H&M tritt Shitstorm los

Es soll vorrangig junge Mütter treffen: H&M plant den Abbau von rund 800 Stellen


Es soll vorrangig junge Mütter treffen: H&M plant den Abbau von rund 800 Stellen

Der schwedische Modegigant H&M plant in Deutschland mehrere hundert Stellen zu streichen, die Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.

Massenhaft Entlassungen geplant

Über die schwedische Modekette Hennes & Mauritz, auch H&M genannt, wurde nun bekannt, dass sie den Abbau mehrerer hundert Arbeitsstellen plant. Um genau zu sein, sollen in Deutschland rund 800 Arbeitsplätze abgebaut werden, so gut wie alle davon in den Filialen des Modekonzerns. In Interviews mit Business Insider äußerten einige H&M-Mitarbeiter ihre Sorgen und Bedenken, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

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"Die Mitarbeiter bei H&M haben Angst um ihren Job und um ihre Gesundheit. Keiner von uns weiß, was auf uns zukommt", so eine langjährige H&M-Mitarbeiterin gegenüber Business Insider. Zudem sind nun erste Informationen durchgesickert, welche Mitarbeitergruppe H&M entlassen möchte. So sollen vorrangig junge Mütter gekündigt werden. Die Begründung dafür ist, dass die Laufkundschaft und Hauptumsatzquoten der Filialen in den Abendstunden und an den Samstagen liegen - Arbeitszeiten, in denen junge Mütter eher weniger eingeteilt werden können. Junge Mütter in Elternzeit sind zwar vor einer Kündigung geschützt - sobald sie ihre Arbeit wieder aufnehmen, können sie jedoch regulär gekündigt werden.

Dies ist der Grund für die Entlassungen

Der Grund für die Entlassungen sei die voranschreitende Digitalisierung und das Konsumverhalten der Kunden. Seit 2018 sollen bereits rund 3.000 H&M-Mitarbeiter im Zuge der digitalen Vertriebsstrategie entlassen worden sein, weitere 800 könnten nun hinzukommen.

Zudem treiben die Corona-Maßnahmen diese Entwicklung voran, da sie den Umsatz der Filialen weiter senken und Kunden vermehrt online einkaufen, was auch für H&M eine Herausforderung darstellt. Der Konzern setzt auf niedrige Preise und verzeichnet somit auch niedrigere Margen. Um viel Gewinn zu erwirtschaften, muss H&M möglichst viel verkaufen - ein Konzept, das nun in den Filialen gerade in der momentanen Corona-Situationen schwächelt.

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H&M tritt Shitstorm los

H&M hat damit einen Shitstorm losgetreten, auch die Gewerkschaft ver.di zeigt sich entsetzt. "H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann verhält sich wie ein Unternehmenspatriarch, der Entscheidungen über die Köpfe von Frauen hinweg trifft. Im Grundgesetz heißt es klipp und klar: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. Eigentum verpflichtet daher auch Unternehmen wie H&M, Frauen in Elternzeit und berufstätigen Müttern familienfreundliche Arbeitszeiten zu ermöglichen, anstatt ihre Doppelbelastung als Schwäche auszunutzen und sie zu versuchen auf die Straße zu setzen", so ein ver.di Gewerkschafter gegenüber Business Insider.

Auch auf Facebook verleihen viele Menschen ihrer Entrüstung Ausdruck. Das Verhalten von H&M sei "eklig" und viele Menschen würden nicht mehr bei H&M einkaufen wollen, berichtet echo24. Ein weiterer Facebook-User vergleicht die Geschehnisse mit einem von H&M bewusst geplanten PR-Desaster, berichtet echo24. Und dies ist nicht die erste Hiobsbotschaft, die H&M in den letzten Monaten verbreitet hat. Jüngst wurde H&M wegen Datenschutzverstößen gegenüber seinen Mitarbeitern zu einer millionenschweren Geldbuße verurteilt.

Marie-Sophie Steinbach / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Venturelli Luca / Shutterstock.com

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