Nasdaq-100-ETF

Invesco EQQQ Nasdaq-100 ETF: Ein Blick auf Europas ältesten Nasdaq-100-ETF


Invesco EQQQ Nasdaq-100 ETF: Ein Blick auf Europas ältesten Nasdaq-100-ETF

Der Ticker EQQQ verrät die Verwandtschaft zu einem der bekanntesten und meistgehandelten ETFs der Welt, und das schon seit 2002. Seither zählt dieser Fonds zu den etabliertesten Wegen für europäische Anleger.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgelegt bereits im Dezember 2002, ist dieser Fonds der älteste unter allen 18 verfügbaren Nasdaq-100-ETFs in Europa und zugleich der zweitgrößte nach Fondsvolumen.
  • Der Ticker EQQQ ist bewusst an den berühmten US-Ticker QQQ angelehnt, unter dem der originale, in den USA gehandelte Nasdaq-100-ETF von Invesco firmiert.
  • Allein NVIDIA und Apple vereinen zusammen bereits knapp 16 Prozent des Fondsvermögens, deutlich mehr als jede andere Position in den Top 10.

Der Ticker EQQQ: Europas Verbindung zu einem der bekanntesten ETFs der Welt

Werbung

Der Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF bildet den Nasdaq 100 Index nach, der die 100 größten, nicht dem Finanzsektor zugehörigen Unternehmen an der US-Technologiebörse Nasdaq bündelt. Aufgelegt wurde der Fonds bereits im Dezember 2002 und ist damit der älteste unter allen 18 in Europa verfügbaren Nasdaq-100-ETFs. Sein Ticker EQQQ ist dabei kein Zufall. In den USA handelt der Invesco QQQ Trust unter dem weltbekannten Ticker QQQ als einer der meistgehandelten ETFs überhaupt, aufgelegt bereits 1999. Der hier vorgestellte EQQQ ist gewissermaßen das europäische Pendant dazu, von Invesco gezielt für europäische Anleger aufgelegt, die denselben Index über eine UCITS-konforme Struktur handeln möchten, ohne auf US-Börsen zugreifen zu müssen. Diese lange Historie und die Nähe zu einem der bekanntesten ETF-Marken der Welt erklären einen Teil der bis heute hohen Beliebtheit des Fonds. Mit einem Fondsvolumen von 11,1 Milliarden Euro ist er der zweitgrößte Nasdaq-100-ETF Europas, nach dem etwas größeren iShares Nasdaq 100 UCITS ETF. Bei den Kosten liegt er mit 0,30 Prozent pro Jahr gleichauf mit den beiden iShares-Varianten und der ausschüttenden Invesco-Schwestervariante, während der Amundi Core Nasdaq-100 Swap UCITS ETF mit 0,22 Prozent etwas günstiger ist. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und schüttet seine Erträge vierteljährlich aus.

NVIDIA und Apple: Die beiden wertvollsten Unternehmen der USA im Fokus

Die zehn größten Positionen vereinen 47,46 Prozent des Fondsvermögens, bei 100 Aktien insgesamt ein hoher Konzentrationsgrad. Besonders auffällig sind dabei die beiden größten Positionen, die sich deutlich vom Rest der Top 10 abheben. Größte Position ist mit 8,31 Prozent NVIDIA, der weltweit führende Hersteller von KI-Chips, dessen technologischer Vorsprung im Bereich der Grafikprozessoren den Konzern zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht hat. NVIDIA hat zuletzt mit seiner Jetson-Plattform ein Werkzeug vorgestellt, mit dem sich KI-Anwendungen künftig direkt vor Ort auf Geräten statt nur in großen Rechenzentren betreiben lassen, ein wichtiger Baustein für die Ausweitung der eigenen Technologie auf Robotik und autonome Systeme. Auf Platz zwei folgt mit 7,32 Prozent Apple, dessen enormer Unternehmenswert vor allem auf der weltweiten Verbreitung seiner Geräte sowie dem margenstarken, stetig wachsenden Dienstleistungsgeschäft beruht. Apple hat mit dem neuen Programm Apple Upgrade in den USA ein Abo-Modell gestartet, mit dem Kunden regelmäßig automatisch das neueste iPhone erhalten, ein Schritt hin zu mehr wiederkehrenden statt einmaligen Erlösen. An dritter Stelle steht mit 5,07 Prozent Microsoft, das seine Partnerschaft mit dem KI-Anbieter Mistral ausgebaut hat, um Unternehmen mehr Kontrolle über den Einsatz von KI-Modellen zu ermöglichen, ein weiterer Baustein im Ausbau des Cloud- und KI-Geschäfts.

Über 55 Prozent Technologie, und in Wahrheit noch mehr

Nach Sektoren führt Technologie mit 55,3 Prozent klar vor Telekommunikation mit 13,7 Prozent. Die tatsächliche Technologielastigkeit des Fonds liegt sogar noch höher, als die reine Technologie-Zahl vermuten lässt. Konzerne wie Alphabet und Meta Platforms, die umgangssprachlich oft als Technologiewerte gelten, werden nach der offiziellen Branchenklassifizierung dem Bereich Kommunikationsdienste zugeordnet, nicht der Technologiebranche selbst. Wer beide Bereiche gedanklich zusammenzählt, kommt auf einen faktischen Technologieanteil von deutlich über zwei Dritteln des Fonds. Für Anleger bedeutet das: Wer diesen ETF hält, geht eine sehr konzentrierte Wette auf die anhaltende Innovationskraft der amerikanischen Technologiebranche ein, weit über das hinaus, was die auf den ersten Blick genannten 55 Prozent vermuten lassen.

Werbung

Wann der Fonds stark läuft, und wann mit Rückschlägen zu rechnen ist

2022 verlor der Fonds 28,5 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen, da deren künftige Gewinne bei höheren Zinsen rechnerisch weniger wert sind. Die Erholung fiel danach umso kräftiger aus: 2023 legte der Fonds um 49,1 Prozent zu, 2024 um weitere 33,3 Prozent, getragen vom aufkommenden KI-Boom, der die Gewinne und Kurse der größten Technologiekonzerne kräftig antrieb. 2025 fiel die Rendite mit 6,6 Prozent deutlich moderater aus, im laufenden Jahr steht bereits wieder ein Plus von 13,8 Prozent zu Buche. Der Fonds entwickelt sich typischerweise stark in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum der großen Technologiekonzerne, während er in Phasen überraschend restriktiver Geldpolitik oder allgemeiner Konjunktursorgen besonders anfällig für deutliche Rückschläge ist.

Eine geringe, aber vorhandene Dividende schafft Wahlfreiheit

Die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen vier Jahren zwischen 0,3 und 0,6 Prozent, ein im Vergleich zu klassischen Dividendenfonds sehr geringes Niveau, das sich direkt aus den Top-Positionen erklärt. NVIDIA schüttet mit 0,14 Prozent Rendite kaum etwas aus, Apple mit 0,31 Prozent nur wenig mehr, während Microsoft mit 0,91 Prozent etwas stärker ausschüttet. Der Vorteil einer, wenn auch geringen, Ausschüttung liegt für Anleger in der Wahlfreiheit. Sie können selbst entscheiden, ob sie die Erträge reinvestieren oder anderweitig verwenden möchten, statt automatisch zur Wiederanlage gezwungen zu sein.

Warum die Risikokennzahlen so deutlich erhöht sind

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 18,3 Prozent, über fünf Jahre bei 23,2 Prozent, deutlich höher als bei einem breiten Welt- oder selbst einem klassischen US-ETF. Das erklärt sich direkt aus der beschriebenen Konzentration auf wenige, hoch bewertete Technologiewerte sowie dem vollständigen Verzicht auf Finanzwerte, die in anderen Indizes oft eine stabilisierende, weniger schwankungsanfällige Rolle einnehmen. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt zudem bei minus 31,4 Prozent, seit Auflage im Jahr 2002 bei minus 46,8 Prozent, ein Wert, der auch das Platzen der Dotcom-Blase in den frühen 2000er-Jahren mit einschließt, als besonders viele der damals stark überbewerteten Technologie- und Internetunternehmen im Nasdaq 100 betroffen waren.

Werbung

Für welche Strategie sich dieser Nasdaq-100-ETF eignet

Der Fonds eignet sich als gezielte Beimischung für Anleger, die bewusst und konzentriert auf die US-Technologiebranche setzen möchten und dafür bereit sind, eine im Vergleich zu breiter gestreuten US- oder Welt-ETFs deutlich höhere Schwankungsbreite in Kauf zu nehmen. Wegen der fehlenden Branchenstreuung und der ausschließlichen Fokussierung auf ein einzelnes Land eignet er sich nicht als alleiniger Grundbaustein eines Portfolios, sondern sollte stets als Ergänzung zu einem bereits breiter aufgestellten Depot verstanden werden. Wer die lange Historie und die Nähe zum bekannten US-Original QQQ zu schätzen weiß, findet mit diesem Fonds einen der etabliertesten Wege, um genau dieses Marktsegment abzudecken.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf eine einzelne Branche kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

Anzeige: Der Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF und tausende weitere ETFs provisionsfrei bei finanzen.net zero.

Bildquellen: andersphoto / Shutterstock.com, LuFeTa / Shutterstock.com

Werbung