MSCI-World-ETF

Amundi Core MSCI World ETF: Über 50 Prozent Rendite seit Auflage vor nur zweieinhalb Jahren


Amundi Core MSCI World ETF: Über 50 Prozent Rendite seit Auflage vor nur zweieinhalb Jahren

Amundi bietet mit dem Prime Global und diesem Core MSCI World zwei fast identisch zusammengesetzte Welt-ETFs an. Wir erklären den Grund für den Preisunterschied und die bisher überdurchschnittliche Rendite.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter den größten ETFs auf den MSCI World ist dieser Fonds der viertgrößte und dabei günstiger als der Marktführer.
  • Amundi bietet mit dem Prime Global noch einen zweiten, deutlich günstigeren Welt-ETF mit fast identischer Zusammensetzung an. Der Preisunterschied erklärt sich mit einem einzigen Detail.
  • Seit Auflage im Januar 2024 hat der Fonds bereits 50,7 Prozent Rendite erzielt, zwischenzeitlich aber auch einen Rückschlag von über 20 Prozent erlebt.

Vom Marktführer bis zur Kostenspitze: Wo sich dieser ETF einordnet

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Der Amundi Core MSCI World UCITS ETF Acc bildet den MSCI World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern bündelt. Mit einem Fondsvolumen von 14,1 Milliarden Euro ist er der viertgrößte ETF auf diesen Index, deutlich kleiner als der mit Abstand größte iShares Core MSCI World UCITS ETF, aber immer noch groß genug, um zu den etablierten Anbietern in diesem Marktsegment zu zählen. Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,12 Prozent pro Jahr spürbar unter den 0,20 Prozent des Marktführers und exakt auf dem Niveau des Xtrackers MSCI World UCITS ETF und des State Street SPDR MSCI World UCITS ETF, den beiden nächstgrößeren Wettbewerbern. Darüber hinaus existieren im breiteren Marktumfeld weitere Anbieter mit Kosten zwischen 0,05 und 0,50 Prozent pro Jahr. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und wurde erst im Januar 2024 aufgelegt.

Warum Amundi zwei ähnliche Welt-ETFs anbietet, und ob sich der Aufpreis lohnt

Wer sich mit dem Angebot von Amundi beschäftigt, stößt neben diesem Fonds auch auf den Amundi Prime Global UCITS ETF, der bei nahezu identischer Zusammensetzung mit 0,05 Prozent pro Jahr deutlich günstiger ist. Der Grund für diesen Preisunterschied liegt in der zugrunde liegenden Indexlizenz. Der Prime Global bildet den Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap Index nach, einen vom Frankfurter Indexanbieter Solactive entwickelten Index, der bewusst so konstruiert ist, dass er die Wertentwicklung des MSCI World nahezu deckungsgleich abbildet. Solactive verlangt für die Nutzung seiner Indizes deutlich geringere Lizenzgebühren als der etablierte, weltweit bekannte Indexanbieter MSCI, der hinter dem hier vorgestellten Fonds steht. Dieser Kostenunterschied bei der Lizenzgebühr wird direkt an die Anleger weitergegeben. In der Praxis unterscheiden sich die tatsächlichen Renditen beider Fonds kaum, da beide weitgehend dieselben Unternehmen in vergleichbarer Gewichtung enthalten. Wer also ausschließlich auf die reine Rendite schaut, erhält mit dem günstigeren Prime Global nahezu denselben Nutzen für weniger Geld. Der höhere Preis dieses Fonds lässt sich damit in erster Linie mit dem offiziellen, etablierten MSCI-Markennamen begründen, etwa für institutionelle Anleger, die aus Vorgaben heraus explizit einen MSCI-lizenzierten Index abbilden müssen. Für den privaten Buy-and-Hold-Anleger bietet der höhere Preis dagegen kaum einen greifbaren Mehrwert.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Wie diese Konzerne ihre Marktkapitalisierung erreichten

Die zehn größten Positionen vereinen 27,53 Prozent des Fondsvermögens, angeführt von NVIDIA mit 5,78 Prozent. Der Chiphersteller hat seine enorme Marktkapitalisierung durch seine über Jahre gewachsene technologische Vorreiterrolle bei Grafikprozessoren erreicht, die sich mit dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz als praktisch unverzichtbare Basistechnologie für das Training und den Betrieb von KI-Modellen erwiesen hat. Aktuell profitiert der Konzern am stärksten vom branchenweiten Ausbau der KI-Rechenzentren, der die Nachfrage nach seinen leistungsstärksten Chips ungebrochen hochhält. Auf Platz zwei folgt mit 5,02 Prozent Apple, dessen Wert über Jahrzehnte durch die weltweite Verbreitung seiner Geräte sowie ein zunehmend margenstarkes, auf wiederkehrende Erlöse ausgerichtetes Dienstleistungsgeschäft gewachsen ist. Momentan treibt vor allem der Ausbau dieses Dienstleistungsgeschäfts, etwa durch neue Abo- und Streaming-Angebote, das Wachstum des Konzerns. An dritter Stelle steht mit 3,25 Prozent Microsoft, dessen enormer Unternehmenswert auf der dominanten Stellung seiner Cloud-Plattform Azure sowie der breiten Verankerung seiner Software in Unternehmen weltweit beruht. In der heutigen Zeit profitiert der Konzern besonders stark vom Ausbau seines KI-Geschäfts rund um Copilot und die eigene Cloud-Infrastruktur.

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Warum die USA und die Technologiebranche den Fonds so stark prägen

Mit 68,4 Prozent entfällt der weit überwiegende Teil des Fonds auf die USA, mit deutlichem Abstand gefolgt von Japan mit 5,6 Prozent. Nach Sektoren führt Technologie mit 30,4 Prozent klar vor Finanzdienstleistungen mit 13,7 Prozent. Größere, höher bewertete Unternehmen erhalten automatisch mehr Gewicht, und da die USA die mit Abstand größte und am höchsten bewertete Börse der Welt stellen, dominiert das Land zwangsläufig den Fonds. Der Vorteil dieser Konzentration liegt darin, dass Anleger direkt an der Innovationskraft und den Gewinnen der weltweit wertvollsten Unternehmen teilhaben. Der Nachteil: Die Wertentwicklung des gesamten Fonds hängt überproportional von der US-Konjunktur, der US-Geldpolitik und dem anhaltenden Erfolg weniger Technologiekonzerne ab, eine tatsächlich globale Streuung über viele gleichgewichtige Länder und Branchen bietet ein MSCI-World-ETF trotz seines Namens nicht.

Über 50 Prozent Rendite seit Auflage, aber auch ein herber Rückschlag im April 2025

Seit seiner Auflage im Januar 2024 hat der Fonds bereits 50,7 Prozent Rendite erzielt, getragen vom anhaltenden KI-Boom, der die Gewinne und Kurse der größten Technologiekonzerne kräftig antrieb, unterstützt von mehreren Leitzinssenkungen der US-Notenbank. Die Volatilität liegt in den vergangenen zwölf Monaten bei 10,8 Prozent, ein für einen Welt-ETF ruhiges, angenehmes Niveau. Dass es auch deutlich turbulenter zugehen kann, zeigt der maximale Rückgang seit Auflage von 20,5 Prozent. Dieser Einbruch ereignete sich im April 2025, als die von US-Präsident Donald Trump am 2. April angekündigten, teils drastischen Importzölle gegen fast 200 Länder weltweit für einen heftigen Ausverkauf an den Börsen sorgten, den sogenannten Zollkrieg-Crash. Der MSCI World erholte sich davon in den folgenden Wochen zwar wieder deutlich, das Beispiel zeigt aber, wie schnell auch ein breit gestreuter Welt-ETF binnen weniger Tage zweistellig einbrechen kann. Einen Einbruch in der Größenordnung des Jahres 2022, als viele Welt-ETFs wegen der damaligen Zinserhöhungen zweistellig verloren, hat dieser noch junge Fonds bislang allerdings noch nicht durchlebt, ein Szenario, das sich angesichts der kurzen Historie in der Zukunft aber jederzeit wiederholen könnte.

Für welche Strategie sich dieser MSCI-World-ETF eignet

Der Fonds eignet sich als solider, kostengünstiger Grundbaustein für ein klassisches Buy-and-Hold-Depot, mit einer Kostenquote, die deutlich unter dem Marktführer liegt. Wer allerdings ausschließlich auf die niedrigsten verfügbaren Kosten bei nahezu identischer Zusammensetzung achtet, findet mit dem hauseigenen Amundi Prime Global eine noch günstigere Alternative desselben Anbieters. Für Anleger, die Wert auf die offizielle, MSCI-lizenzierte Indexabbildung legen, bleibt dieser Fonds trotzdem eine solide, größere und etwas länger am Markt etablierte Wahl.

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Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: Black Salmon / Shutterstock.com, Alexander Mak / Shutterstock.com

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