Reine Fiktion?

Autonomes Fahren: Experte kritisiert die Umsetzbarkeit


Autonomes Fahren: Experte kritisiert die Umsetzbarkeit

Bis zum Jahr 2022 sollen Autos mit autonomer Fahrfunktion auf deutschen Straßen zugelassen werden. Laut dem Wissenschaftler Ashley Nunes wird dieses Szenario aber reine Fiktion bleiben.

Für die Automobilbranche sind selbstfahrende Autos die Zukunft. Auch die Bundesregierung glaubt an diese Technologie und möchte bis zum Jahr 2022 Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den Regelbetrieb aufnehmen. Mittlerweile gibt es aber auch kritische Stimmen, die sich ein Auto ohne einen Menschen als Fahrzeugführer nicht vorstellen können. Bleibt der Traum vom Autopiloten auf deutschen Straßen also aus?

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Deutschlands neue Führungsrolle beim autonomen Fahren

Nachdem der Bundestag und Bundesrat dem neuen Gesetz der Bundesregierung zum autonomen Fahren zugestimmt haben, können im nächsten Jahr nun auch selbstfahrende Autos am Straßenverkehr teilnehmen. Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird dies aber vorerst nur in begrenzten Einsatzszenarien möglich sein. Zu diesen zählen zum Beispiel Shuttle-Verkehre von A nach B, Busse die auf einer festgelegten Route unterwegs sind oder Hub2Hub-Verkehre. Zudem werden in dem Gesetz bestimmte Sachverhalte, wie zum Beispiel technische Anforderungen, Prüfungen und Verfahren für die Erteilung einer Betriebserlaubnis sowie Möglichkeiten der Datenverarbeitung neu geregelt. Laut BMVI zielt das Gesetz auf das vollautomatisierte Fahren der Stufe vier ab. Hier kann das System, wie beim hochautomatisierten Fahren der Stufe drei, die komplette Fahrzeugführung übernehmen. Die Fahrzeuginsassen sind damit nur noch unbeteiligte Passagiere.

Alles nur Fiktion?

Doch wenn es nach Ashley Nunes, dem Direktor des Bereiches Wettbewerbspolitik beim US-amerikanischen Thinktank "R Street Institute", geht, wird dieses Zukunftsszenario reine Fiktion bleiben. In einem Artikel der US-Ausgabe von Business Insider kommentiert Nunes, dass fahrerlose Technologie auch in Zukunft auf die Aufsicht eines Menschens angewiesen sein wird. Weiterhin ist er sich sicher, dass die neue Technologie lediglich zu mehr Kosten bei Unternehmen und Konsumenten führen würde, da man bei Maschinen nicht davon ausgehen kann, dass keine Fehler gemacht werden. Das autonome Fahren bleibe daher von Menschen abhängig, die zum Beispiel als Ingenieure oder Kundenbetreuer die Systeme überwachen.

Auch die Investitionen der Autoindustrie betrachtet Nunes kritisch. So sehe es bisher nicht danach aus, dass die Investitionen in fahrerlose Technologien die Unternehmen finanziell entlasten würden. Solange Entwickler keine technische Perfektion gewährleisten können, bleibt ein Straßenverkehr mit fahrerlosen Fahrzeugen nach Nunes reine Fiktion. Diese Entwicklung bestätigt sich nach dem Experten auch anhand des Vorgehens des Fahrdienst-Vermittlers Lyft sehen. Dieser habe erst vor kurzem seine Sparte "autonomes Fahren" an Toyota verkauft.

Tim Adler / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: metamorworks / Shutterstock.com

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