, TSMC und Broadcom: Die drei zentralen Namen der Halbleiterbranche

Größte Position ist hier also wie aufgezeigt NVIDIA, der weltweit führende Entwickler von Grafikprozessoren, die zur zentralen Basistechnologie für das Training und den Betrieb von KI-Modellen geworden sind. Der Konzern profitiert dabei besonders vom branchenweiten Ausbau der KI-Rechenzentren durch nahezu alle großen Technologiekonzerne der Welt. Auf Platz zwei folgt TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiter, den praktisch alle führenden Chipdesigner, von NVIDIA bis Apple, mit der Fertigung ihrer modernsten Chips beauftragen. Der Konzern profitiert damit unabhängig davon, welches einzelne Unternehmen im KI-Wettlauf die Nase vorn hat, da nahezu jeder moderne Hochleistungschip letztlich bei TSMC gefertigt wird. An dritter Stelle steht Broadcom, ein diversifizierter Anbieter von Chips und Netzwerktechnologie, der zunehmend auch spezialisierte KI-Beschleuniger für große Technologiekonzerne entwickelt und damit von der wachsenden Nachfrage nach maßgeschneiderter statt reiner Standard-Chiptechnologie profitiert. Zusammen zeigen diese drei Unternehmen die zentralen Ebenen der Halbleiter-Wertschöpfungskette: Chipdesign, Auftragsfertigung und spezialisierte Zusatztechnologie.

Fast zwei Drittel USA: Was das für Anleger bedeutet

Regional entfallen 64,7 Prozent des Fonds auf die USA, gefolgt von Taiwan mit 16,2 Prozent, das fast ausschließlich durch TSMC zustande kommt, Südkorea mit 5,9 Prozent, vollständig auf SK Hynix zurückzuführen, sowie den Niederlanden mit 5,6 Prozent, nahezu vollständig durch ASML bestimmt. Der hohe USA-Anteil bringt sowohl Potenzial als auch Risiko mit sich. Auf der Chancenseite steht die anhaltende technologische Führungsrolle amerikanischer Chipdesigner beim KI-Rennen, auf der Risikoseite die Abhängigkeit von der US-Geldpolitik sowie von politischen Entscheidungen rund um Exportkontrollen für Chiptechnologie, die die gesamte Branche beeinflussen können. Da wichtige Teile der Lieferkette, insbesondere die Fertigung, weiterhin außerhalb der USA in Taiwan und Südkorea liegen, bleibt der Fonds trotz seiner US-Lastigkeit auch von geopolitischen Entwicklungen rund um diese beiden Länder abhängig.

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Vom Nachfrageeinbruch zum Rekordjahr: Was die Rendite erklärt

2023 legte der Fonds um 71,8 Prozent zu, 2024 um 66,1 Prozent und 2025 um 32,7 Prozent, getragen vom weltweiten KI-Superzyklus, der die Nachfrage nach Grafikprozessoren, Speicherchips und modernster Fertigungstechnik in die Höhe trieb. 2022 verlor der Fonds dagegen 33,1 Prozent, ausgelöst durch eine Kombination aus einem damals einsetzenden Nachfrageeinbruch bei klassischen Speicherchips nach dem Ende des Corona-bedingten Elektronikbooms sowie den schnellen Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen. Diese Kennzahlen zeigen deutlich, wie zyklisch die Halbleiterbranche grundsätzlich ist, mit Phasen extremer Nachfrage und Phasen deutlicher Überkapazitäten im Wechsel.

Warum die Schwankungsbreite so außergewöhnlich hoch ausfällt

Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre konstant bei ungefähr 32 Prozent, ein selbst für einen Themen-ETF außergewöhnlich hoher Wert, der die extreme Konzentration auf wenige, stark schwankende Technologiewerte sowie die grundsätzliche Zyklik der Halbleiterbranche widerspiegelt. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 39,1 Prozent, seit Auflage im Jahr 2019 sogar bei minus 54,5 Prozent, beide Werte belegen, dass auf die zuletzt außergewöhnlich starken Renditen jederzeit wieder ein deutlicher Rückschlag folgen kann, sollte sich die aktuelle Nachfragesituation ähnlich wie 2022 wieder abkühlen.

Für welche Anleger sich dieser Halbleiter-ETF besonders eignet

Der Fonds eignet sich besonders für Anleger, die überzeugt sind, dass der unangefochtene Marktführer NVIDIA auch langfristig der zentrale Gewinner der Halbleiterbranche bleibt, und die diese Überzeugung möglichst unverwässert statt künstlich ausbalanciert im Depot abbilden möchten, kombiniert mit einer soliden Beteiligung an den zentralen Zulieferern TSMC und ASML. Wegen der extremen Konzentration auf wenige Einzeltitel und einen einzigen, stark zyklischen Sektor eignet sich der Fonds nicht als Grundbaustein, sondern ausschließlich als gezielte, spekulative Beimischung für Anleger mit hoher Risikotoleranz und langem Anlagehorizont, die auch einen erneuten, heftigen Rückschlag wie im Jahr 2022 aushalten können.

Daniel Dünn, Redaktion Traderfox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf einen einzelnen Sektor und wenige Einzelpositionen kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

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Bildquellen: Andrew Park / Shutterstock.com, Below the Sky / Shutterstock.com

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