Algorithmen statt Personal

Von einem Bot gefeuert: Amazon Flex kündigt Mitarbeitern via App


Von einem Bot gefeuert: Amazon Flex kündigt Mitarbeitern via App

Amazon verwendet zunehmend Algorithmen als Teil seines Personalmanagements, was dazu führt, dass Mitarbeiter automatisiert von Bots gekündigt werden.

Tochterunternehmen Amazon Flex kündigt automatisch

Amazon ist weltweit der größte Online-Händler und beschäftigt eine Vielzahl an Mitarbeitern, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Seit Jahren verwendet das Unternehmen Algorithmen, um die Millionen von Drittanbietern auf seinem Online-Marktplatz zu verwalten. Aber auch um die Arbeitsabläufe der Angestellten zu optimieren, setzt Amazon laut eines Bloomberg-Berichts bereits seit einiger Zeit Algorithmen ein, die die Mitarbeiter auf Schritt und Tritt überwachen. Doch damit nicht genug, denn laut dem Bericht soll die Tochterfirma Amazon Flex ihren Mitarbeitern nun auch automatisiert kündigen.

Werbung

Videoüberwachung in den USA

Amazon verwendet zunehmend Algorithmen als Teil seines Personalmanagements und verwendet diese nicht nur zur Verwaltung der Mitarbeiter in den Produktlagern, sondern größtenteils auch zur Überwachung von Vertragspartnern, unabhängigen Lieferunternehmen und sogar der Leistung seiner Angestellten. So kommt in den USA, laut einem heise-Bericht, beispielsweise bereits eine Technik zum Einsatz, die die Mitarbeiter vor Unfällen bewahren soll. Die Fahrzeuge der Paketboten werden mit hochmodernen Überwachungskameras ausgestattet, die in alle Richtungen filmen und bei der Auswertung der Daten von künstlicher Intelligenz unterstützt werden. Während die Kameras den Fahrer in einer Gefahrensituation warnen sollen, befürchten einige Zusteller, dass es Amazon vielmehr um die Kontrolle seiner Mitarbeiter geht.

Automatische Entlassungen

Die Befürchtungen scheinen nicht unbegründet zu sein, denn wie kürzlich Bloomberg berichtete, geht die Kontrolle noch weiter, als die meisten vermuten dürften. Demnach werden die Fahrer nicht nur via Videokamera überwacht, sondern die gesammelten Daten werden von Programmen automatisch erfasst und hinsichtlich der Lieferzeiten ausgewertet und gerankt. Bloomberg befragte insgesamt 15 Fahrer und Fahrerinnen sowie Amazon-Mitarbeiter aus anderen Abteilungen hinsichtlich ihrer Arbeitsabläufe. Demnach stehen alle unter extremem Zeitdruck und es gab angeblich kaum Unterstützung für die Zusteller, da sich selbst die Zentrale mit der Koordination überfordert sieht. Verspätungen werden von den Algorithmen erfasst und mit den Daten ein Ranking der Mitarbeiter erstellt. Den jeweiligen Stand teilt Amazon den Mitarbeitern per E-Mail mit und wenn jemand im Ranking zu weit nach unten sinkt, wird derjenige automatisiert vom System entlassen und erhält ein Kündigungsschreiben, welches von einem Algorithmus erstellt wird.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com

Werbung